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Bärendienst an einer guten Segel-Idee

18.12.2009 | Rekorde

Mit sozialem Engagement und wissenschaftlichem Anspruch um die Welt.

Es ah alles so gut geplant aus und die Idee, zweimal einhand nonstop die Welt zu umsegeln war auch ein neuer Aspekt in der Jagd um neue Rekordmarken (www.mediamaritim.de/blog/personality/zweimal-nonstop-um-die-welt/#more-2526) und (www.mediamaritim.de/blog/allgemein/aufbruch-in-ein-segel-abenteuer/#more-3224).

Am (bisherigen) Ende der Weltumsegelung von Bernt Lüchtenborg sieht aber alles ein wenig anders aus. Nach einer Havarie am 150. Seetag nach 17.455 Seemeilen vor Neuseeland, bei der Lüchtenborg von seiner Yacht abgeborgen wurde, konnte seine herrenlos treibende Yacht dank eines Tracking-Systems an Bord nach Tagen wieder an den Haken genommen werden und zur Reparatur nach Bluff Harbour auf Neuseeland eingeschleppt werden.

In dieser Zeit kamen die ersten Gerüchte auf, dass die Reise bis Neuseeland doch nicht so abgelaufen sei, wie sie geplant war und auch der Öffentlichkeit in regelmäßigen Logs von Bord der “Horizons” dargestellt wurde (www.mediamaritim.de/blog/rekorde/luchtenborgs-reise-nur-ein-bluff/#more-5009). Inzwischen hat Lüchtenborg eingeräumt, nicht bekannt gemachte Zwischenstopps eingelegt und auch auf einem Teil der Reise eine Begleitperson an Bord gehabt zu haben. Dazu gibt es zwei aktuelle Internet-Blogeinträge auf der Homepage des Projekt Sail2Horizons:

„NZ-Southland – Die Arbeiten am Schiff verlaufen planmässig und doch ist tief in mir ein Gefühl von Leere und Bedauern, durch mein Verhalten Menschen enttäuscht zu haben. Mein Versagen hinsichtlich der verschwiegenen Stopps, wo ich aus technischen Gründen Land betreten musste und der Tatsache, dass mich eine Freundin von Deutschland bis zu den Kanaren begleitete, möchte ich offenlegen. Für mein Handeln gibt es keine Rechtfertigung. Als ich mir im Laufe des Törns darüber im Klaren wurde, was ich angerichtet hatte, war es zu spät. Dadurch habe ich viele enttäuscht, das Vertrauen aller, die mir in der Vorbereitungszeit geholfen haben, missbraucht, dem Projekt geschadet. Es tut mir sehr leid und ich kann mich nur entschuldigen. Dies eingestehen zu müssen, tut sehr weh, aber es ist auch eine Befreiung.“

„Ein riesiger Lift hob Horizons aus ihrem Element. Umgeben von seelenlosen Schiffsrümpfen die vor sich hinrosteten, blitzte das Schweissgerät. Der Monteur nahm sich den Ruderschaden vor. Das Unterwasserschiff wurde gereinigt und die Zinkannoden gewechselt. Am Abend war Horizons wieder da, wo sie hingehört. Ungeduld zerrt an Leinen. Sie wittert bereits den Ozean, während ich versuchte Ordnung in die Ereignisse der letzten Wochen zu bringen. Kurz vor Mitternacht klopfte es an der Tür. Wer stand da? Mein Kopf. „Hör zu“, sagte er. „Auch wenn im Moment alles auf Dich eindrischt, erinnere Dich daran was Du über sail2horions in diesem Jahr auch positiv erreicht hast. In Wismar wurde der Verein Licht am Horizont gegründet. Die Klimaaktion brachte innerhalb von wenigen Tagen über 1000 Unterschriften. Du hast Proben und Daten für die Wissenschaft gesammelt und bist ab den Kanaren allein in 4 Monaten um die halbe Welt gesegelt. Du hast Menschen enttäuscht und bist auf die Schnauze gefallen. Doch nun steh auf und drück das Kreuz durch, damit ich dir wieder auf die Schulter hüpfen kann“

“Die Arbeiten am Schiff sind abgeschlossen, die Ersatzteile der Aries eingetroffen. Nach der Instandsetzung der mechanischen Selbststeueranlage, folgt eine Testfahrt zur Prüfung aller Systeme und am Samstag der Start Richtung Kap Hoorn. Warum ich weiter mache? Weil es zu einfach wäre aufzugeben, jetzt wo ich am Boden liege. Krisen lehren das Potenzial zu mobilisieren, dass in jedem von uns steckt: Für Fehler einzustehen und für sein Ziel zu kämpfen! Trotz der Enttäuschung habe ich meine Frau, Freunde und Sponsorenpartner weiterhin an meiner Seite und damit die Chance einiges von dem, was ich zerstört habe, wieder gutzumachen. Dafür kämpfe ich, auch für mein Ziel: 1x links und einmal rechts herum die Erde zu umsegeln und mich dabei, wie bisher, für die wissenschaftlichen und sozialen Inhalte von sail2horizons einzusetzen. Vorbei an den Ladekränen des Hafens, marschierte ich im gleißenden Licht hoher Flutlichtmasten zum Wasser. Mein Schatten tat es auch. Ich roch die See, lauschte einem fernen Rauschen das wie eine leise Stimme klang und hörte ihr gerne zu, weil sie mich wieder hinaus rief, aufs Meer.”

Ob das Projekt, das neben dem sozialen Engagement für das Projekt „Licht am Horizont e.V.“ auch die Gewinnung von wissenschaftlichen Daten für das Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) in Warnemünde liefern sollte, ist noch offen. Inzwischen fordert bereits einer der Hauptsponsoren seinen Beitrag zurück und ein weiterer Sponsor will seine Technik nur noch unter strenger Kontrolle zur Verfügung stellen. Vielleicht wird Lüchtenborgs angekündigtes Interview in der Zeitschrift Yacht ein wenig mehr Klarheit bringen, in dem er offen und ehrlich Stellung beziehen will. Er hoffe, trotz seiner Fehler und der damit ausgelösten Enttäuschung eine Chance zu erhalten, den von ihm angerichteten Schaden wieder gut zu machen und sail2horizons weiter führen zu können.

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3 Kommentare

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Ja, so einfach ist das!!
Unglaublich wie exorbitant dreist diese Type ist!
Erst betrügt er seine gutgläubigen Sponsoren in der Hoffnung, daß es wohl nicht auffällt, dann schwafelt er etwas was wie Reue klingt und erwartet, alles ist wieder so wie vorher…..
Als Fahrtensegler der in 12 Jahren fast rund um die Welt gesegelt ist kann ich nur hoffen, daß alle an dem Projekt beteiligten, Betrogene und Geschädigte, den richtigen Weg finden um diesem wiederlichen Hochstapler endlich das Handwerk zu legen.
Herr Mühle, Glashütte, hat ja schon einen hervorragenden Anfang gefunden.
Hoffentlich ziehen die Anderen nach!!!
Übrigens haben wir Bernd in 1999 mit seiner SY BEGA, die er bis heute verschwiegen hat, in der Karibik getroffen und wissen, von wem wir reden!

2

Der Herr Lüchtenborg, mit der vom Lügen immer länger werdenden Nase, hat jetzt dafür gesorgt, dass es auch für ehrliche Segler kaum noch möglich sein wird, Sponsoren zu finden.
So macht man eine ganze Szene kaputt……

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[...] Herr Lüchtenborg ist vom Vorstand aufgefordert worden, die ihm für das Projekt „Sail2horizons“ gewährte Förderung zurück zu zahlen. Hierbei handelte es sich um die von dem Verein übernommenen Kosten für seinen Internetauftritt. Diese Unterstützung war ohnehin nur zugesagt worden, soweit und solange das Unternehmen erfolgreich durchgeführt wird. Davon könne jetzt keine Rede mehr sein. (www.mediamaritim.de/blog/rekorde/barendienst-an-einer-guten-segel-idee/#more-5162) [...]


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