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Der längste Törn

23.06.2010 | Allgemein

Mit 1152 Tagen auf See ein Rekord der besonderen Art.

Nach einem über drei Jahre dauernden Törn hat der 58-jährige amerikanische Segler und Künstler Reid Stowe wieder festen Boden unter den Füßen. Damit ist er der erste Mensch, der bis jetzt eine so lange Zeit ununterbrochen auf See verbrachte. Als Stowe nach 1152 Tagen in Manhattan an Land ging wurde er von zahlreichen Freunde mit ihren Schiffen an seinen Liegeplatz eskortiert. Dort wurde Stowe von seiner Freundin Soanya Ahmad und seinem knapp zwei Jahre alten Kind, das er bisher noch nicht gesehen hatte, schon sehnsüchtig erwartet.

„Die ersten Menschen, die ich seit Jahren gesehen habe”, rief er freudig, als ein Boot mit US-amerikanischen Zollbeamter und ein halbes Dutzend anderer Menschen sich seinem Schoner näherten.

Das Paar war gemeinsam zu der ursprünglich auf 1.000 Tage geplanten Reise gestartet, doch die Freundin des Abenteurers musste ihre Teilnahme an der Rekordreise nach zehn Monaten beenden und von Bord gehen, weil sie stark seekrank wurde. Diese „Krankheit“ erwies sich aber als Schwangerschaft, so dass die beiden vereinbart haben, dass Reid ohne Soanya den Törn weiterführt, obwohl er damit die Geburt ihres Sohnes zu verpassen würde.

Reid Stowe war mit seinem selbstgebauten, 70 Fuß langen Schoner ANNE, auf dem er schon seit Jahrzehnten lebte, im Jahr 2007 zu seiner großen Reise aufgebrochen. Schwierige oder gefährliche Situationen gab es auf seiner langen Reise genug, kurz nach seinem Start kollidierte der Schoner mit einem Frachter, schweres Wetter brachten die ANNE beinahe zum Kentern und bei stürmischem Wetter vor Kap Hoorn zerrissen die Segel. Der erfahrene Segler beschäftigte sich während seiner Zeit auf See mit der Instandhaltung und Wartung seines geliebten Schiffes, das nach seiner Mutter benannt wurde und vertrieb sich die Langeweile mit Yoga oder malte Bilder. Sowohl im Pazifik als auch im Atlantik vertrieb er sich die Zeit damit, indem er mittels seiner Kurslinie und des GPS-Trackings riesige Figuren wie einen Fisch oder ein Herz auf die Meeresoberfläche zeichnete.

Nach der Rückkehr meinte Stowe: “Die Reise hätte noch länger dauern können, denn es sind noch für über ein Jahr Lebensmittel auf dem Schiff,. Und so lud er alle Freunde, die ihn empfangen hatten, zu einer Mahlzeit mit getrockneten Datteln, Nüssen und Parmesankäse ein, die nach drei Jahren auf See noch bemerkenswert gut geschmeckt haben sollen.

„Ich war nicht ein einiges Mal einsam auf der ganzen Reise, denn allein in der Wildheit und Schönheit der Natur zu sein ist eine den Geist und die Seeleaufbauende Erfahrung. Für mich ist die ANNE ein magisches Schiff, es ist voller Liebe..” Stowe betrachtete seine Reise in der Tradition der religiösen Eremiten, die von sich selbst abgehen: “Sie haben nicht nur sich selbst zu finden, sondern Sie nähren auch den Geist Ihrer Kultur.”

Es dauerte fast zwei Jahrzehnte bis Stowe Sponsoren für die Reise gefunden hatte, die als Mars Odyssey Ocean bezeichnet wurde: eine Reise, um das Verhalten in einem isolierten und eigen-ständigen Raum zu erforschen, als Studie für eine Besatzung für die Länge einer Mars-Mission.

Reid Stowe überbietet den bisherigen Rekord eines norwegischen Segelschiffs mit 1067 Tagen auf See deutlich.

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