mediamaritim internationalNeues aus der Welt des WassersportsJobbörseVideosBücherMaritimes Antiquariat
Mediamaritim international
Emo

Das Boot mit dem roten Stern wird 100

9.03.2010 | Allgemein

Starboot-Sieg in Brasilien, Jubel bei Mader in Waging am See.

Wenn im bayerischen Waging am See eine ganze Firma darüber jubelt, dass ein Engländer und kein Deutscher die Starbootweltmeisterschaft in Brasilien gewonnen hat, ist es kein Fall von fehlendem Patriotismus. Vielmehr freuen sich die Mitarbeiter und ihr Chef Leonard Mader der Bootswerft Mader GmbH, weil sie das Starboot des neuen Weltmeisters gebaut haben. Beste Starbootsegler wurden Iain Percy und sein Vorschoters Andrew Simpson.

Was ein Weltmeistertitel für eine Werft bedeutet, weiß Leonard Mader seit 1977. Damals hatte die bayerische Bootswerft ihr erstes Starboot gefertigt, mit dem der amerikanische Segler und späterer America’s-Cup-Gewinner Dennis Conner die Weltmeisterschaft in Kiel gewann. Seitdem gehört die Starbootproduktion zu einem wichtigen Geschäftsfeld der Werft.

Aber ein aktueller Weltmeistertitel war und ist laut Leonard Mader immer für ein Auftragsschub gut. So machte seit 1977 die Starbootproduktion häufig fast ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Von dem bei Mader seit 33 Jahren gebautem Zweimannkielboot mit dem roten Stern als Segelzeichen hat die Werft mehr als 500 ausgeliefert, was Rückschlüsse auf die hohe Qualität und die sportlichen Erfolge der Mader-Stars liefert. Weltweit segeln über 8.400 Starboote. Kein Wunder, denn das Starboot gibt es jetzt seit 100 Jahren. Und es ist seit 1932 sogar olympisch.

Worüber sich der Werftchef zur Zeit besonders freut: Nach dem Titelgewinn in Brasilien interessieren sich auch wieder verstärkt deutsche Spitzensegler für seinen Star, die in jüngster Vergangenheit überwiegend Regattaboote ausländischer Werften segelten. Einer von ihnen ist Johannes Polgar mit Vorschoter Marcus Koy. Er belegte auf der Weltmeisterschaft in Brasilen mit 73 Teilnehmern den 24. Platz.

Zur Weltmeisterschaft im Januar 2010 der Starboot in Rio de Janeiro gab es eine der heißesten Sommerwochen seit der Wetteraufzeichnung in Rio. Vier Tage vor dem ersten Start zur WM schoß das Termometer auf glatte 46 C. 81 Teams aus 20 Nationen gingen an den Start, darunter auch 11 ehemalige und der amtierende Weltmeister.

Nach einer langen, harten Woche und sechs Wettfahrten sicherten sich die Olympia-Sieger Iain Percy/Andrew Simpson GBR nach 2002 ihren zweiten WM-Titel, vor Flavio Marazzi/Enrico De Maria SUI, gefolgt von den brasilianischen Teams Torben Grael/Marcelo Ferreira BRA auf Rang 3, Lars Grael/Ronaldo Seifert auf Rang 4 und Alan Adler/Guilherme Almeida auf Rang 5. Trotz eines schlechten Schlusslaufes zeigten sich Johannes Babendererde/Timo Jacobs GER als 10. und beste deutsche letztendlich zufrieden mit dem Erreichen der A-Kader Norm. Einen Rückschlag durch das letzte komplizierte Rennen musste Robert Scheidt hinnehmen, der im Endresultat auf Platz 8 landete.

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0

Kommentar abgeben