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Bootsbau: Die Ära der Holzmasten

16.05.2017 | Bootsbau

Im modernen Mastenbau wird auch wieder Holz statt Aluminium verwendet.

Von Klaus Bartels. Aluminiumprofile haben schon lange Holzmasten abgelöst, aber neue Klebetechniken, die besondere Auswahl des Holzes sowie Wanten aus Rod oder Hightech-Fasern läuten eine neue Ära der Holzmasten ein. Der Bau moderner Holzmasten ist aufwendig und kompliziert. Die von Dipl. Ing. Juliane Hempel konstruierten Masten bewiesen allerdings in klassischen Rennyacht-Klassen ihre Überlegenheit.

Zur Zeit befinden sich sieben moderne Holzmasten nach der Konstruktion von Dipl. Ing. Juliane Hempel in Bau. Allein drei Masten bei Ventis/Brasker in Holland, zwei Masten bei Josef Martin, davon wird einer am Bodensee und einer in seiner zweiten Werft auf Fehmarn gebaut und schließlich wird ein siebenter 8er Mast für „Falcon“ in Portugal bei David Viera gebaut.

Zuvor wurden bereits sechs 8er Masten des gleichen Typs gebaut, welche sehr erfolgreich segeln. Prominentestes Beispiel ist der 8er des norwegischen Königs, schnellster 8er mit Holzmast letztes Jahr während der 8er WM vor Flensburg, zudem schlug er sogar moderne 8er und belegte einen sensationellen 5. Platz in der Gesamtwertung!

Oder der japanische 8er „Aun“, welcher schon viele erste Preise in der „Neptunklasse“ der 8er abräumen konnte. Ebenso der 8er „Anne-Sophie“, die mit Ihrem äußerst perfekt gebauten Mast besticht und ebenso schon in der Neptunklasse gewann.

Woher kommt der Boom dieser modernen Holzmasten?

In aufwendigen Konstruktionsklassen wie zum Beispiel der 100 Jahre alten Int. 8m Rennyacht-Klasse, kam Anfang der 90er Jahre der Wunsch nach leistungsfähigen Holzmasten auf. Sie sollten das Minimumgewicht der Klassenvorschrift nicht überschreiten und biegesteif sein, kurzum konkurrenzfähig zu den Aluminiumriggs.

Was unterscheidet nun einen modernen Holzmast vom Klassischen? Oder anders gefragt, was zeichnet ihn aus? Betrachtet man die Mastentwicklung der Carbonmasten zu den Aluminiummasten, fällt auf, dass diese sich nicht auf Grund von einfacherer Fertigung und Kosten gegen die Aluriggs durchsetzten – im Gegenteil, kosten sie doch je nach Ausführung nahezu das Doppelte gegenüber dem klassischen Aluminiummast, sondern einzig und allein auf Grund Ihrer besseren Eigenschaften. Sie sind steifer bei geringerem Gewicht und federn bei Belastung schneller zurück.

Um einen Holzmast mit diesen Eigenschaften auszustatten, ihn einem Alumast gegenüber sogar überlegen zu gestalten, hat der Mastkonstrukteur vier maßgebliche Parameter:
1) Profilform
2) Dimensionierung und Baumethode
3) Holzauswahl, d.h. feinste Hölzer und die Möglichkeit der Bestimmung deren Festigkeit
4) Takelung mit Rodd und Kunstfasern

Früher bestimmte ein tropfenförmiges Profil die Holzmasten, welches zum Topp hin stark verjüngt war. Dies führt zu einem relativ weichen Biegeverhalten und einer nach oben an Krümmung zunehmenden Biegekurve. Mit einem modernen Profil mit ausgeprägter Hinterkante und einer anderen Verjüngung im Topp erreicht man einen wesentlich steiferen Mast und eine Biegekurve die eher einem Kreisabschnitt entspricht.

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