Segeln in Dänemark: Dansk hygge für Groß und Klein
18.08.2010 | Allgemein„Hyggeligt“ ist eines der am meisten gebrauchten Wörter im Dänischen.
Dieses Wort bedeutet in etwa gemütlich, angenehm, stimmungsvoll, beschaulich und kaum eine Landschaft kann wohl besser mit diesen positiven Ausdrücken beschrieben werden als das Smålandsfahrwasser.
Die Inseln Langeland im Westen, Seeland im Norden und Osten sowie Lolland und Falster im Süden umfassen und schützen das Smålandsfahrwasser. Deswegen gehört diese einmalige Wasserlandschaft mit Sunden, alten Hafenstädtchen, modernen Marinas und Badeorten sowie ruhigen Ankerbuchten zu den vielseitigsten Segelrevieren Dänemarks. Von West nach Ost misst es nur 40 Meilen und 25 Meilen von Süd nach Nord. Doch dieses attraktive Segelrevier ist voller Highlights und bietet gleichermaßen Urlaubsfreuden für Crews die Freizeitaktivitäten in den Häfen suchen wie für die, die ruhige Ankerbuchten am Busen der Natur vorziehen.
Es kommen vor allen Dingen auch diejenigen auf ihre Kosten, die Abwechslung auf ihrem Urlaubstörn lieben. Der Tag kann zum Beispiel morgens in der quirligen Einkaufsstadt Nykøbing auf Falster mit einem Bummel durch die hyggelige Innenstadt beginnen und am frühen Abend, nach nur 20 gesegelten Meilen, auf der kleinen Insel Femø enden. Anfänglich führt diese Reise sogar durch den landschaftlich besonders reizvollen Guldborgsund.
Nykøbing ist eine lebhafte Stadt mit 25. 000 Einwohnern und einem neuen Konzept zum Thema “Leben am Wasser.“ So entstand direkt am erweiterten städtischen Sportboothafen eine sehenswerte Bebauung mit Wohnungen und Restaurants. Direkt nebenan können die Besucher des Mittelalterzentrums erleben, wie die Menschen vor einigen hundert Jahren gelebt und gearbeitet haben.
Die Insel Femø hat gerade einmal 120 Einwohner und misst drei Kilometer im Durchmesser. Mit seinen einsamen Badestränden und viel Natur ist Femø ein echtes Kontrastprogramm zur Stadt Nykøbing. Eine Wanderung zum Issemose Berg, der höchsten Erhebung des kleinen Eilands, wird mit einem imposanten Rundblick über das Småland Inselmeer belohnt.
Bekannt ist Femø auch für sein Jazzfestival mit oft weltbekannten Musikern, das immer am ersten Augustwochenende stattfindet. Vom ältesten Bauern bis zum jüngsten Kalb swingt dann die ganze Insel und Ruhe gibt es nur, wenn den Musikern mal die Luft ausgeht.
In den Sommermonaten empfiehlt sich immer ein Besuch im Touristenbüro oder vorab im Internet. Dann kann die Route durchs Smålandsrevier je nach Interessenlage geplant werden: Musikfreunde können quasi von Festival zu Festival fahren, Naturfreunde den damit zusammenhängenden Rummel vermeiden.
Kontrastprogramm für Segler und Motorbootfahrer
Das Anlaufen von traditionsreichen Handelsstädten wie Nakskov, Skælskør, Stubbekøbing oder Vordingborg sowie idyllischen Inselhäfen wie Askø, Fejø, Vejrø und Omø sorgen immer wieder für erlebnisreiche Kontraste. Dabei sind auch die Törns selbst alles andere als langweilig, besonders für die Crews, die dicht unter den Küsten von Falster und Lolland kreuzen. Hier sollten sich die Skipper auf die gut ausgetonnten Fahrwasser und eine exakte Navigation verlassen, denn das landschaftlich reizvolle Revier weist so manche Untiefe auf.
Ein freies Fahrwasser mit Tiefen bis zu 32 Metern finden dagegen die Segler, die beispielsweise von Femø Kurs auf das etwa 15 Meilen entfernte Karrebæksminde an der Südküste von Seeland nehmen. Aus der Einsamkeit der kleinen Inselchen wird die Mannschaft in der modernen Marina eines beliebten dänischen Ferienortes mit voll ausgebauter touristischen Infrastruktur und schönen weißen Sandstränden empfangen.
Vom Safaripark zur Fahrt mit der Museumsbahn
Das Smålandsfahrwasser bietet jede Menge touristischer Highlights, die auch besonders bei Segelcrews mit Kindern beliebt sind. Da wäre beispielsweise der Safaripark in der Nähe des Hafenstädtchens Bandholm auf Lolland. Der große Gutspark von Knuthenborg, im englischen Stil angelegt, ist auch Heimat von 800 exotischen Tieren, die zum Teil in der freien Natur leben. Beliebt bei jungen Crewmitgliedern ist auch eine Besichtigung des alten russischen U-Bootes Nummer 359 am Hafen von Lollands Hauptstadt Nakskov oder eine Fahrt mit der Museumsbahn von Bandholm nach Maribo.
Ist das Wetter einmal nicht so gut, lädt das große überdachte Erlebnisbad Lalandia in der Nähe des Hafens von Rødby zu einem entspannten Badetag in tropischer Atmosphäre ein. Zu den vielen Sehenswürdigkeiten in Hafennähe gehören auch das moderne Fuglsang-Kunstmuseum in Toreby am Guldborgsund, oder das Motorradmuseum in Stubbekøbing sowie das Automuseum Aalholm bei Nysted.
Auch Segler und Motoryachtfahrer, die ihren Golfschläger an Bord haben, kommen im Smålandsfahrwasser auf ihre Kosten. Es gibt mehrere Golfbahnen auf Lolland, Falster und Møn in Hafennähe, auf denen Gäste willkommen sind.
Törnvorschlag: Einmal um die Inseln
Bei so vielen attraktiven Angeboten an Land könnte so manch eine Crew das Segeln vergessen. Dabei bieten die großen Inseln im Süden des Smålandfahrwassers die Möglichkeit von unvergesslichen Inselumrundungen. Wer zum Beispiel Lolland umsegelt, durchfährt neben dem Smålandsfahrwasser auch Teile des Großen Belts und der westlichen Ostsee mit Blick auf die deutsche Insel Fehmarn, bevor er wieder in den idyllischen Guldborgsund einläuft. Vorher lohnt sich ein Abstecher nach Nysted, eine der kleinsten dänischen Handelsstädte mit gut erhaltenen alten Häusern, engen Gassen und dem Schloss Aalholm in der Nähe.
Garantiert trubelfrei präsentiert sich der Nakskov Fjord. In nur wenigen Meilen Abstand gibt es idyllische Ankerplätze bei den kleinen Inseln Enehøje, Slotø und Vejlø oder in der halbkreisförmigen Bucht mitten in der Dünenlandschaft von Albuen. Mit Tårs, Langø und Hestehoved bieten drei idyllisch gelegene Häfen Liegeplätze, und nur wenige Meilen entfernt präsentiert sich Lollands Hauptstadt Nakskov mit ihrem sehenswerten historischen Kern und vielen Restaurants, Hafenkneipen und guten Einkaufsmöglichkeiten.
Bei der Umrundung von Falster durchfährt man neben dem Guldborgsund den nicht weniger reizvollen Grønsund mit bewaldeten Ufern und kleinen alten Fischereihäfen wie Hårbølle, Stubbekøbing oder den Inselhafen von Bogø. Zu empfehlen ist ein Abstecher zum nahen Vordingborg auf Seeland mit einem Hafen fast mitten in der Stadt. Der Weg zum Zentrum führt über die Reste einer einst großen Festungsanlage. Von den ehemaligen acht Festungstürmen ist noch einer erhalten.
Von Vordingborg sind es wieder nur rund 15 Meilen, um die Welt der kleinen Inseln im Smålandsfahrwasser zu erreichen. Die Inselhäfen von Femø und Askø haben wie 19 weitere dänische Sportboothäfen auf Lolland und Falster zusammen mit 18 Marinas auf Fehmarn und in der Lübecker Bucht den länderübergreifenden Zusammenschluss Baltic Sailing gegründet (www.baltic-sailing.com). Den Gästen der Häfen werden nicht nur preiswerte Liegeplätze geboten, sondern auch viele wertvolle navigatorische Informationen und Hinweise über touristische Angebote. Mit der Baltic Sailing Bonuskarte können bis zu 20 Prozent der Hafengebühren gespart werden und dazu gibt es einen informativen, zweisprachigen Hafenführer. Immer mehr Segler und Motorbootfahrer, deren Urlaubstörn durch das Småland-Inselmeer führt, nutzen diesen Service der dänischen und der deutschen Touristenorganisation als Portal in eine hyggelige dänische Erlebniswelt.




Donnerstag, 7. Juli 2011 9:49
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