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Meeresforschung für gesundes Ökosystem

6.02.2010 | Allgemein

Nord und Ostsee werden vom BSH regelmäßig untersucht,

Genaue Umweltuntersuchungen sind unverzichtbar, um Naturvorgänge und Veränderungen im Meer beurteilen zu können und notwendige Maßnahmen, zum Beispiel zur Verhütung der Meeresverschmutzung anzuregen. Deshalb werden Nord und Ostsee vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) regelmäßig untersucht, unter anderem auf Schad- und Nährstoffbelastungen, biologische Vielfalt in Bezug auf Plankton und Mikro-Organsimen sowie physikalische Parameter wie Strömung, Seegang und Temperatur.

Diese Umweltinformationen gewinnt das BSH durch Messungen mit Forschungsschiffen sowie durch sein MARNET-Messnetz. Dessen neun automatische Messstationen liefern kontinuierlich Echtzeitdaten für Nord- und Ostsee.

Meeresüberwachung
2009 unternahm das BSH 11 Monitoring- und Forschungsfahrten, davon fünf in der Ostsee, die das Institut für Ostseeforschung Warnemünde im Auftrag des BSH durchführte. Alle Daten der Überwachungs- und Forschungsprogramme in Nord- und Ostsee werden für die internationalen Berichtspflichten im Rahmen der Meeresübereinkommen OSPAR und HELCOM sowie für die EU genutzt.

Nordsee-Zustand
2009 lagen die meisten Schadstoffkonzentrationen auf dem Niveau des Vorjahres. Langfristig betrachtet sind die Konzentrationen vieler Schad- und Nährstoffe in der Nordsee in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen und heute erheblich niedriger als noch vor 20 Jahren. Immer wieder werden aber auch „neue“ Schadstoffe nachgewiesen, teils dank verbesserter Analysemethoden, so phosphorhaltige Flammschutzmittel, Korrosionsschutzmittel und pharmazeutische Wirkstoffe, die hauptsächlich durch Rhein und Elbe in die Nordsee gelangen. Dies macht deutlich, dass die Meere noch immer zahlreichen Stressfaktoren ausgesetzt sind.

Die Nährstoffuntersuchungen lassen erkennen, dass sich die Phosphatkonzentrationen im küstennahen Bereich an den Orientierungswert für einen „guten Zustand“ angenähert haben. Bedingt durch atmosphärische Einträge aus Industrie und Verkehr wird dies bei den löslichen Stickstoffverbindungen nicht erreicht.

Ostsee-Zustand
Die Konzentrationen vieler Schadstoffe liegen immer noch deutlich über den HELCOM-Orientierungswerten; dies gilt insbesondere für PCB (Polychlorierte Biphenyle) und PAK (Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe). 2009 wurden erstmals auch die „neuen“ Schadstoffe untersucht. Deren Konzentrationen waren deutlich höher als bei den „klassischen“ Schadstoffen, erreichten aber nicht die Spitzenkonzentrationen wie in der Deutschen Bucht. Die weiterhin hohe Konzentration an Cäsium-137 als Folge des Tschernobyl-Unfalls wird voraussichtlich erst zwischen 2020 und 2030 das ursprüngliche Niveau erreichen.

Seit einigen Jahren wird in der zentralen Ostsee eine Reduktion der Kieselalgen-Frühjahrsblüte zugunsten anderer Algen beobachtet (Flagellaten). Dies bestätigte sich auch 2009. Langfristig könnte hierdurch das Nahrungsgefüge beeinträchtigt werden.

Nicht einheimische Arten wie die Rippenqualle wurden in den letzten Jahren – so auch 2009 – vermehrt beobachtet. Erstmalig wurde zuletzt auch eine tropische Wasserflohart, in der Beltsee und im Sund gefunden, die bisher nur in der Nordsee vorkam.

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