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Italien: Yachteigner im Visier der Steuerfahnder

24.08.2010 | Allgemein

Die italienischen Steuerbehörden konzentrieren sich auf Yachteigner.

In diesem Monat haben die italienischen Steuerfahnder ihr Augenmerk gezielt auf Yachteigner gelegt und suchen in einer landesweiten Aktion nach Steuersündern. Italiens Finanzbehörde, die Agenzia delle Entrate, schätzt das dem italienischen Fiskus durch falsche Angaben entzogene Vermögen auf mehr als 12 Milliarden Euro.

Nach Medienberichten werden Steuerinspektoren sich an den Küsten Italiens auf Marinas in bevorzugten Urlaubsregionen konzentrieren und dort als 25.000 Kontrollen durchführen.

Von Yachtbesitzern werden die Dokumente für die Registrierung gefordert und diese Zahlen werden mit den Angaben zum erklärten Jahreseinkommen verglichen. Sollte es auf den ersten Blick keine Übereinstimmungen zwischen den Zahlen geben, wird die Finanzbehörde eine ausführliche Prüfung vornehmen, so heiß es aus der Agenzia delle Entrate.

Diese Vorgehensweise geht auf eine Aktion Anfang dieses Jahres zurück, bei der die Yacht Force Blue des Unternehmers Flavio Briatore beschlagnahmt wurde. Die Steuerbehörden werfen dem Formula One Eigner Briatore vor, mehrere Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Briatore beteuerte seine Unschuld und hat inzwischen seine Yacht wieder zurück erhalten, doch das Verfahren gegen ihn läuft noch.

Als Beispiel für eine gelungene Aktion der Steuerprüfung führt die Agenzia delle Entrate einen Fall an, nach dem an der adriatischen Küste eine Person festgesetzt wurde, die mit einem deklarierten Jahreseinkommen von 8.000 Euro eine Yacht für 20.000 Euro gechartert hatte und zusätzlich an einen lokalen Segelclub über 6.000 Euro gezahlt hatte. “Dieses Jahr wollen wir 10 Milliarden Euro reinholen. Das ist viel und Sie können sich vorstellen, wie viel Arbeit es mit sich bringt, auch nur  einen Euro einzutreiben,” schildert Attilo Befera, Leiter der Finanzbehörde, sein Ziel für die nächste Zeit. “Wir sind nicht hinter den Personen her, bei denen es um 100 Euro geht, denn dann würde uns die Zeit für das Aufspüren der mittleren und großen Steuerhinterzieher fehlen, die wir suchen.”

Auch Hotels, Nachtclubs und Restaurants sollen dahingehend überprüft werden, ob die Einrichtung und Ausstattung mit den jährlichen Steuererklärungen übereinstimmt.

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