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Segel-Teenager plant neuen Start

14.03.2010 | Allgemein

Ein neuer Streit mit den Behörden scheint vorprogammiert zu sein.

Die holländische 14-jährige Seglerin Laura Dekker plant für Juli einen erneuten Start ihrer Solo-Weltumsegelung. Der in Holland nur noch “Zeilmeisje” genannte Teenager will immer noch als bislang jüngster Mensch zu einer Weltumsegelung aufbrechen, kündigte ihr Vater an. Durch eine Gerichtsentscheidung wurde im vergangenen Jahr verhindert, dass sie September 2009 mit ihrem Boot in See stechen konnte (www.mediamaritim.de/blog/allgemein/laura-dekker-mus-an-land-bleiben/#more-4617).

Mit der Ankündigung zum erneuten Start droht jetzt wieder neuer Streit mit den niederländischen Behörden. In einem Gerichtsurteil vom August 2009 untersagte ein Gericht in Utrecht Laura die Weltumsegelung mit der Begründung, sie sei zu jung und psychisch noch nicht hinreichend gefestigt. In einem weiteren Urteil vom Dezember 2009 schränkte das Gericht die Erziehungsrechte der Eltern ein und entschied, Laura bis Juli 2010 unter die Aufsicht des Jugendamtes zu stellen. Laura lebt zur Zeit bei ihrem Vater, doch wichtige Entscheidungen dürfen nur unter Zustimmung der Behörden erfolgen. Im Frühsommer wollen die Richter zunächst erneut Gutachter zu der Frage anhören, ob die Teenager-Seglerin genügend Erfahrung und psychische Standfestigkeit für eine viele Monate dauernde Solo-Reise über die Weltmeere besitzt. Laura selbst ist davon ebenso überzeugt wie ihr Vater und auch ihre Großeltern väterlicherseits. Trotzdem sei die Ankündigung des Solo-Törns eine Provokation der Behörden, fand die Zeitung „de Volkskrant“.

Auch der Hinweis, dass Laura „Seewasser im Blut“ hätte, da sie auf einem Segelboot in Neuseeland geboren wurde, dort aufgewachsen ist und das Segeln von klein auf erlernt hat, konnte das Gericht nicht von ihren seglerischen Fähigkeiten und ihrer Reife zur Durchführung eines solchen Vorhabens überzeugen. Inzwischen wurde auch bekannt, dass sie schon einmal bei einer Solo-Segeltour erwischt wurde. Wie die niederländische Zeitung “De Volkskrant” berichtete, ist sie im Frühjahr im britischen Hafen Lowestoft von der Polizei aufgegriffen und in einem Heim untergebracht worden. Trotz Verbots der britischen Behörden ließ der Vater das Mädchen alleine nach Holland zurücksegeln. Im Herbst letzten Jahres war Laura auf der zum Königreich der Niederlande gehörenden Karibikinsel St. Maarten entdeckt worden und von den Behörden nach Holland überstellt worden (www.mediamaritim.de/blog/personality/laura-dekker-zieht-es-in-die-welt/#more-5196).

Zur Vorbereitung von Lauras erneutem Rekordversuch, bei dem es zunächst von Zeeland aus vor die Küste Portugals und von dort weiter über den Atlantik gehen soll, ist Laura mit ihrem Vater aus der Umgebung von Utrecht nach Zeeland umgezogen. Sie wohnen jetzt in Zierikzee auf der Zeeland-Insel Schouwen-Duiveland. Dort liegt auch Lauras neue Jacht vor Anker.

Von ihrem alten Boot „Guppy“ habe sich Laura ebenso getrennt wie von ihrem bisherigen Sponsor, berichtete ihr Anwalt Peter de Lange. Der alte Sponsor habe „andere Auffassungen über die Vorbereitung gehabt, das führte zu Spannungen“, zitierte „de Volkskrant“ den Anwalt. Auch die bisherige Sprecherin sei nicht mehr für Laura tätig, „da sie ihre eigenen Vorstellungen davon hat, was sie tun will“. Wie Laura im Februar auf ihrer Website bekannt gab, hat sie ein neues Boot für ihr Vorhaben: eine 11,50-Ketsch vom Typ Jeanneau Gin Fizz soll sie um die Welt begleiten. Die Hurley 860 Guppy sei für ihr Vorhaben zu klein gewesen, und schließlich sei sie auch auf einer Ketsch geboren worden, kommentiert Laura den Kauf auf der Website.

Zur Zeit sind zwei weitere Mädchen auf den Weltmeeren unterwegs, um bisherige Altersrekorde zu unterbieten: Die 16-jährige Australierin Jessica Watson hat mit ihrer rosafarbenen Ella Pink Lady, einer S&S 34, gegen anfängliche Bedenken bereits den größten Teil ihrer Reise zurückgelegt. Bis zum Start- und Endpunkt Sydney bleiben der 16-jährigen Australierin noch 6.000 Seemeilen. Auf den Spuren ihres großen Bruders Zac Sunderland ist die ebenfalls sechzehnjährige Abby Sunderland aus Kalifornien unterwegs. Mit ihrem Open 40 Wild Eyes will sie den Rekord des Briten Mike Perham unterbieten, der mit knapp 17 Jahren im vergangenen Jahr seine Weltumsegelung beendete.

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