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Unter vollen Segeln in den Hafen

5.06.2010 | Allgemein

Ausstellung zu „50 Jahre Passat in Travemünde“.

Seit 50 Jahren liegt die Viermastbark Passat nun schon fest vor Anker in Travemünde. Längst ist sie ein Wahrzeichen des Ostseebades. Aus Anlass des runden Geburtstags ihres Travemünde-Aufenthaltes (100 Jahre wird das Schiff erst im Jahre 2011) widmet sich eine Ausstellung im Industriemuseum Herrenwyk dem Windjammer.

Die Viermastbark Passat ist ein bedeutendes Schifffahrtsdenkmal und seit 1960 ein stolzes Wahrzeichen von Travemunde. Das Schiff gehörte einst zur Flotte der berühmten Flying-P-Liner der Hamburger Reederei F. Laiesz. Sie wurde 1911 bei Blohm & Voss in Hamburg zum Preis von 680.000 Goldmark für den Getreide- und Salpetertransport im Handel mit Südamerika gebaut.

Heiligabend 1911 trat die Passat ihre erste Reise von Hamburg zum Kap Horn nach Chile an. 1951 wurde die Passat zu einem Fracht tragenden Schulschiff umgebaut und erhielt einen 1000-PS-Motor. 1957 wurde die Passat außer Dienst gestellt. Damit wurde das letzte deutsche Großsegelschiff aus dem Verkehr genommen.

Die Stadt Lübeck kaufte 1959 das stolze Schiff und rettete es vor dem Abwracken. Seit Januar 1960 liegt der Tiefwassersegler auf dem Priwall in Travemünde. Das Schiff diente zunächst der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule als Schulstätte und wurde 1966 als Museum und internationale Begegnungsstätte in Betrieb genommen, zum Beispiel für deutsch-französische Segelkurse.

In späteren Jahren diente die Passat als Jugendherberge und wurde mit Toiletten, Waschräumen und Duschen ausgestattet. 1978 wurde das Schiff als Beispiel für die deutsche Seefahrtsgeschichte unter Denkmalschutz gestellt. Ein Jahr später wurde der Verein Rettet die Passat e. V. gegründet der sich für den Erhalt des Schiffes einsetzt.

Nach einer Grundinstandsetzung bei der Lübecker Flender Werft in den Jahren 1997/98 dient es wieder als Veranstaltungsort Museumsschiff und Gruppenunterkunft. 106 Betten in 35 Kajüten stehen zur Verfugung, sowie drei Tagungsraume. Außerdem kann auf der Passat geheiratet werden.

Die Ausstellung geht auf die bewegte Fahrtgeschichte der Passat ein und zeigt dann die verschiedenen Etappen ihrer 50jährigen Liegezeit in Travemünde. „In Travemünde haben wir keine Ausstellungsräume gefunden, wo wir über mehrere Monate ausstellen können“, erklärte Hartmut Haase vom Verein Rettet die Passat. Nun sind die großformatigen Windjammer-Bilder in der Geschichtswerkstatt Herrenwyk zu sehen.

Die Stiftung verfügt aus Nachlässen über ein Kapital von 145.000 Euro. Aus den Erträgen würde die hölzerne Skulptur Fiete vor der Passat, die aktuelle Ausstellung und demnächst ein englischsprachiges Buch über die Passat finanziert.

Ein umfangreiches Begleitprogramm bietet Aktivitäten für Kinder, Vorträge und Lesungen sowie eine monatliche Führung durch ehemalige Kapitäne aus dem Verein Rettet die Passat an. Die Aktivitäten können im Museum und auf der Internetseite www.die-luebecker-museen.de abgefragt werden.

Das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk liegt in der Kokerstraße 1-3 in Lübeck-Kücknitz. Das Museum ist freitags von 14.00 bis 17.00 Uhr und samstags und sonntags jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro.

Quelle: Lübecker Museen

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