Neues deutsches Segelteam steigt ein
25.08.2010 | AllgemeinAudi Sailing Team Germany startet bei Extreme 40-Regatta in Kiel.
Das ist eine faustdicke Überraschung: In buchstäblich letzter Minute hat sich ein neues deutsches Team unter der Leitung von Skipper Johannes Polgar – Starboot-Europameister aus Hamburg – in das Teilnehmerfeld der Extreme Sailing Series in Kiel vom 26. bis 29. August auf der Kieler Innenförde geschoben. Das Audi Sailing Team Germany tritt erstmals und sehr spontan in der europaweit ausgetragenen Regattaserie in Kiel an. „Das ist eine ganz tolle Veranstaltung und die Windvorhersage ist der Hammer,“ freut sich „Jojo“ Polgar. Das findet auch Wirsol-Skipper Roland Gäbler und wünscht „ den Jungs, dass sie das heil über die Runden kommen.“
Nur Stunden vor Beginn des viertägigen Events, zu dem neun hochkarätige, internationale Crews gemeldet haben, bekam das Audi Sailing Team Germany quasi eine Wildcard. Skipper wird Johannes Polgar, 2008 Olympia-Achter im Tornado-Katamaran und aktuell Starboot-Europameister. Mit an Bord gehen sein Vorschoter Markus Koy (beide Hamburg) und der Lübecker Timo Jacobs (ebenfalls Star) sowie 49er-Segler Lorenz Huber aus München und Lokalmatador Heiko Kröger, 2.4 mR-Goldmedaillengewinner der Paralympics 2000.
Damit dürfte die dritte Auflage der Extreme Sailing Series in Kiel vom 26. bis 29. August 2010 atemberaubend zu werden. Nicht nur wegen der hochkarätigen Besetzung des Starfeldes, sondern auch die Windvorhersage verspricht spektakuläre Regatten auf der Innenförde. Schon am Donnerstag zum ersten Wettfahrttag ab 14.30 Uhr kündigt die Windvorhersage 16 bis 19 Knoten Windgeschwindigkeit mit Böen bis 34 Knoten aus südwestlichen Richtungen an. Soll heißen – es „pustet“ richtig mit durchschnittlich rund 30 km/h über der Förde und kann in Böen bis 55 km/h schnell werden. Eine echte Herausforderung für die neun teilnehmenden Teams aus ganz Europa.
Insgesamt neun Teams werden von Donnerstag bis Sonntag jeden Tag ab 14.30 Uhr ihr Wettfahrtprogramm auf der Innenförde segeln. Schon eine halbe Stunde zuvor beginnt die Parade der Boote, die mit Top-Profi-Seglern wie der französischen Katamaran-Legende Loick Peyron oder dem deutschen Pendant Roland Gäbler vom Wirsol Team Germany besetzt sind.
Das Regattadorf entlang der Kiellinie öffnet bereits ab 11 Uhr. Dort präsentieren sich sowohl die Teamsponsoren, als auch etliche weitere Aussteller und das kulinarische Angebot reicht von maritimen Delikatessen bis zu kräftigen Steaks.
Eigens für „Sehleute“ wird wieder eine Tribüne direkt am Hauptsteg aufgebaut, grundsätzlich steht die gesamte Uferlinie als natürliche Tribüne bereit und bietet beste Aussichten auf das Regattafeld. Der Clou: Wie in den Vorjahren wird jede einzelne der Wettfahrten kommentiert, erläutert und das gesamte Procedere erklärt. Der Segelexperte Andre Keil (Schwerin), der auch in den vergangenen Jahren Segler und Zuschauer vom Start bis zu den Zieldurchgängen pfiffig und präzise begleitete, hat sich 2010 Verstärkung geholt: Deutschlands erfolgreichste Seglerin Ulrike Schümann greift am Samstag und Sonntag ebenfalls zum Mikrofon. Die dreimalige Vize-Weltmeisterin und Olympiavierte von 2008 reist eigens aus Berlin an.
Direkt vor der Kiellinie liegen die eindrucksvollen Extreme 40 zwischen den Regatten und verpassen dem Ufer damit eine bunte und ungewöhnliche Ansicht. Jeden Abend gegen 18.30 Uhr ist eine Tages-Siegerehrung vorgesehen. Axel Bauerdorf, Organisationschef bei KIEL.SAILING CITY: „Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgeht am Donnerstag. Kiel ist bestens vorbereitet auf die Boote, die Teams aus aller Welt und auf viele Zuschauer.“
„Action, Dramatik und Hochspannung sind garantiert. Wir wollen dieses Regattahighlight nutzen, um uns vor heimischem Publikum zu präsentieren“, erklärt Oliver Schwall, Geschäftsführer des Sailing Team Germany, „und die krasse Außenseiterrolle gefällt uns dabei auch.“ Der ehemalige Tornado-Weltmeister fungiert als Ad-hoc-Teamchef und betont: „Der spontane Einsatz wurde nur möglich, weil durch die überraschende Absage eines ausländischen Teams ein konkurrenzfähiger Extreme 40 zur Verfügung steht. Diese einmalige Gelegenheit haben wir beim Schopfe gepackt, ohne dabei unseren Fokus zu verändern.“ Das Audi Sailing Team Germany ist eine Initiative des Deutschen Segler-Verbandes (DSV), führender deutscher Segelclubs sowie zahlreicher Privatpersonen aus Wirtschaft und Sport. Mit der AUDI AG als Hauptpartner soll das Hochleistungssegeln in Deutschland nachhaltig gefördert werden, um zu einer der erfolgreichsten Segelnationen der Welt zu werden.
Die Extreme Sailing Series™ ist eine fünfteilige Profi-Regattaserie auf 40 Fuß (gut zwölf Meter) langen, baugleichen Rennkatamaranen. Mit 100 Quadratmetern Segelfläche am Wind und einem 78-Quadratmeter-Gennaker bei einer Masthöhe von 19 Metern sind die acht Meter breiten, 1.250 Kilogramm leichten Zweirümpfer ausgereizte Hightech-Sportgeräte. Geschwindigkeiten von mehr als 40 Knoten (rund 70 km/h) direkt unter Land sorgen stets für ein hohes Zuschauer- und Medieninteresse. „Das Boot ist nicht so einfach zu segeln. Es verlangt eine Kombination aus segeltechnischem Know-how, Kraft und ungeheurem Bootsgefühl“, so Schwall.
Selbst Topsegler wie Roman Hagara, zweifacher Olympia-Goldmedaillengewinner 2000 und 2004 im Tornado, sind schon gekentert. Trotz schwerer Verletzung kehrte der Österreicher mit seiner Kampagne Red Bull Extreme Sailing zurück und zählt in Kiel neben dem Oman Sail Masirah der französischen Kat-Legende Loick Peyron und dem britischen Sieger von Cowes, Paul Campbell James (The Wave, Muscat – Oman) zu den Favoriten. Mitch Booth hob mit dem Kat seines slowenischen Projekts The Ocean Racing Club auf dem Solent derart ab, dass das Boot bei der Landung halb auseinander brach und beinahe gesunken wäre. Und die vorläufigen Windvorhersagen für die Kieler Förde prophezeien auch Starkwind… Der erste Start ist jeden Tag für 14.30 Uhr geplant. Gegen 17.30 Uhr sollen die Tagessieger feststehen.
„Wir haben den nötigen Respekt und schrauben die Erwartungen nicht zu hoch“, sagt Johannes Polgar, der am Mittwoch vor dem Start seinen 33. Geburtstag feiert. „Diese Boote sind eben sehr anspruchsvoll zu segeln. Die anderen Teams haben einen enormen Trainingsvorsprung. Unsere Vorbereitungszeit war dagegen quasi gleich Null.“ Dennoch stellt sich das Audi Sailing Team Germany dieser Herausforderung. „Für uns ist es in erster Linie ein Testevent auf der Suche nach etwaigen zukünftigen, ergänzenden Plattformen“, erklärt Arne Dost, Mitgesellschafter und ebenfalls STG-Geschäftsführer. „Zusätzlich bieten wir unseren Sponsoren damit natürlich kurzfristig eine ideale Gelegenheit für Kundenincentives“, so Dost weiter, „und präsentieren auch den Medien einige Topsegler der Nationalmannschaft außerhalb der Weltcupregatten und Meisterschaften ihrer olympischen Bootsklassen.“
Extreme Sailing Series ist ein einzigartiges Konzept: Einige der professionellsten Segel Teams der Welt treten gegeneinander mit baugleichen Extreme 40 Katamaranen
gegeneinander an. Ufernah, für jeden Zuschauer vollständig sichtbar, werden die faszinierenden Rennen ausgetragen. Diese Nähe zum Geschehen entspricht fast dem Segeln im Stadion.
Die Austragungsorte der preisgekrönten Europäischen Segelserie 2010:
1. Seté (Frankreich), 2. Cowes (Großbritannien), 3. Kiel (Deutschland), 4.Trapani (Italien) und 5. Almeria (Spanien) mit dem Extreme Sailing Series Finale.
Zwischen November 2009 und Februar 2010 wurde das Event auch international ausgetragen, mit Rennen in Hongkong, Singapur und dem Oman. Bereits 2009 gelang es, mit dieser spektakulären Serie über 209.000 Zuschauer zu begeistern. Acht mitreißende Wettfahrten konnten die Zuschauer jeden Nachmittag an der Uferlinie
verfolgen.
In diesem Jahr sind Segler aus elf Nationen dabei. Darunter befinden sich Träger von: 55 WM-Titeln, sechs Olympischen Medaillen, drunter sogar vier Olympische Goldmedaillen.46 Europameister, 183 Nationale Titelträger und 17 Rekord-Titelträger. Die Regatten jeder Station werden durch einen anspruchsvollen VIP Bereich flankiert. Das Projekterzeugt regelmäßig internationale Medienaufmerksamkeit und wird von einer von einer fünfteiligen TV-Serie in über 100 Ländern begleitet.
Für zusätzliche Informationen:
www.kiel-sailing-city.de/extreme
www.extremesailingseries.com
c) Foto: Kiel Sailing Series



