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Überfall auf britische Segler

31.03.2009 | Reviere, Sicherheit

Britischer Blauwassersegler in thailändischen Gewässern von Piraten ermordet.

Seit neun Jahren segelten der 64-jährige Malcolm Robertson aus East Sussex mit seiner Frau Linda um die Welt. Nachdem Robertson seine Coffeeshop-Kette in Großbritannien verkauft hatte wollte er den Ruhestand genießen und die Welt unter Segeln erkunden.

Mit ihre Yacht Mr Bean segelten sie über alle Weltmeere und in den europäischen Wintermonaten zog es sie nach Thailand, zum Ankern in einsamen Buchten oder wie zuletzt in den Tarutao National Park, rund 40 Meilen von der thailändischen Südküste. Das Paar segelte mit seiner Yacht bei ganz leichtem Wind zwischen Thailand und Langkawi, es war fünf Uhr nachmittags, Linda schlief in der Kabine und Malcolm befand sich im Vorschiff. Da näherte sich plötzlich ein kleines Boot mit drei jungen Männern an Bord. Sie enterten die Yacht und versuchten das Beiboot zu stehlen. Als Malcolm Robertson sie daran hindern wollte, schlugen sie mit Fäusten und Hämmern so lange auf ihn ein, bis er sich nicht mehr rührte; dann warfen sie den Sterbenden ins Wasser. Linda Malcolm wurde gefesselt und geknebelt, danach das Schiff gründlich nach Wertsachen durchsucht.

Einem Fischer fiel auf, dass das Boot scheinbar führerlos über das Wasser trieb und alarmierte die Polizei. Als diese eintraf, versuchte das Trio zu fliehen, wurde aber bald gestellt und festgenommen. Linda Robertson überlebte den Überfall leicht verletzt, der Leichnam ihres Mannes wird noch gesucht.

Nach ihrer Befreiung sagte Frau Robertson der BBC dass wohl die Entscheidung ihres Mannes, sich zur Wehr zu setzen, ihn das Leben gekostet haben wird: “es war ein Fehler, aber er war nicht der Mann, die sich einfach zurücklehnt und die Dinge geschehen läßt. Ich wünschte wirklich, dass er so gewesen wäre.”

Nach thailändischem Recht werden sich die drei Burmesen sich nach ihrer Festnahme aber wahrscheinlich nur wegen Diebstahl, Körperverletzung und Entführung verantworten müssen, da der Tote nicht gefunden wurde. „Ich kann die Entscheidung durch die Staatsanwaltschaft nicht glauben”, sagte Linda Robertson völlig aufgebracht, “diese jungen Männer wurden fast auf frischer Tat ertappt, sie waren noch in unserem gestohlenen Beiboot, die Polizei hat die blutverschmierte Tatwaffe und doch gibt es keine Mordanklage, es ist unglaublich.“

Ein erfahrener Cruiser, Richard Titchener gab zum Verhalten bei Überfällen gegenüber der Times den Ratschlag: „Die wichtigste Sache ist, absolut niemand Fremden an Bord zu lassen. Wer mit einer Waffe in der Hand aus der Kabine kommt riskiert, erschossen zu werden. Eventuell könnte man noch einen Feuerlöscher nehmen, der hilfreich sein könnte. Aber am Besten ist es, mit erhobenen Händen den Piraten gegenüber zu stehen, den Blick zu senken und unauffällig zu wirken. Diese Leute wollen nur Geld – lassen Sie einige US-Dollar und Kreditkarten in der Kabine, und lassen Sie sie nehmen.”

Der Sicherheit an Land und auf See hat der international bekannte englische Segelbuchautor, Jimmy Cornell, in seinem neuesten Werk auch ein Kapitel gewidmet. In seinem lesenswerten autobiografischen Buch berichtet er aus eigenen Erfahrungen von 30 Jahren auf den Weltmeeren mit drei Weltumsegelungen und rund 200.000 Meilen an Bord.

„Das Buch hätte ich gerne vor meiner ersten Weltumseglung gehabt“, sagt Cornell selbst zu seinem neuesten Werk, das von dem renommierten britischen Fachmagazin als „The ultimate cruising manifesto “ bezeichnet wurde.

Jimmy Cornell: „Sehnsucht nach der See“, Format 18 x 25 cm, 487 Seiten, über 300 Fotos, gebunden mit farbigem Schutzumschlag, ISBN 978-0-9556396-2-3, EUR 39,90.
Im Buchhandel oder über www.mediamaritim.de/shop

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