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Hausbooturlaub im Umland von Berlin

5.05.2017 | Charter/Reise, Reviere

Rundkurs in Berliner Gewässern für Haus- und Motorboote.

Wer auch mal abseits der bekannten und viel befahrenen Binnenwasserstraßen Deutschland etwas Neues kennenlernen will und idealerweise auch schon etwas Bootstourenerfahrung mitbringt, der wird auf der Berlin-Oder-Umfahrt voll auf seine Kosten kommen. Der Rundtourcharakter und die Mischung aus Großstadt Berlin mit einer in weiten Teilen ruhigen und naturbelassenen Flusslandschaft, dem polnischen Nachbarn auf der östlichen Oderseite und beeindruckende Monumente der Industriegeschichte, wie dem Schiffshebewerk Niederfinow, machen die Berlin-Oder-Umfahrt zu einem einzigartigen Törnerlebnis.

Und nicht zu vergessen die Oder selbst, deren Befahrung zwar aufgrund schwankender Wasserstände und einer flotten Strömung mehr Aufmerksamkeit als bei regulierten Flüssen erfordert, dafür werden Bootsfahrer aber durch eine weite und stille Landschaft belohnt, wie man sie sonst deutschlandweit kein weiteres Mal vorfindet. Die Strömung auf der Oder ist auch der Grund dafür, dass in der Regel die Umfahrt gegen den Uhrzeigersinn also die Oder flussabwärts befahren werden sollte. Und noch etwas zeichnet die Umfahrt aus, nämlich die zahlreiche Möglichkeiten, Abstecher in benachbarte Gewässersysteme zu unternehmen (Dahmegewässer, Spree mit Schwielochsee, polnische Oder flussaufwärts nach Breslau, die Großpolnische Schleife über die Warthe bei Küstrin, die Nationalparkregion Unteres Odertal bis Stettin, die Obere-Havel-Wasserstraße, die Ruppiner Gewässer).

Gewässerroute

Spree, Dahme, Oder-Spree-Kanal, Oder (auch genannt Stromoder), Oder-Havel-Kanal/Finowkanal, Havel. Berlin ist für viele ein idealer Startpunkt und zugleich auch einer der Höhepunkt der Tour. Die Spree führt mitten durch die Berliner Innenstadt vorbei am neuen Regierungsviertel und durch die historische Mitte der Stadt. Auf dem Oder-Spree-Kanal geht es dann aber der Berliner Stadtgrenze auf einer Strecke von 84 km durch schier endlos erscheinende Wälder in Richtung Oder. Die an der Strecke liegenden Stadt Fürstenwalde und der prädikatisierte Erholungsort Müllrose sind reizvolle Landgangziele. Bei Km 95 lohnt sich ein Abstecher auf der Spree nach Beeskow und weiter bis zum Schwielochsee. In Eisenhüttenstadt erreicht man nach Passieren der beeindruckenden Zwillingsschachtschleuse aus dem Jahre 1929 die Oder. Bevor es auf der Oder weiter flussabwärts geht, bietet sich ein Besuch dieser in den 1950er Jahren als DDR-Modellstadt auf dem Reißbrett geplante Stadt an. Unterwegs auf der Oder erwartet Sie eine weite und stille Landschaft mit nur wenigen beschaulichen Ortschafen an beiden Ufern der Oder und den attraktiven Landgangzielen Stadt Frankfurt (Oder) mit der polnischen Schwesterstadt Slubice und dem polnischen Küstrin.

Nach insgesamt 113 km Oderfahrt biegt die Tour bei Hohensaaten in westlicher Richtung auf die Oder-Havel-Wasserstraße ab. Zunächst muss die Ostschleuse Hohensaaten passiert werden. Nach etwa 13 km Fahrt durch das flache Oderbruch erreicht man den Barnim, ein eiszeitlich geprägter Höhenzug. Die 36 Meter Höhenunterschied überwindet man entweder über den Oder-Havel-Kanal mit Deutschlands größtem Schiffsfahrstuhl, dem Schiffshebewerk Niederfinow oder alternativ über den Finowkanal mit 12 Schleusen. Wer ausreichend Zeit mitbringt, sollte sich die 34 km lange Fahrt auf Deutschlands ältesten noch in Betrieb befindenden Kanal mit zahlreichen Landgangattraktionen in den Anrainerorten v.a. in der Stadt Eberswalde in Kombination mit längeren naturbelassenen Abschnitten nicht entgehen lassen. Bei km 50 stößt der Finowkanal wieder auf den Oder-Havel-Kanal. Von dort sind es noch etwa 25 km bis zum sehenswerten Oranienburg. Bis nach Berlin ist es nun nicht mehr weit. Nach weiteren 25 km Fahrt auf dem Oder-Havel-Kanal erreicht man nach Passieren der Schleuse Spandau wieder die Spree und nach etwa 16 km die Berliner Innenstadt.

Weitere Infos: www.reiseland-brandenburg.de, www.seenland-os.de.

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