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Türkei: Probleme bei Bluecard-Einführung 2012

24.02.2012 | Reviere, Umwelt

Das Entsorgungssystem ist noch nicht voll funktionsfähig.

Von Udo Hinnerkopf. Das Blue-Card-System soll in diesem Jahr auf die gesamte Küstenregion zwischen Güllük Golf und Fethiye Golf ausgeweitet werden. Müll und Abwässer sollen bei speziellen Müllschiffen und Abgabe- und Absaugstationen an der Küste entsorgt werden (www.mediamaritim.de/blog/2011/12/16/turkei-blue-card-wird-pflicht/#more-14988). Schaut man genau hin, scheint dies ein kaum zu realisierendes Vorhaben zu sein Beispielsweise gibt es an der Guletpier in dem stark frequentierten Hafen von Bodrum und am Gulet-Schwimmsteg bis jetzt keine einzige Absaugstation.

Dennoch soll es in diesem Jahr angeblich nun doch ernst werden mit dem Mavikart-System (auch Blue Card) in der gesamten Küstenregion des Bezirks Mugla, also zwischen Güllük nordwestlich von Bodrum einschließlich Marmaris und Fethiye mit den dazwischen liegenden Golfen und Buchten. Bei jedem Grauwasser-Absaugen und Müllentsorgen muss der Schiffsführer die Mavikart vorweisen, damit das Ereignis elektronisch bestätigt werden kann.

Text:

1. All ships travelling on the marine and coasts of Mugla Province are obliged to hand over their wastes born from their normal facility to a waste accepting ship or installation licensed by Ministry of Forestry and Environment.

2. It’s obligatory to show this cetificate at any control. Otherwise fining and other legal procedures will be applied according to 2872 numbered Environmental Law.

3. 73/78 MARPOL Convention articles provisions are reserved.

In dem kleinen Folder, in dem die Blue Card eingesteckt ist, sind alle Stationen mit Telefonnummern zwischen Bodrum und Fethiye aufgeführt, die Auskunft zum Blue Card System geben können.

Kommentar:

Die Behörden und die Umweltorganisation haben es noch nicht geschafft eine reibungslos funktionierende Lösung zu entwickeln und durchzusetzen. Ein Verbot von Spül- und Duschmitteln kann nicht die Lösung sein. Die Abpumppflicht für kleine Yachten unter 15 Meter auch nicht – diese Boote haben keinen Platz für Grauwassertanks unter den Bodenbrettern.

Ein nervöser Bootseigner fragt: “Absaugen und Nachweis per elektronischer Karte ist ja schön und gut. Nur, wie stellt man sich das vor? Muss ich nun alle zwei Tage zum Absaugen nach Marmaris oder Göcek oder Bodrum zurück? Das würde den Törnradius auf ein paar wenige Seemeilen vom Startort begrenzen. Und die Häfen und Marinas weit über ihre Aufnahmefähigkeit belasten.

Absaugstationen gibt es bisher nur in den Marinas und Häfen rund um Göcek und Fethiye, aber nicht an den Piers in Datça Bozburun und Bodrum. In der Milta Marina ist eine einzige Pumpe in der überfrequentierten Ecke bei der Tankstelle installiert. Wie soll das alles funktionieren, wenn die Hafenmeister keine Transitlogs mehr ausstellen weil kein Abpumpnachweis vorgelegt werden kann?”

Die Situation ist brenzlig, weil die Buchten in den Hochsommermonaten mehr und mehr belastet werden, nicht nur durch unmittelbares Abpumpen von Spül- und Duschabwasser in die Bucht, sondern auch und vor allem durch Verklappen der Tanks weiter draußen auf See. Der Wind treibt dann oft ganze Blasenteppiche mal hier hin, mal dort hin, wenn er ungünstig steht auch direkt in die Buchten.

Eine Crew war in diesem Sommer im Ionischen Meer unterwegs. Bei der Yacht, die sie gechartert hatten konnten die Fäkalien nicht in die vorhandenen Tanks gepumpt werden – die Ventile waren blockiert, es gab nur einen Weg: direkt nach draußen! “Die Türken”, stellte ein Crewmitglied fest, “sind wenigstens problembewusst!”- Fäkalientanks sind tatsächlich schon seit Anfang der 90er Jahre Pflicht. Zum Thema Wasch- und Duschmittel wird es – Inshallah – auch irgendwann eine Lösung geben, die dann hoffentlich auch beispielhaft für andere Regionen sein wird.

In der Zwischenzeit sollten wir selbst aktiv werden und das Meer so gut es geht entlasten. Sprich nicht jeden Tag mit Schaumwolken duschen und die Haare waschen, und das Geschirrspülwasser nicht schon in der Bucht ablassen, sondern erst draußen vor der Küste auf hoher See. Es gibt Produkte die keine Tenside enthalten und umweltfreundlich in der Verwendung sind.

Quelle: www.insidersegeln.de

Mehr Informationen zu türkischen Revieren und zu Chartermöglichkeiten erhalten Sie beim Türkei-Spezialisten Udo Hinnerkopf: www.insidersegeln.de/ Ob Sie eine Törnroute planen, eine Charteryacht buchen, einen Oneway-Törn planen, auf einer Gulet anheuern oder sich eine Tirhandil bauen lassen wollen, ob Ihre Yacht in einer Marina oder an Land überwintern soll oder ob Sie einen Törn durch die schönsten Buchten planen – zu allen Fragen finden Sie bei Udo Hinnerkopf die fachkundige Antwort.

Und als Einstimmung auf das Revier und auf eine Segelcharter gibt es die Chartererfahrungen einer Profiseglerin.

Welche Erfahrungen man beim Charter machen kann, schildert die Profiseglerin Silke Eggert in ihrem Buch „Wasser im Schiff – und andere Segelgeschichten“. Dieses Handbuch für Chartercrews und Yachtskipper ist ein Lese- und Lehrbuch gleichermaßen. Mit diesem Buch gibt Silke Eggert Tipps an die Hand, damit aus einem Charterurlaub kein Alptraum wird, sondern die schönsten Wochen des Jahres. Dabei ist das Handbuch als Lesebuch angelegt. Es bringt Spaß, die „Segelabenteuer“ von Silke Eggert zu lesen. Durch kurzgefasste Resümees am Ende jedes Kapitels kann jeder schnell feststellen, was die Autorin in ihren authentischen Geschichten falsch oder richtig gemacht hat.

„Wasser im Schiff“ ist in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Deutscher Yacht-Charterunternehmer (VDC) entstanden und zu einem Lehrbuch der neuen Art geworden: lesen und dabei viel dazulernen. Natürlich finden auch alte Salznacken den einen oder anderen wichtigen Tipp von der Autorin, denn sie hat zehntausende Meilen abgesegelt und dabei auch bisher viermal den Atlantik überquert.

Silke Eggert: „Wasser im Schiff“, 120 Seiten, 4-farbig, Format 16 x 19 cm, ISBN 3-934919-04-9, EUR 13,20, im Buchhandel oder bei www.mediamaritim.de/shop

Unsere Empfehlung aus dem maritimen Antiquariat:

Türkische Küste aus der Luft [Ant.PK001]. Häfen, Buchten, Ankerplätze. Bekannte und versteckte Plätze an einer der abwechslungsreichsten Küstenlinie am Mittemeer.
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Ein Kommentar

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[...] mehr aus, wenn nicht der Nachweis der Tankabsaugung über die Bluecard nachgewiesen wird (www.mediamaritim.de/blog/2012/02/24/turkei-probleme-bei-bluecard-einfuhrung-2012/#more-15742). Clevere Skipper fahren deshalb zu den Absaugstationen von Turmepa oder in den Marinas und lassen [...]


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