Kieler Woche im neuen Design
14.09.2009 | Veranstaltungen
Büro 2xGoldstein aus Karlsruhe gestaltet Kieler Woche Auftritt.
Die Kieler Woche 2010 hat ein offizielles Plakat: Fünf renommierte Grafiker hatten sich mit insgesamt acht Entwürfen und unterschiedlichen Variationen am traditionellen Corporate-Design-Wettbewerb beteiligt. Jetzt einigte sich die Jury auf den Vorschlag des Designer-Duos Andrew und Jeffrey Goldstein aus Karlsruhe. Damit steht das gesamte visuelle Erscheinungsbild der kommenden Kieler Woche.
Bereits am Tag vor der offiziellen Verkündung des Sieger-Plakates war die Jury zur Begutachtung aller eingereichten Entwürfe zusammengekommen. Fünf Grafik-Designer hatten sich auf Einladung der Landeshauptstadt an dem Wettbewerb beteiligt und teilweise mehrere Konzeptionen eingesandt. Am weitesten hatte es die Post von Tony Brook aus London. Außer ihm und Reza Abedini aus Amsterdam stammen alle übrigen Designer aus Deutschland. Aus Berlin gingen Ute Zscharnt und Ralf Klöden („Gute Gestaltung“) an den Start, aus Karlsruhe beteiligten sich Andrew und Jeffrey Goldstein („2xGoldstein“), aus Stuttgart Kurt Weidemann.
Stadtpräsidentin und Jurymitglied Cathy Kietzer sprach von einem „hochrenommierten Wettbewerb“. Die Entscheidung sei der Jury in diesem Jahr besonders schwer, letztlich aber eindeutig gefallen. Der Jury fiel die Entscheidung in diesem Jahr schwer: Am Ende einigte sich das Gremium auf den Entwurf der Nachwuchs-Designer aus Karlsruhe
Weiße W-Wellen auf blauem Grund, die die Worte Kieler Woche miteinander verbinden, werden auf dem Plakat der Kieler Woche 2010 zu sehen sein. Das Konzept des Grafiker-Duos, Andrew und Jeffrey Goldstein, vom Büro 2xGoldstein aus Karlsruhe ging aus dem Wettbewerb für das Corporate Design der Kieler Woche vom 19. bis 27. Juni 2010 als Sieger hervor.
„Der Entwurf besticht durch seine konsequente Durchführung. Der Buchstabe ‚w’ wird durch Wiederholung zum prägnanten grafischen Zeichen. Assoziationen von Wellen und Wogen geben ihm eine eigenständige visuelle Wirkung. Der Entwurf ist gerade in seiner typographischen Durcharbeitung auf einem hohen handwerklichen Niveau. Die Kombination der Farben Blau, Weiß, Gelb erzeugt eine freundliche Grundstimmung und wird damit der Veranstaltung gerecht“, lobte die Jury den Entwurf.
Seit über 60 Jahren wird mit jährlich wechselnden Plakaten und anderen Werbemitteln weit über Kiel hinaus für die Fest- und Segelwoche geworben. Sich in diese 1948 begonnene Tradition einzureihen und einmal das Kieler-Woche-Design zu gestalten, ist der Traum vieler Grafikdesigner. Aber nur wenige bekommen die Chance dazu: Seit 1959 lädt Kiel von einer Jury ausgewählte Designer aus dem In- und Ausland zum renommierten Wettbewerb ein. Die eingeladenen Teilnehmer sind Gäste der Kieler Woche und sammeln an der Förde Eindrücke, die sie dann in ihre Entwürfe für das Folgejahr einfließen lassen. Erstmals wurde das Plakat der Kieler Woche 1960 durch so einen Einladungswettbewerb ermittelt. Zur Kieler Woche 2010 wurde zum 51. Mal ein Wettbewerb ausgeschrieben. Seit Mitte der 70er Jahre muss das Plakat eingebunden sein in ein stimmiges Corporate Design.
Teilnehmer des Wettbewerbs für das Kieler-Woche-Design 2010 waren: Kurt Weidemann (Stuttgart), Ute Zscharnt und Ralf Klöden vom Büro Gute Gestaltung (Berlin), Andrew und Jeffrey Goldstein vom Büro 2xGoldstein (Karlsruhe), der Iraner Reza Abedini (arbeitet in Amsterdam) und der Brite Tony Brook (arbeitet in London). Sie erlebten Ende Juni die Kieler Woche und reichten anschließend insgesamt acht Entwürfe, zum Teil in verschiedenen Ausführungen, ein.
In der Jury saßen vier Fachjuroren und vier Sachjuroren. Fachgutachter waren die Designer Prof. Detlef Fiedler aus Berlin (Gewinner Wettbewerb für 2005 und ständiges Jurymitglied), Prof. Bernhard Stein aus Berlin (ständiges Jurymitglied) und Peter Zizka aus Frankfurt/Main (Gewinner des Wettbewerbs 2008 als Vertreter des Vorjahressiegers Henning Wagenbreth) sowie Christian Riediger als Leiter des Kieler-Woche-Büros. Die von der Ratsversammlung gewählten Sachgutachter waren Sven Christensen (Geschäftsführer Point of Sailing GmbH), Rainer Kraatz (Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kieler Woche), Stadtpräsidentin Cathy Kietzer (Vorsitzende des Aufsichtsrates der Kieler Woche Marketing GmbH) sowie Georg Fritzsch (Generalmusikdirektor Theater Kiel, vertrat Uni-Präsident Prof. Dr. Gerhard Fouquet, den Vorsitzenden des Kultur- und Wissenschaftssenats). Zusätzlich kann jeweils ein Vertreter der beiden Kieler-Woche-Premiumpartner BMW und HSH Nordbank ohne Stimmrecht an den Jurysitzungen teilnehmen.
Die eineiigen Zwillinge Andrew und Jeffrey Goldstein wurden am 7. Juni 1978 in Hagen/Westfalen geboren. 2000 begannen sie ihr Grafik-Design-Studium an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe bei Prof. Gunter Rambow und Prof. Lars Müller. In dieser Zeit lernten sie auch den Schriftsteller Adam Seide kennen, der als Lehrbeauftragter für Literatur an der HfG unterrichtete. Sie besuchten seine Vorlesungen als Ergänzung zu den Seminaren ihres Fachbereichs und gründeten mit ihm und Kommilitonen das Sprachprojekt „Versfabrik“. Nach dem Vordiplom
bewegten sie sich verstärkt in interdisziplinären Kontexten. Neben grafischer Gestaltung erarbeiteten sie die Titelsequenzen für zwei Filme und inszenierten mit der Versfabrik unter der Leitung des Komponisten und Performers Helmut Bieler-Wendt eigene Texte. Des Weiteren gründeten 2xGoldstein zusammen mit Kommilitonen 2005 das Adam Seide Archiv, für den ein Jahr zuvor verstorbenen Schriftsteller und Lehrer. Das Archiv verwaltet Adam Seides
Karlsruher Nachlass in Zusammenarbeit mit der Mediathek des Museums ZKM Karlsruhe, organisiert Herausgaben, Nachdrucke und einen jährlichen Adam Seide Literaturtag. 2xGoldstein haben im Mai 2007 mit der Arbeit „PLUS ULTRA“ ihr Grafik–Design-Studium an der HfG Karlsruhe bei Prof. Melchior Imboden und Prof. Rolf Sachsse abgeschlossen und arbeiten seitdem als freie Gestalter für Verlage, den Rundfunk und den Film.
Das neue Kieler-Woche-Design begegnet Kielern und Gästen der Landeshauptstadt im kommenden Jahr längst nicht nur auf dem offiziellen Plakat. Der Gewinner-Entwurf ziert das offizielle Programmheft, die Kieler-Woche-Flaggen und eine ganze Reihe von Souvenirs wie Krawatten, Tücher, T-Shirts oder Plaketten. Sie sind voraussichtlich ab Frühjahr 2010 im Handel.
Alle Plakat-Entwürfe des Design-Wettbewerbs zur Kieler Woche 2010 unter www.kieler-woche.de



