America´s Cup: Der Aufstand auf dem Startschiff
22.02.2010 | RegattaBeim Start des zweiten Rennens zum 33. America´s Cup gab es eine Meuterei.
Für die Beurteilung der fairen Ragattabedingungen zum America´s Cup vor Valencia lagen immer alle Erwartungen auf dem Neuseeländer Harold Bennet, dem obersten Wettfahrtleiter. Bei ihm lag die Entscheidung über Start oder Startverschiebung und so musste er alle Gegebenheiten und alle zu erwartenden Wetterbedingungen bewerten und für seine Entscheidung berücksichtigen. Dabei hatten Titelverteidiger und Heruasforderer unterschiedliche Vorstellungen, zu welchen Bedingungen ein Start erfolgen sollte und versuchten dementsprechend Einfluss auf Bennets Entscheidung zu nehmen.
Eine völlig ungewöhnliche Situation ergab sich auf dem Startschiff zur zweiten Wettfahrt, die schließlich dem Team BMW Oracle den Sieg brachte (www.mediamaritim.de/blog/regatta/bmw-oracle-racing-hat-33-america’s-cup-gewonnen). Nach einigen Startverschiebungen zur zweiten Regatta hatte sich Bennet entschlossen, am späten Nachmittag den Start zuzulassen und die Freigabe zu den entsprechenden Flaggensignalen gegebnen.
Nach Benetts Vorstellungen gab es ausreichend gute Startbedingungen mit einer perfekten Brise. „Ich hatte gute Wetterinformationen aus dem Alinghi-Team. Es war perfekt, Windvorhersagen von 8 bis 9 Knoten auf dem Kurs. Und es war wie, nun ja, let’s do it“ kommentierte Bennet die Situation.
Doch daraufhin gab es eine Meuterei an Bord, denn diejenigen Mitglieder der Wettfahrtleitung, die vom Club des Cupverteidigers, der Societé Nautique de Geneve, gestellt wurden, weigerten sich den Anweisungen des Wettfahrtleiters Harold Bennet zu folgen, weil sie offensichtlich einen Start verhindern wollten. „Als ich sagte, lasst uns das Rennen starten, hieß es aus dem SNG-Lager, dass sie sich weigern würden,“ meinte Bennet und „es gab keine Begründung, ich hörte nur hinter mir etwas davon, dass die Wellen zu hoch seien und dass die Boote beschädigt werden könnten.“ Bennet musste daraufhin seinen Schiffsführer und einen Vertreter von BMW-Oracle, der sich als Beobachter an Bord befand, zu Mitgliedern der Wettfahrtleitung erklären und sie beauftragen, die Flaggen- und Schallsignale für den Start zu geben.
Es dürfte wohl zu einem Verfahren nach Regel 69 gegen die Betroffenen kommen.



