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Segeln im Ausland: Roaming-Gebühren sinken

3.07.2011 | Ausrüstung, Charter/Reise, Reviere

Grundproblem des mangelnden Wettbewerbs noch nicht behoben.

Wer im Urlaub nicht auf den Draht nach hause verzichten möchte, sollte sich genau über die Kosten informieren. Für alle, die mit ihrem Schiff oder der Charteryacht im Ausland unterwegs sind hagelt es kräftig Roaminggebühren beim Telefonieren. Noch mehr gilt das für das mobile Surfen im Internet. Ganz teuer kann’s werden, wenn im Ausland Smartphones benutzt werden. Für die ist oft eine Datenflatrate gebucht, die aber nur im Inland gilt. Wird die Datenroaming-Funktion unterwegs nicht rechtzeitig deaktiviert, kann es später zu bösen finanziellen Überraschungen kommen. Der Tarifdschungel ist undurchschaubar. Mit dem Verzicht auf Datenroaming verzichtet man aber leider auch auf die vielen Vorzüge der mobilen Daten.

Aber es gibt gute Nachrichten: Per EU-Richtlinie wurden die Mobilfunk-Provider dazu verdonnert, Tarifklarheit zu schaffen und die unrealistisch hohen Roaming-Aufschläge drastisch nach unten zu korrigieren. Zum 1. Juli sinken die Roaming-Gebühren fürs Telefonieren im Ausland weiter – auf maximal 35 Cent für ausgehende und elf Cent für eingehende Anrufe. Der Empfang von Voicemail-Nachrichten kostet nichts. Zudem sinkt die zulässige Preisobergrenze für Datenroaming von bisher 80 Cent auf 50 Cent pro Megabyte, teilt die Europäische Kommission am 30. Juni mit.

Dies ist die letzte einer ganzen Serie von Preissenkungen entsprechend der derzeit geltenden EU-Roamingverordnung, die im Juni 2012 ausläuft. Nun müssen die nationalen Telekom-Regulierer dafür sorgen, dass die Mobiltelefonanbieter die neuen Vorschriften über das Datenroaming und die Preissenkungen für Sprachanrufe einhalten. Bei Problemen oder Fragen in Bezug auf die neuen Höchstpreise können sich die Verbraucher an die nationale Regulierungsbehörde des Mitgliedstaats wenden, in dem ihr Mobilfunkbetreiber niedergelassen ist, hieß es.

Einem Kommissionsbericht aus dem letztem Jahr zufolge führen die Regeln nur für den vorgeschriebenen Zeitraum zu niedrigeren Roamingpreisen, das Grundproblem des mangelnden Wettbewerbs auf den Roamingmärkten sei aber nicht behoben. Deshalb wird die Kommission neue Vorschläge für langfristige Regeln vorlegen, hieß es.

Einige Anbieter haben bereits reagiert und bieten neue Tarifmodelle an. t-mobile bietet pünklich zum Sommer mit „travel&surf“ einen neuen Auslands-Datentarif an. Dieser gilt innerhalb der EU-Länder sowie in Kroatien. Von EUR 1,95/Tag/10mb bis EUR 14,95/Woche-flat bekommt der User volle Kostenkontrolle zum akzeptablen Preis.

Vodafone steht da nicht nach und hält ihr „ReiseFlat data“ dagegen. Für monatlich EUR 4,95 Zusatzgebühr wird die jeweils gebuchte Datenoption auf alle 22 weltweiten Vodafone-Netze erweitert. Hat man also daheim eine DatenFlat gebucht, wird diese im Ausland auch zur DatenFlat, solange man sich in einem Vodafone-Netz angemeldet hat. Nicht schlecht.

Fonic und Lidl Mobile bieten ihren Kunden preiswerte Möglichkeiten, während des Urlaubs im Ausland nach Hause zu telefonieren. Außerdem gibt es einen EU-Internet-Tarif für drei Euro am Tag.

Fonic umgeht die Roaming-Kosten, die bei Handy-Telefonaten im Ausland anfallen, mit einem Trick. Der Tarif nennt sich „Fonic Home Call“ und steht ab sofort jedem Kunden zur Verfügung. So funktioniert er: Die Fonic-Kunden bekommen bei ihrer Ankunft im Urlaubsland eine SMS mit einer kostenlosen 0800-Nummer, die sie vom lokalen Festnetz anrufen, um einen persönlichen Zugangscode zu erhalten. Damit kann der Kunde nun von einem Festnetztelefon (nicht von seinem Handy) für neun Cent pro Minute ins deutsche Festnetz und für 29 Cent ins deutsche Mobilfunknetz telefonieren. Die Kosten für diese Telefonate werden zur Fonic-Rechnung addiert. Das Angebot gilt für folgende Länder: Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kanada, Kroatien, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, USA, Zypern und die Schweiz. Anrufe vom Handy innerhalb der EU kosten weiterhin 41 Cent pro Minute.

Abroadband, eine neue Tochterfirma der Telekom Austria Group, richtet sich an Vielreisende und bietet mit einer SIM-Karte ohne zeitliche Bindung in 50 Ländern Europas und der Welt einen Einheitstarif von 59 Cent pro Megabyte – sicherlich noch immer zu viel für Konsumenten, die auch im Ausland nicht ohne YouTube-Videos und Musikstreaming auskommen, aber dennoch genug für E-Mails und Onlinebanking, ohne mit der nächsten Mobilfunkrechnung einen Kostenschock erleben zu müssen.

Der türkische Marktführer Türkcell baut mit der in Köln gegründeten Tochtergesellschaft Türkcell Europe seine Mobilfunkdienste in Deutschland und acht weiteren europäischen Ländern aus. Seit April werden Türkcell-Angebote angeblich in über 1200 Läden in Deutschland vertrieben. Für 9 Cent pro Minute kann man in deutsche Netze und die Türkei telefonieren. Bei Nutzung der SIM-Karte im Türkcell-Netz in der Türkei entfallen Roaming-Gebühren. Türkcell hat neben Laufzeitverträgen auch Flatrates, Prepaid-Paketen sowie Tarife für mobiles Internet im Angebot. Die erforderlichen Kapazitäten mietet Türkcell im Netz der Telekom an. Mehr dazu unter www.insidersegeln.de/Tipps/TurkcellinBRD.php

Wenn auch Wetterinfos, Navi-Tools, Blogs von unterwegs, E-Mails, oder auch mal einfach im Internet surfen wie daheim jetzt kostengünstiger möglich sind, lohnt sich dennoch ein genauer Vergleich der Anbieter, wie beeispielsweise unter www.verivox.de/ratgeber/roaming-gebuehren-25324.aspx, um nicht voll in die Gebührenfalle zu tappen. Auch das Nutzen eines zweiten Anbieters als dem gewohnten für das Auslandstelefonat kann sinnvoll sein.

Ganz sorglos werden sollte man aber dennoch nicht: Die Flat-Rates gelten eben nicht für alle Länder. Teuer kann es zum Beispiel auch in Griechenland werden, wenn sich das Mobilgerät ohne Vorwarnung in das albanische oder türkische Netz einbucht…

Quelle:
www.master-yachting.de/

http://ec.europa.eu

www.insidersegeln.de/

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4 Kommentare

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Toll, dass hier regelmaessig gepostet wird.

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[…] die Zukunft ganz interessant ist, dass LTE im Ausland nicht gehen soll (via mobileslte). Für Segler im Ausland gelten die Preise natürlich […]

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[…] Auch fürs Daten- Roaming ( … >> computerbild.de Fonic umgeht die Roaming – … >> mediamaritim.de Für alle, die mit ihrem Schiff … >> Natürlich ist es von Anbieter zu Anbieter […]

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[…] innerhalb der EU maximal 83 Cent pro Megabyte für übertragene Daten in Rechnung stellen (www.mediamaritim.de/blog/2011/07/03/segeln-im-ausland-roaming-gebuhren-sinken/#more-12698). Außerhalb der EU jedoch – und dazu gehört beispielsweise die Türkei – wird […]


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