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Reviere im Norden: Kurs dänische Südsee

11.05.2017 | Charter/Reise, Reviere

Tipps für einen erholsamen Törn

Das Lieblingsrevier deutscher Ostseesegler ist die sogenannte dänische Südsee, das Inselmeer südlich von Fünen.

Das Revier:

Viele dänische und deutsche Yachteigner, die am Rande des dänischen Inselmeeres zu Hause sind, segeln seit 20 Jahren und mehr in diesem Teil der Ostsee, und sie entdecken immer noch etwas Neues. Die einmalige Wasserlandschaft bietet viel: große und kleine Inseln, eine Menge alter Hafenstädte und neuen Marinas sowie unzähligen Ankerplätzen.

Die „Südsee“ Dänemarks, die bei Sonnenschein und blauem Wasser tatsächlich an die richtige Südsee erinnert und irgendwann als nordisches Pendant herhalten mußte, gehört mit zu den beliebtesten Segelrevieren in der Ostsee.

Das Revier vom Kleinen Belt im Nordwesten bis zum Smalandfahrwasser im Südosten ist allerdings nichts für Meilenfresser. Bei einer guten Brise kann die Südsee an zwei Tagen durchsegelt werden, ohne dass sich die Crew besonders anstrengen muss. Das liegt zum einen an den geringen Ausmaßen, zum anderen aber auch am nordischen Sommer mit seinen langen Tagen, an denen man bis spät in den Abend segeln kann. Wer von Anfang Juni bis Mitte August im Inselmeer kreuzt, kann das nordische Sommerlicht mit seinen langen Dämmerungen und den sehr kurzen Nächten erleben. In den Wochen vor und nach der Sonnenwende am 23. Juni ist es auch im Süden Skandinaviens nur noch für ein paar Stunden dunkel. Zum Mitsommerfest an diesem Tag zünden die Dänen wie alle Skandinavier an Stränden und auf Hügeln traditionell große Feuer an, um auch die letzte Dunkelheit dieser Nacht zu vertreiben.

Navigation

Der Teil des Inselmeeres, der sich zwischen der Südküste von Fünen und der Westküste von Langeland erstreckt, gehört zur Keimzelle der Südsee.

Hier findet man eine Wasserlandschaft, die die Wünsche der Segler nach unberührter Natur genauso erfüllt wie die nach sicheren Häfen. Obwohl es zwischen den Inseln teilweise flach ist, sorgt eine gute Betonnung für eine problemlose Navigation. In einigen Bereichen wie beispielsweise zwischen den großen Inseln Aerö und Langeland oder nördlich von Lolland im Smalandfahrwasser sollte man die ausgetonnten Schiffahrtswege tunlichst nicht verlassen, da es dort teilweise sehr flach ist.

Aufgrund der vorherrschenden westliche Winde empfiehlt es sich, alle Törns so zu planen, dass man vor allen Dingen in den engen Fahrwassern nicht kreuzen muß. Zu berücksichtigen ist auch bei stärkeren Winden ein nicht unerheblicher Strom von bis zu zwei Knoten in den Engen wie dem Svendborgsund

Törntipps

Marstal: Die kleine Werftstadt am südöstlichen Ende der Insel Aero bietet einen großen sicheren Jachthafen und alle Versorgungsmöglichkeiten. Es lohnt ein Besuch des Schiffahrtsmuseums. Dort wird die Geschichte der Stadt, in der einmal 400 segelnde Handelsschiffe Seefahrerorts dargestellt, in dem einst 400 Marstal-Schoner stationiert waren. Aerösköbing: In dem Hauptort der Insel Aerö scheint die Zeit vor 150 Jahren stehen geblieben zu sein. Wer seine Yacht in einen der beiden Stadthäfen festgemacht hat, kann über uraltes Kopfsteinpflaster durch enge Gassen mit rosenbewachsenen Häusern spazieren.

  • Svendborg: Die Hafenstadt mit mehreren Sportboothäfen und einem Museumshafen im Südosten von Fünen gilt als Einkaufszentrum. Man kann mitten im Zentrum festmachen
  • Troense: Kleiner, beliebter Hafen im Svendborgsund. In seiner Nähe befindet sich das einzigen nordeuropäischen Museum für den Yachtsports.
  • Avernakö: Die Insel südlich von Fünen bietet am südöstlichen Ende einen der schönsten Ankerplätze der „Südsee“.
  • Agersö: Kleine Insel nördlich von Langeland mit einem idyllischen Hafen und einsamen Stränden.
  • Nakskov-Fjord: Der Fjord an der Südwestspitze der Insel Lolland bietet Ankerplätze an kleinen Inseln und mehrere urtümliche Häfen. Die Stadt Nakskov hat ihren einstigen Handelshafen zum Sportboothafen umfunktioniert.
  • Karrebaeksminde: Der Ferienort an der Küste von Seeland im Smalandsfahrwasser bietet zwei sichere Häfen und einen Ort mit touristischer Infrastruktur.

Charterbasen.

Große Chartebasen gibt es nicht in dem Inselmeer, aber Dänemarks schönstes Segelrevier ist fast von Charterfirmen eingekreist. Viele Crews mieten sich ihre Yacht in Deutschland und sind dann nach einem Segeltag im Inselmeer. So liegt Deutschlands größte Charterstation in der Stadt Heiligenhafen – gerade einmal 30 Meilen von der „Südsee“ entfernt.

Die Firma Yacht- und Charterzentrum Heiligenhafen bietet 80 Yachten von 31 bis 50 Fuß an, hat sicherer Parkplätze für die Autos der Charterkunden und bietet einen guten Rund-Um-Service wie zum Beispiel das Catering.

Eine 11,85 Meter lange Bavaria 38, mit sieben Kojen kostet 3850 Mark pro Woche. Wer jedoch die Südsee genauer „erforschen“ will, sollte lieber ein kleineres Boot wählen, mit dem es nicht nur einfacher ist, in der Hauptsaison freie Liegeplätze in den Marinas zu finden, sondern viele alte Häfen können auch nur mit kleinen Yachten angelaufen werden. Eine 9,85 Meter lange Bavaria 320 kostet 2650 Mark pro Woche.

Wer lieber mit einer dänischer Flagge am Heck der Yacht segelt, muß zwar etwas länger über Land anreisen, dafür ist der Weg per Boot in die Südsee aber auch kürzer. Größere Charterstützpunkte befinden sich beispielsweise in den kleinen Städten Kerteminde (Jim Söferie) und Nyborg (Nyborg Charter) an der Ostküste der Insel Fünen. Mit Kurs Süd ist man von Nyborg schon nach zehn Meilen im Inselmeer.

Für eine 13 Meter lang Elan 43 mit acht Kojen beträgt die wöchentliche Chartergebühr umgerechnet 3700 Mark. Eine 9,50 Meter lange Hallberg Rassy 31 (fünf Kojen) schlägt mit rund 2400 Mark zu Buche.

Häfen

In der Hauptsaison sind die großen, bekannten Häfen und Marinas gut belegt. Frühes Erscheinen sichert gute Plätze. Wenn es keine freien Boxen mehr gibt, muß man im Päckchen liegen. Es lohnt sich, kleine, unbekannte Häfen anzulaufen. Dort gibt es in der Regel auch am Abend noch freie Boxen. Die Hafengebühren liegen je nach Marina zwischen 80 und 120 Kronen für eine zehn Meter lange Jacht.

Wind und Wetter

Westliche Winde, oft aus Südwesten, herrschen vor. Da sie häufig von Tiefdruckgebieten ausgehen, muß mit Regen muß gerechnet werden. Der zieht jedoch meistens schnell durch. Trotzdem sollte jeder Segler gutes Ölzeug dabei haben.

Bei einer ausgeprägten Hochdrucklage, wie sie im Sommer häufig vorkommt, ist mit Ostwinden zu rechnen.

Da sich Crews auch bei stärkeren Winden eine Leeküste aussuchen können, ist Segeln nahezu immer möglich. Die Starkwind- oder Sturmhäufigkeit beträgt im dänischen Inselmeer im Juni neun, im Juli acht und im August zehn Prozent.

Literatur

„N.V. Landgangslotse“, Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft, „Auf Streifzug durch die Dänische Südsee“ von Preben Heide, Herausgeber Fyn Tour, ISBN 87-986406-1-5.

„Der große Hafenlotse“, Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft, „Sejleren´s“, dänisch-deutscher Hafenführer mit großem Serviceteil, den es kostenlos bei den Hafenmeistern gibt.

 

 

 

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