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Drettmann: Rückenwind für Yachten aus Bremen

26.08.2010 | Allgemein

Laufendes Insolvenzeröffnungsverfahren in positivem Licht.

Seit 40 Jahren steht die Drettmann-Group nach eigenen Angaben für einen überaus erfolgreichen Yacht-Neubau und spezialisierten Verkauf von Gebraucht-Yachten. Mit der
weltweiten Wirtschaftskrise brachen zeitgleich beide bis dato gut aufeinander abgestimmten Unternehmensfelder ein – die Folge war das Ende Mai eingeleitete Insolvenzeröffnungsverfahren. Nun steuert das Bremer Unternehmen mit Sitz am Hemelinger Weserhafen wieder ruhigere Gewässer an.

Positive Signale senden sowohl der Markt mit zahlreichen Verkäufen als auch das Interesse gleich mehrerer Investoren. Denn der Ruf der Drettmann GmbH hat in den letzten Monaten nur wenig gelitten: „Die Qualitäten unserer eigenen Yacht-Linien und auch das einmalige Drettmann-Refit-Programm haben im Markt großes Renommee“, gibt das Unternehmer-Paar Albert und Claudia Drettmann als einen wichtigen Grund an.

Keine Scheu auch bei Rennfahrer Ralf Schumacher. Der Yacht-Fan hat jetzt trotz des Insolvenzeröffnungsverfahrens erneut bei Drettmann gekauft: Eine „Bandido 75“ aus der Bremer Serie findet ihren neuen Liegeplatz vor Saint Tropez. Mit dem DTM- und Formel 1-Fahrer sind Ehepaar Drettmann auch freundschaftlich verbandelt. „Nur gibt es in der jetzigen Situation keine Verkäufe zu Preisen, die Freundschaften beenden könnten“, damit unterstreicht Albert Drettmann, dass weiterhin marktübliche Preise erzielt
werden.

Verkauf an Gebraucht-Yachten nimmt deutlich an Fahrt auf, mit steigendem Erfolg. Die Zahl der verkauften Gebraucht-Yachten stieg in den letzten Wochen kontinuierlich an. „Die Qualität unseres speziellen Refit-Programms ist bundes- und europaweit bekannt“, so Albert Drettmann. Eine Tatsache, die auch der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Edgar Grönda, unterstreicht: „Wir haben in dieser schwierigen Phase den Vorteil, absolute Qualitätsprodukte anbieten zu können. Die eingetretene Situation ist nicht die unmittelbare Folge von Missmanagement, sondern in erster Linie auf die weltweite Wirtschaftskrise zurück zu führen.“

Und nicht nur in Bremen-Hemelingen werden derzeit die Yachten nachgefragt, sondern auch weiterhin am Drettmann-Stützpunkt auf Mallorca.

Neuaufträge können derzeit allerdings nicht verzeichnet werden: „Jede unserer Yachten ist ein Unikat, wird speziell nach den Wünschen der Kunden gestaltet und eingerichtet“, so Claudia Drettmann. So vergehen zwischen Bestellung und Auslieferung eines Neubaus zwischen ein und drei Jahre. In der jetzigen Situation sind Neuaufträge deshalb nicht umsetzbar.

Dass es künftig wieder Neubauten „made in Bremen-Hemelingen“ geben soll, liegt auch am Interesse von Investoren beziehungsweise Investorengruppen: „Wir führen derzeit unterschiedliche Gespräche und können diese auf deutsch führen“, umschreibt Edgar Grönda die Herkunft der möglichen Investoren.

Die hochmodernen, erst im November 2006 eröffneten, Einrichtungen, der Drettmann-Group am Arberger Hafendamm sollen im Falle einer Einigung mit
Investoren auch in Zukunft als Standort dienen. Auf einen festen Zeitpunkt für eine endgültige Einigung mit einem Investor möchte man sich indes nicht festlegen. „Derzeit ermitteln wir zudem, wie gegebenenfalls auch ohne einen Investor der Geschäftsbetrieb nach Insolvenzeröffnung fortgeführt werden kann und stehen diesbezüglich auch mit den finanzierenden Banken der Drettmann GmbH in Kontakt“, so Edgar Grönda.

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