Stille Buchten abseits der Marinas
6.07.2010 | AllgemeinAnkerplätze (3): Ankerplätze für den Wochenendtörn
Von Klaus Bartels: An den Sommerwochenenden sind deutsche und dänische Häfen, die von den grossen Marinas und Wassersportzentren an der deutschen Küste ohne Schwierigkeiten an einem Tag erreicht werden können, immer voll. Wer an einem Sonnabendmorgen die UKW-Kanäle 72 und 69 abhört, erfährt von der Flensburger Förde bis Rügen, wo die Freizeitflotte abends festmachen wird.
Für alle, die sich abseits dieser Segelrouten halten möchten, gibt es genügend Alternativen: ruhige und sichere Ankerplätze. Und wer als Ankerlieger ein Beiboot hat, kann sogar am Strand grillen oder spazierengehen. Wir stellen einige Wochenend-Ankerplätze vor.
Okseöer
Sie gehören zu den schönsten Ankerplätzen in der Flensburger Förde und bieten auch bei stärkeren Winden aus allen Richtungen guten Schutz. Angesteuert werden die kleinen dänischen Inseln gegenüber von Glücksburg von Südwesten oder Nordosten. Man sollte auf jeden Fall das Echolot zur Hilfe nehmen. Ortsunkundige benutzen am besten die nordöstliche Route und steuern mit Kurs 220 die nördliche Landzunge der westlichen Insel an.
Der beste Platz, den Anker fallen zu lassen, ist nördlich der kleineren Insel. Das Eiland ist nicht besiedelt. Wer mit dem Beiboot zur nahen Store Okseöer fährt, kann in einem kleinen, typischen dänischen Gasthaus einkehren.
Hörup Hav
Die meisten Crews machen in dem gut ausgebauten Hafen von Höruphav südöstlich von Sonderborg fest. Immer häufiger sieht man auch Ankerlieger vor oder direkt hinter dem Hafen. Dabei befinden sich die schönsten und sichersten Ankerplätze fast am Ende der Bucht – etwa drei Meilen südöstlich vom Hafen. Man ankert je nach Windrichtung dicht unter der Leeküste der Bucht vor der Zweimeterlinie. Wer mit dem Beiboot bis zum Ende der Bucht fährt, muss nur über einen Strassendamm gehen und kann dann in der freien Ostsee baden.
Wormshöfter Noor
Wer einen ruhigen Sonnenuntergang im Cockpit dem meistens sehr vollen Schleihafen von Maasholm vorzieht, der sollte das Wormshöfter Noor auf der Rückseite des
Dorfes Maasholm ansteuern. Man fährt von der Ansteuerungstonne Maasholm mit nordwestlichem Kurs an der Hafeneinfahrt vorbei und hält sich gut vom Land frei. Das Echolot sollte angeschaltet sein. Die Wassertiefe beträgt fast überall 2 bis 3 Meter, allerdings gibt es keine Tonnen. Die besten Plätze befinden sich direkt hinter dem Hafen der Modersitzki-Werft.
Crews von Yachten mit einem Tiefgang unter 1,60 Meter können sich allerdings auch zum bewaldeten Westufer des Noors vortasten. Hier liegt man ruhig und beschaulich und auch der stärkste Nordweststurm kann einem nichts anhaben.
Aschau
Bei Winden von Nord über West bis Südost bietet die Eckernförder Bucht jeweils an der Leeküste gute Ankermöglichkeiten. Dreht der Wind weiter auf Ost, gibt es neben dem Bojenfeld im Innenhafen von Eckernförde einen sicheren Ankerplatz auf der Südseite der Bucht im Schutz der in die Förde hineinreichenden Lagune von Aschau. Leider ist die Lagune nur für Sportboote von Bundeswehrangehörigen freigegeben, aber auch bei stärkeren Ostwinden liegt man in ihrem Schutz erstaunlich ruhig. Es gibt hier nicht nur einen besonders guten Strand, sondern auch schöne Spazierwege in der Umgebung.
Heikendorf
Die Bucht von Heikendorf am Ostufer Kieler Förde ist für viele Kieler Bootseigner ein beliebter Badeplatz. Schon am späten Nachmittag wird in der Regel jedoch der Anker gelichtet, um in den heimischen Hafen zu segeln. Dabei ist diese Bucht ein idealer Übernachtungsplatz. Unruhig wird es hier nur bei starken westlichen Winden. Bei einem Oststurm liegt man hier dagegen ruhig wie in Abrahams Schoss. Wer mit dem Beiboot in den nahen Hafen von Möltenort fährt, hat die Wahl zwischen verschiedenen Kneipen und Restaurants. Nachts wird man manchmal vom Schwell der vorbeifahrenden Berufsschifffahrt in den Schlaf gewogen.
Großenbroder Binnensee
Die fast kreisrunde Bucht südlich vom Fehmarnsund gehört mit zu den sichersten Ankerplätzen an der deutschen Ostseeküste. Da es nur eine schmale, nach Süden weisende Einfahrt gibt, ist der Schwell auch bei Starkwind sehr gering. Bis kurz vor dem Ufer ist der Binnensee fast überall über 2 Meter tief. Man sollte das Eisen je nach Windrichtung an der Leeküste werfen. Die Einfahrt in die Bucht ist gut betonnt, aber nicht befeuert.
Guldborg Sund
Der Sund zwischen Lolland und Falster bietet im Südteil in der Breite Bredningen einen besonders ruhigen und naturnahen Ankerplatz. Von Süden her fährt man durch die 2,1 Meter tiefe Rinne von der Gedsergard Bro dicht unter der Insel Falster nach Bredningen. Der beste Platz befindet sich südlich der kleinen Insel Kejlsö auf etwa 2 Meter Wassertiefe. Der Ankerplatz mitten in der Natur ist vor Winden aus allen Richtungen bestens geschützt. Das Städtchen Nyköbing befindet sich drei Meilen weiter nördlich.
Wismarer Bucht
Es gibt mit Kirchdorf auf der Insel Poel und Wendorf vor Wismar gute Anlegemöglichkeiten für Yacht-Crews, aber die Wismarer Bucht bietet auch einige sichere und
landschaftlich reizvolle Ankerplätze. Einer von ihnen befindet sich beispielsweise hinter der Fliemstorfer Huk zwischen Fahrrinne und westlichem Festland vor dem Ort Haben. Der Anker kann hier auf 3,5 Meter Tiefe fallen. Der Weg zum Seebad Wendorf mit dem Beiboot ist dann nicht mehr weit.
Zicker See
Der Ankerplatz im Zicker See am südwestlichen Zipfel von Rügen am Greifswalder Bodden bietet einen ruhigen, sicheren Ankerplatz mitten in der Natur. Man erreicht das idyllische Gewässer vom Thiessower-Fahrwasser aus und fährt dann mit südlichem Kurs direkt zu den Ankerplätzen. Das Eisen fällt auf 2 bis 4 Meter Wassertiefe. Bei stärkeren Westwinden entsteht Schwell, allerdings besteht die Möglichkeit, sich weiter in den Schutz der Halbinsel Klein Zicker zu begeben.
Und wo ist Ihr Wochenend-Ankerplatz? Beschreiben Sie uns Ihren Lieblings-Ankerplatz an der Ostseeküste. Gern auch weiter entfernt als nur ein Wochenendtörn. Email: mediamaritimInt@web.de. Wir belohnen Sie mit einem Band von „Seglers Trickkiste“, mit Tipps und Tricks für das leichtere leben an Bord



