Bootsbau: Trend zum Designer-Ausbau
8.01.2012 | BootsbauAusbau von Yachten mit dunklem Teak und klotzigen Möbeln nur noch selten.
Hanse-Yachten beispielsweise präsentieren sich mit hellen Flächen, klaren Linien und einer eher spartanischen Einrichtung, die der ehemalige Werftchef Michael Schmidt immer als „minimalistisches Design“ bezeichnet hat. Der Stil des Hanse-Yachten-Interieurs ist allerdings keine Erfindung der Greifswalder. Vielmehr war es Lucca Bassani, Chef der italienischen Wally-Werft mit Sitz in Monaco, der bereits Mitte der neunziger Jahre Segelyachten baute, die die überwiegend konservative Yachtbranche durch ihre schlichte Funktionalität verblüffte. Bassanis erste Wallys sind trotz ihren Längen von rund 20 Metern als so genannte Daysailer ausgelegt. Die Greifswalder Werft ließ Bassanis Idee weiterentwickeln. Sie beauftragten die Hamburger Innenarchitektin Birgit Schnaase minimalistisches Design auf dem Wasser bewohnbar zu machen.
Birgit Schnaase arbeitete lange als Interieur-Designerin in der Superyachtbranche. In ihrem Hamburger Büro hatte man jedoch erkannt, dass sich auch bei Eignern von kleineren Yachten ein Bedürfnis nach frischem, funktionellen Design entwickelt.
Werften wie Conyplex in Holland, die unter Deck jahrzehntelang traditionelle maritime Einrichtungskonzepte mit dunklen, klobig wirkenden Edelholzmöbeln anbot, beauftragte die Hamburger Designerin. Sie löste die klassischen Bereiche wie Pantry, Salon und Navigationsecke auf und schuf so etwas wie ein maritimes Appartement.
Yachtdesign der neuen Art, so wie es auf der Wally seinen Anfang nahm, beginnt sich in immer mehr als konservativ bekannte Werften zu verbreiten. Die schwedische Najad-Werft ließ beispielsweise das Interieur ihre neuen, 10,90 Meter langen Najad 355 vom britischen Spitzendesigner Dick Young gestalten. Andere Yachtwerften setzen sogar auf Designerbüros wie Stile Bretone und Pininfarina, die sich bisher eher einen Namen für ihre Autokarosserien gemacht hatten. So gestaltete Pininfarina Segelyachten des französischen Beneteau-Konzerns und die Designer von Bertone sorgten dafür, dass die neue Etap 46 aus Belgien mit einem prestigeträchtigen Innovationspreis europäischer Segelzeitschriften ausgezeichnet wurde. Kein Wunder, denn die Etap-Werft heuerte zusätzlich den Stardesigner Phillip stark für die Gestaltung des kleinen Badezimmers der 14,46 Meter langen Yacht an.





