Griechenland: Trotz leerer Tavernen empfehlenswert
3.08.2012 | Charter/Reise, ReviereBarbara Mohn und Wolfgang Horn segeln seit 30 Jahren in diesem Revier.
Viele fragen sich: soll ich oder soll ich nicht in Griechenland segeln. Skipper Wolfgang Horn und Bordfrau Barbara Mohn segeln seit 30 Jahren in der Ägäis und kennen das Land aus guten und aus weniger guten Zeiten. Ihr Bericht macht Mut: hinfahren lohnt sich und hilft vielleicht auch ein wenig moralisch – und pekuniär.
Die Situation in Griechenland für uns Segler. Wir segeln seit über 30 Jahren in Griechenland mit unserer Segelyacht Anahita II. In diesem Jahr sind wir ab Mitte Mai im Dodekanes, in den Kykladen und jetzt Richtung Sporaden unterwegs.
Wir kennen natürlich die vielen negativen Schlagzeilen in den deutschen Medien über Griechenland. Viele unserer Freunde haben uns gefragt, ob man in Griechenland überhaupt noch Urlaub machen kann, wie verhalten sich die Griechen uns Deutschen gegenüber? Wir können nur sagen, es hat sich wirklich nichts geändert! In den Küstenregionen und auf den Inseln nimmt das Leben seinen gewohnten, beschaulichen Lauf! Die Griechen empfangen uns nach wie vor als ihre gern gesehenen Gäste.
Als wir Mitte Mai in die Kykladen gestartet sind, waren die Gassen und Tavernen weniger besucht als sonst. Die Souvenirläden waren gut gefüllt aber es fehlten die Kunden. Die Preise in den Tavernen haben, wenn überhaupt, nur gering angezogen. Lediglich die früher bei uns so beliebte Piratenbar auf der Insel Paros nahm für einen Cocktail, egal welcher Art, 8 Euro. Dafür waren und blieben wir auch die einzigen Gäste.
Das Verhalten der Hafenpolizei ist wie bisher, ab und zu wird man zur Kasse gebeten. Wie immer viele Stempel, viel Bürokratie, viel Rechnerei für relativ geringe Liegegebühren.
Zum Thema Streiks: Gestreikt wird in Griechenland alle Nase lang. Mal ist es die Müllabfuhr, mal sind es die Taxifahrer, die Banken, der öffentliche Dienst, die Busse, die Fähren und auch schon mal die Bäcker. Das ist normal und früher hat das niemand interessiert. Seit der Krise wird darüber in den Medien berichtet, im Grunde ist alles wie eh und je. Also völlig normal und auf den Insel streikt kein Mensch.
In der Zwischenzeit sind mehr Touristen und Segler unterwegs aber trotzdem noch etwas verhaltener als in den vergangenen Jahren.
Fazit: Es gibt wirklich keinen Grund, nicht nach Griechenland zu fahren! Die Griechen wissen sehr wohl, wer sie in diese missliche, finanzielle Lage gebracht hat, auf jeden Fall nicht wir Ausländer!
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Und als Einstimmung auf das Revier und auf eine Segelcharter gibt es die Chartererfahrungen einer Profiseglerin.
Welche Erfahrungen man beim Charter machen kann, schildert die Profiseglerin Silke Eggert in ihrem Buch „Wasser im Schiff – und andere Segelgeschichten“. Dieses Handbuch für Chartercrews und Yachtskipper ist ein Lese- und Lehrbuch
gleichermaßen. Mit diesem Buch gibt Silke Eggert Tipps an die Hand, damit aus einem Charterurlaub kein Alptraum wird, sondern die schönsten Wochen des Jahres. Dabei ist das Handbuch als Lesebuch angelegt. Es bringt Spaß, die „Segelabenteuer“ von Silke Eggert zu lesen. Durch kurzgefasste Resümees am Ende jedes Kapitels kann jeder schnell feststellen, was die Autorin in ihren authentischen Geschichten falsch oder richtig gemacht hat.
„Wasser im Schiff“ ist in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Deutscher Yacht-Charterunternehmer (VDC) entstanden und zu einem Lehrbuch der neuen Art geworden: lesen und dabei viel dazulernen. Natürlich finden auch alte Salznacken den einen oder anderen wichtigen Tipp von der Autorin, denn sie hat zehntausende Meilen abgesegelt und dabei auch bisher viermal den Atlantik überquert.
Silke Eggert: „Wasser im Schiff“, 120 Seiten, 4-farbig, Format 16 x 19 cm, ISBN 3-934919-04-9, EUR 13,20, im Buchhandel oder bei www.mediamaritim.de/shop
Unsere Empfehlung aus dem maritimen Antiquariat:
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Griechenland: Häfen und Ankerplätze (1). Der Kenner des Mittelmeeres, Gerd Radspieler, hat mit dieser zweiten Auflage seiner Revierbeschreibungen des westlichen Teils der griechischen Küsten die Reviere von Korfu bis zum östlichen Peleponnes noch einmal neu überarbeitet. Das Revier zwischen den Ionischen Inseln und der Attikaküste ist zu einem beliebten Reiseziel für Sportbootfahrer geworden. Der Autor startet mit diesem Band 1 über griechische Gewässer eine Serie zu den besten Ankerplätzen oder Marinas am griechischen Festland und den zahlreichen Inseln.
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