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Darßer Ort: Nothafen wieder befahrbar

15.05.2017 | Hafen, Reviere, Sicherheit

Ein neues Kapitel in einer wohl endlos langen Geschichte um einen Hafen.

Nach knapp einmonatiger Bauzeit wurden die routinemäßigen Unterhaltungsbaggerungen der Fahrrinne zum Nothafen Darßer Ort für dieses Frühjahr abgeschlossen.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund hat die Zufahrt. wieder für den allgemeinen Schiffsverkehr freigegeben. Seit dem 15. März wurden ca. 32.000 Kubikmeter Sand aus der Fahrrinne entfernt. Die Kosten dafür belaufen sich auf voraussichtlich ca. 280.000 Euro. Das Baggergut musste entsprechend der naturschutzrechtlichen Genehmigung des Nationalparkamtes Vorpommern deponiert werden und durfte nicht für andere Zwecke wie beispielsweise Strandaufspülungen verwendet werden.

Eine Alternative zum Nothafen Darßer Ort ist noch nicht in Sicht. Die Gemeinde Prerow wartet auf ein Gutachten des Umweltministeriums, in dem die Beschaffenheit der Seebrücke beurteilt werden soll. Früheren Planungen zufolge soll der rund zwölf Millionen Euro teure Hafenneubau den Nothafen ersetzen. Der Bau soll bis 2019/2020 abgeschlossen sein (http://www.mediamaritim.de/blog/2015/04/28/ersatzhafen-fuer-nothafen-darsser-ort/#more-28090). Der Nothafen liegt mitten in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, die Zufahrt sandet regelmäßig zu.

Im Nothafen Darßer Ort ist, abhängig vom Grad der Versandung in der Zufahrt, der Seenotkreuzer Theo Fischer mit Tochterboot Ströper der DGzRS stationiert.

Der Hafen Barhöft, in dem Seenotkreuzer und Besatzung für die Zeiträume von Entscheidungsfindungen und Baggerarbeiten stationiert werden, ist wegen zu großen Entfernung zur extrem stark befahrenen und risikoreichen Kadetrinne sowie der wegen der komplizierteren Anfahrt längeren Fahrtzeit aus Barhöft (ca. +1 Std.), für die Seenotretter eigentlich keine Alternative zur Station Darßer Ort.

Der Nothafen darf von Fahrzeugen nur in Notfällen angelaufen werden. Gründe, die ein Anlaufen des Nothafens rechtfertigen, könnten u.a. schlechtes oder schweres Wetter, technische Probleme an Bord, gesundheitliche Probleme des Skippers etc. sein. Fahrzeuge, denen der Nothafen als Zuflucht dient, müssen den Hafen bis 09:00 Uhr an dem Tag verlassen, der dem Tag des Einlaufens folgt.

Der Darßer Ort bildet die nördlichste Landzunge der Halbinsel Darß an der Ostsee. Er liegt in Mecklenburg-Vorpommern, etwa sechs Kilometer nordwestlich des Ostseebades Prerow und elf Kilometer nordnordöstlich des Ostseebades Ahrenshoop

1962 errichtete die Nationale Volksarmee der DDR am Darßer Ort einen Manöverhafen für die Volksmarine.[2] Der gesamte Darßer Ort wurde zum Sperrgebiet erklärt und durfte nicht betreten werden. Heute liegt der Hafen Darßer Ort innerhalb des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Seine nachträgliche Benutzung als Nothafen ist wegen Versandung gefährdet, zeitweise kann der Hafen deshalb nicht angelaufen werden.

Der Darßer Ort ist durch Sand- und Sedimentablagerungen entstanden. Diese wurden durch die hauptsächlich hier vorherrschende Westströmung an der Küste der Halbinsel Fischland in den letzten gut 250–300 Jahren abgetragen und haben sich am Darßer Ort wieder abgelagert, so dass sich hier eine kleine Nehrung bilden konnte. Diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen. Auch heute kommt es am Darßer Ort zur Entstehung neuen Landes beziehungsweise der Abtrennung von Teilen der Ostsee, aktuell der Ottosee, Libbertsee und Fukareksee, und anschließender Verlandung.

Quelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

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