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Hamburger Schüler forschen auf See

29.08.2010 | Allgemein

Meereswettbewerb “Forschen auf See” an Bord der ALDEBARAN.

Trotz Windstärken bis über 40 Knoten (knapp 80 km/h) ist das Hamburger Forscherteam auf der ALDEBARAN im Nordostseekanal aktiv, um die biologische Vielfalt der Algen zwischen Nord- und Ostsee zu vergleichen. Skipper Martin Kramp hat die Route rechtzeitig so ausgewählt, dass trotz der stürmischen Wetterbedingungen das Team an Bord gut arbeiten kann.

Im Rahmen des Meereswettbewerbs kam mit dem Hamburger Team vom Gymnasium Farmsen eine völlig neue Generation klimawissenschaftlicher Instrumente zum Einsatz: Mit dem OceanoScientific® Kit werden vollautomatisch stündlich ozeanografische und meteorologische Daten an Bord erfasst und über Satellit in das Messnetz des französischen Wetterdienstes eingespeist und sind damit international für alle Wissenschaftler verfügbar. Das System wurde insbesondere für Regattasegelyachten entwickelt, die regelmäßig Ozeanrennen südlich und zwischen den kontinentalen Kaps von Südamerika, Afrika und Australien bestreiten. Daten aus dieser Gegend rund um die Antarktis sind für die Klimaforschung von allerhöchster Bedeutung, die Anzahl geeigneter Plattformen ist dort abseits regulärer Schifffahrtsrouten jedoch stark begrenzt.  Bojen und Satelliten können diese Aufgaben nur teilweise erfüllen.

Dieses sogenannte OceanoScientific® Programme wurde mit Hilfe internationaler wissenschaftlicher Partner entwickelt. Neben den französischen Instituten IFREMER, INSU-CNRS, Météo-France und CNES spielt neben der europäischen Raumfahrtagentur ESA insbesondere das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel (IFM-GEOMAR) eine tragende Rolle. Kürzlich bestätigte auch die Universität in Maine, USA, ihre wissenschaftliche Partnerschaft.

Seit dem 5. Juni 1992 ist das Medien- und Forschungsschiff ALDEBARAN der gleichnamigen Organisation für Umweltkommunikation aus Hamburg als neutrales „Sprachrohr für die Meere“ unterwegs. An Bord der ALDEBARAN begegnen sich Wissenschaftler und Journalisten – sie sitzen sozusagen “im gleichen Boot” und tauschen Informationen aus. Gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und komplexe Themen verständlich aufzubereiten, ist wichtig. Denn „die Meere und Ozeane sind der wichtigste und vielfältigste, aber auch gleichzeitig der unbekannteste Lebensraum auf dem blauen Planeten Erde“ erklärt Frank Schweikert, Initiator und Manager des 14 Meter langen segelnden Multimediaschiffes.

Die Einsatzgebiete der ALDEBARAN sind seit 1992 die europäischen Küsten, von der Ost- und Nordsee über das Mittelmeer bis hin zu den Kanaren. Die hochseetaugliche ALDEBARAN kann jedoch theoretisch weltweit eingesetzt werden. Speizalrevier sind die Küstengebiete als Kinderstube der Fische und der Erholungsraum vieler Menschen – ein ökologisch hochsensibler Bereich von höchster wirtschaftlicher Bedeutung. Durch ihren geringen Tiefgang von nur einem Meter bietet die ALDEBARAN die ideale Plattform für Forschungsarbeiten und auch Medienreportagen in diesem Fahrtgebiet. Die Forschungsergebnisse werden in Kooperation mit etablierten Institutionen und Universitäten erarbeitet. Dazu verfügt die ALDEBARAN über ein komplett ausgestattetes Labor zur Untersuchung von Plankton- und Bodenproben.

Mehr unter: www.aldebaran.org

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