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Ein neues Schiff für die Jugend

11.08.2010 | Allgemein

Bauvertrag für Dreimaster „Alexander von Humboldt II“ unterschrieben.

Vertreter der Deutschen Stiftung Sail Training (DSST) und der Bauwerft BVT unterschrieben in Bremerhaven den Vertrag zum Bau der „Alexander von Humboldt II“. Damit wird im nächsten Jahr erstmals seit 1958 ein Großsegler in Deutschland vom Stapel laufen.

Obwohl die „Alexander von Humboldt“, die oft mit ihren grünen Segeln assoziiert wird, vielen ans Herz gewachsen ist, fiel die Entscheidung für einen Neubau. Willi Schäfer, Aufsichtsratsvorsitzender der DSST: “Um unseren gemeinnützigen Stiftungszweck zu erfüllen – vornehmlich junge Menschen, aber auch interessierte Erwachsene mit der traditionellen Seemannschaft auf historischen Schiffen vertraut zu machen –, kann die „Alexander von Humboldt“ mit ihrem über 100 Jahre alten Rumpf langfristig nicht mehr eingesetzt werden.“

Daher standen die Organe der DSST Ende 2005 vor der Entscheidung, ein altes Schiff von Grund auf zu sanieren oder mit einem Neubau für Jahrzehnte die Zukunft der Stiftung zu gestalten (www.mediamaritim.de/blog/institutionverein/neubau-statt-umbau/#more-4732). „Wir haben uns für ein neues traditionelles Segelschiff entschieden“, so Diedrich Rickens, Sprecher des DSST-Vorstands. „Mit der „Alexander von Humboldt II“ werden wir die Jugendarbeit auf einem Großsegler ab 2012 fortsetzen.“

Die schwierigste und langwierigste Aufgabe seit der Entscheidung für einen Neubau 2005 war, die Gesamtkosten von 15 Millionen Euro durch ein tragfähiges Finanzierungskonzept darzustellen. „Die DSST konnte und kann als gemeinnützige Stiftung auf eine solche Summe nicht zurückgreifen“, erläutert Finanzvorstand Wolfgang Arlt. „Deswegen lautete von Anfang an unser Leitspruch: Zur Sammelbüchse greifen. Wir mussten über Stifter, Sponsoren, Förderer, Spender und Darlehensgeber diesen Betrag Euro für Euro einsammeln. Die 10 Euro vom Taschengeld eines schulpflichtigen Jugendlichen wissen wir ebenso zu schätzen wie die 100.000 Euro eines Unternehmens.“ Aktueller Spendenstand Anfang August 2010: 456.263,88 Euro.

Neben dem Sammeln finanzieller Unterstützung wurden die vergangenen Jahre vor allem dafür genutzt, in konstruktiver Zusammenarbeit Behörden und Institutionen, technische und juristische Sachverständige in das Projekt einzubinden. Dabei waren die Gespräche und Empfehlungen ab 2007 am so genannten „Runden Tisch“ des Germanischen Lloyd (GL), gemeinsam mit den Vertretern der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft, Dienststelle Schiffssicherheit (BG Verkehr), hilfreich und zielführend. So konnte die Klassevorprüfung des GL, die für den Baubeginn eines solchen „Unikats“ wie der „Alexander von Humboldt II“ eine wichtige Voraussetzung ist, bereits im April 2010 abgeschlossen werden. Das Ergebnis liegt als Basic Design der Bauwerft vor. Der Stapelhub in Vegesack wird im Sommer nächsten Jahres stattfinden. Rönner: „Den Endausbau machen wir hinterher auf dem Gelände der ehemaligen Rickmers-Werft in Bremerhaven.“

Der Projektbeauftragte Reimer Peters betont: „Für den künftigen Einsatz und die Besetzung des Schiffes waren für uns die sachlichen und konstruktiven Informationen und Hinweise aus dem Bundesverkehrsministerium und dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) von großem Wert“ und führt dazu weiter aus: „Selbstverständlich werden wir weiterhin die wohlwollende Begleitung durch die Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, des BSH, der BG Verkehr, der GSHW sowie des GL nutzen.“ Das Besondere ist, dass die „Alexander von Humboldt II“ zugleich den nationalen Traditionsschiffsrichtlinien der GSHW (Gemeinsame Kommission für Historische Wasserfahrzeuge) und den internationalen Vorschriften der International Maritime Organization (IMO) entspricht.

Das Betriebskonzept des Neubaus bleibt gegenüber dem der „Alex I“ unverändert. Eingeteilt in Sommer- und Wintertörns wird rund 340 Tage im Jahr der Stiftungszweck, nämlich traditionelle Seemannschaft zu lehren, erfüllt. Die übrigen Tage werden für notwendige Instandhaltungen in einer Bremerhavener Werft sowie die Ausrüstung des Schiffes genutzt. Eine entsprechend ihrem Einsatz an Bord qualifizierte ehrenamtliche Stammbesatzung wird die Mitsegler, die keinerlei Vorkenntnisse benötigen, anleiten.

Der Windjammer für die Jugend und die Junggebliebenen fördert den Gruppengeist, trägt zur internationalen Verständigung bei und bietet durch Sail Training die Chance, traditionelle Seemannschaft zu lernen, Teil eines Teams zu sein, unter fordernden Verhältnissen auf andere Rücksicht zu nehmen und Selbstdisziplin zu üben. Sail Training ist Sozialtraining, der Grundsatz, unter dem die Deutsche Stiftung Sail Training diese Schule zur See betreibt.

Jedes Jahr machen viele Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, von dieser Möglichkeit Gebrauch. Sie segeln mit unserem Schiff zu bekannten und unbekannten Zielen, erkunden die Häfen und Strände ferner Länder, helfen mit bei Wache und Backschaft und bei der Instandhaltung der „alten Lady“. Sie erleben auf einem Traditionssegler zusammen mit Gleichgesinnten einen Aktiv- und Erlebnisurlaub der besonderen Art. Nicht ein starrer Fahrplan, sondern Wind, Wetter und Crew gestalten den Törnablauf. Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich, schließlich wird die Handhabung eines traditionellen Segelschulschiffes ja vermittelt. Viel wichtiger ist die Begeisterung, fremde Menschen als Freunde gewinnen und außergewöhnliche Eindrücke erleben zu dürfen.

Mehr Informationen:
Deutsche Stiftung Sail Training
Tel.+49 471 94588-0
E-Mail: presse@gruene-segel.de

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Ein Kommentar

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[...] ist auf einer Bremer Werft bereits im Bau und wird diesen traditionellen Großsegler ersetzen (www.mediamaritim.de/blog/bootsbau/ein-neues-schiff-fur-die-jugend/#more-8475). c) Fotos: [...]


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