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Auf 12.500 PET-Flaschen erfolgreich über den Pazifik

28.07.2010 | Allgemein

David de Rothschild und seine Crew werben für verstärktes Recycling.

Nach 130 Tagen auf hoher See lief er Katamaran Plastiki in triumphaler Fahrt im Hafen von Sydney ein. David de Rothschild und seine Crew, die rund 8.000 Seemeilen (rund 15.000 Kilometer) von San Francisco über den Pazifik segelten, wurden von einer begeisterten Menge in Empfang genommen. Der Öko-Aktivist will mit dieser spektakulären Aktion für verstärktes Recycling werben. Auch die Uhrenmanufaktur IWC Schaffhausen als offizieller Partner dieser Aktion zeigt sich hocherfreut über die erfolgreiche Expedition im Zeichen des Umweltschutzes (www.mediamaritim.de/blog/allgemein/auf-plastikflaschen-nach-sydney-segeln/#more-6146).

De Rothschild, der nicht nur mit dem 12 Tonnen schweren Katamaran Plastiki ganz neue Wege geht, ist ein Querdenker und Umweltpionier aus Leidenschaft. Seine Vision von einer Gesellschaft, die Abfall als Ressource versteht, setzte er ideenreich in die Tat um, indem er den Schiffsrumpf aus 12.500 recycelten Plastikflaschen bauen liess und selbst für die Segel ein einzigartiges wieder verwertbares Hightech-Gewebe wählte, das noch ziemlich unerforscht ist. Die avantgardistische Plastiki mit ihren Solarpaneelen, Windturbinen und Fahrrad- Generatoren zur Stromgewinnung zeigt auf beeindruckende Weise, was möglich wird, wenn man Grenzen neu definiert.

“Wir sind unglaublich stolz auf David de Rothschild und seine Organisation Adventure Ecology und überglücklich, dass er und seine Crew die abenteuerliche Fahrt so erfolgreich gemeistert haben”, freut sich Georges Kern, CEO Uhrenmanufaktur IWC Schaffhausen, welche die Plastiki als offizieller Partner unterstützte.

Rothschild war mit seiner fünfköpfigen Crew in Sausalito in der Bucht von San Francisco aufgebrochen. Die “Plastiki” – der Name erinnert an das Holzboot “Kon-Tiki”, mit dem der norwegische Abenteurer Thor Heyderdahl 1947 über den Pazifik segelte – erzeugte ihre Energie mit Windturbinen und Solarzellen. Zwei Enkel von Heyerdahl waren an Bord. Die Crew benutzte eine kompostierende Toilette, sammelte Regenwasser und hatte am Mast einen Kräutergarten hängen. Die zwei Masten selbst waren aus Bewässerungsrohren aus Aluminium gebaut; der Klebstoff, der den Katamaran zusammenhält, wurde umweltfreundlich aus Cashewnüssen und Zucker gemixt. Das Boot wird in Sydney auseinandergenommen, das Material recycelt.

Tonnenweise Abfall belastet die Umwelt

Das intelligente und lösungsorientierte Denken des Umweltabenteurers hat auch IWC Schaffhausen überzeugt: „David ist ein Pionier und ein leidenschaftlicher Kämpfer für eine intakte Umwelt“, sagt Georges Kern. „Das Plastiki- Abenteuer ist einzigartig und äußerst komplex. Es gab unzählige Herausforderungen zu meistern, aber David gibt niemals auf und ist ein Vorbild für unsere Gesellschaft.“ Mit der Plastiki- Expedition machte David de Rothschild, seine Crew (Jo Royle, David Thomson, Olav Heyerdahl, Vern Moen, Graham Hill, Max Jourdan, Singeli Agnew, Luca Babini und Matthew Grey) und seine Organisation Adventure Ecology darauf aufmerksam, welche Spuren der Mensch gedankenlos in der Natur hinterlässt. Schätzungsweise zwei Milliarden Plastikflaschen wurden während der Überfahrt von San Francisco nach Sydney allein in den USA entsorgt. Gemäß Erhebung von UNEP landen noch immer vier von fünf Flaschen, nämlich rund 27 Millionen Tonnen Plastik, im Hausmüll und belasten nachhaltig die Umwelt.

Die spektakuläre Plastiki-Expedition zielte darauf hin, ein globales Bewusstsein zu wecken für den reduzierten Verbrauch von Plastik und Styropor sowie für eine verantwortungsvolle Wiederverwertung oder Entsorgung. Wissenschaftler hatten schon vor Jahren im Pazifik eine riesige Plastikmüllhalde entdeckt, die mittlerweile doppelt so groß ist wie der US-Bundesstaat Texas. Im Atlantik gibt es ein ähnliches Müllfeld mit bis zu 200.000 teils winzigen Plastikstücken pro Quadratkilometer (www.mediamaritim.de/blog/umwelt/fliegende-mulltonnen/#more-5282).

Der Müllstrudel, der “Great Pacific Garbage Patch” genannt wird, liegt im offenen Meer. “Es ist ein bisschen verwirrend, denn viele glauben, dass es sich um eine geschlossene Decke mit an der Wasseroberfläche treibendem Müll handelt, die bis zum Horizont reicht”, so Robert Knox, Direktor von Scripps, der der kalifornischen Scripps Institution of Oceanography. “Wenn man an Deck steht, sieht man relativ wenig von dem Ausmaß dieses Müllstrudels, außer ein paar größere treibende Teile”, meint der Forscher. Doch unter der Wasseroberfläche treiben Plastikstückchen unterschiedlichster Größe und unterschiedlicher Herkunft. “Selbst wenige Teile pro Quadratmeter machen eine riesige Menge aus, wenn man sie auf die betroffene Meeresfläche hochrechnet.”

Schritt für Schritt zum Ziel

“Durch kleine Veränderungen und intelligentes Umdenken im täglichen Leben lassen sich 75 Prozent der Plastikabfälle reduzieren”, zeigt sich David de Rothschild überzeugt. “Vermeiden, mehrfach verwenden, recyceln und umdenken sind die Schlüsselwörter der Zukunft.” In dieser Mission wird der Vordenker mit seiner Organisation Adventure Ecology weitere unkonventionelle Wege beschreiten, um Menschen, Unternehmen und Industrie dazu aufzufordern, das Entsorgungsproblem zu beseitigen, indem sie Abfall als Ressource verstehen.

“Jedes Stück Plastik, das seit der Erfindung 1909 produziert wurde, existiert noch, teils in kleinen Partikeln im Ozean”, sagte der 31-jährige Erbe der Bankendynastie. “Das ist ein unnützes Problem, das wir ganz einfach loswerden können. Den Plastikbecher, die Plastiktüte, die Styrol-Kaffeebecher und Deckel – wir könnten alles sofort verbieten.”

Hilfe zur Selbsthilfe

Auf der Reise über den Pazifik steuerte die Plastiki nach 40 Tagen auf hoher See das Kiritimati Atoll (ehemals Weihnachtsinsel) an, wo die Crew erstmals von Bord ging. Nach einem überschwänglichen Empfang mit traditioneller Musik und Tänzen sprach die Crew vor tausend Highschool- Absolventen über das Thema Abfall. Ein Problem, das Inselbewohner besonders beschäftigt. In Zusammenarbeit mit den Gemeindeleitern erarbeitete die Plastiki-Crew Problemlösungen zur lokalen Abfallbeseitigung.

Zusammen mit der Stiftung „Sculpt the Future“ wird Adventure Ecology im Rahmen des Plastiki- Projekts ein neues Projekt mit dem Namen „The Plastiki Pod“ starten. Einen namhaften Zuschuss wird „The Plastiki Pod“ durch die Versteigerung einer exklusiven Ingenieur Automatic Mission Earth Edition „Adventure Ecology“ in Platin von IWC Schaffhausen erfahren. David de Rothschild gab während der Pressekonferenz nach seiner Ankunft den offiziellen Startschuss zur Auktion. Das kostbare Einzelstück gelangt per sofort auf der Expeditions-Website www.theplastiki.com zur Auktion. IWC stiftet den gesamten Erlös der Stiftung „Sculpt the Future“, die damit das Projekt „The Plastiki Pod“ finanziert.

Quelle: IWC Schaffhausen

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