mediamaritim internationalNeues aus der Welt des WassersportsJobbörseVideosBücherMaritimes Antiquariat
Mediamaritim international
Emo

Lüchtenborg: Reise wird als Bluff angesehen

21.01.2010 | Allgemein

Aberkennung des „Trans-Ocean“-Preises 2005 für Bernt Lüchtenborg.

Der Vorstand und die Jury des „Trans-Ocean“ haben zu einem 2005 an Bernt Lüchtenborg verliehenen Preis anhand neuer Erkenntnisse eine neue Entscheidung getroffen.

Mit Beschluss vom 11.1.2010 hat der Vorstand, nach Rücksprache mit der Jury, die 2005 über die Vergabe des „Trans-Ocean“ Preises entschieden hatte, soweit die Jurymitglieder noch im Amt sind, entschieden, den „Trans-Ocean“ Preis 2005 Herrn Bernt Lüchtenborg abzuerkennen.

In einer Erklärung heißt es dazu: „Zwar waren schon unmittelbar nach der Preisvergabe Behauptungen verbreitet worden, wonach Herr Lüchtenborg bei der Schilderung seiner Weltumsegelung von 2000 bis 2005 nicht vollständig wahrheitsgemäß berichtet hatte, seinerzeit war aber die Jury noch davon ausgegangen, dass der letzte Teil der Reise von 2004 bis 2005 von Australien nach Cuxhaven den sportlichen Höhepunkt der Reise darstellte. Diesen Teil hat Bernt Lüchtenborg – unstreitig- einhand zurückgelegt.“

„Inzwischen sind aber weitere Umstände bekannt geworden, die erhebliche Zweifel an den Logbucheintragungen und den Reiseverlaufschilderungen des Herrn Bernt Lüchtenborg aufkommen lassen. So ist er, entgegen seinen Schilderungen, offenbar niemals in der Antarktis gewesen. Diese und weitere Umstände sind im Rahmen der Aufdeckung der Unwahrheiten bekannt geworden, die Herr Lüchtenborg aus Anlass seiner Reise „Sail2horizons“ verbreitet hat. Deshalb haben nunmehr der Vorstand und die Jury entschieden, Herrn Bernt Lüchtenborg wegen der erheblichen Zweifel an der Richtigkeit seiner Reisedarstellung die seinerzeit erfolgte Vergabe des „Trans-Ocean“ Preises abzuerkennen.“

Herr Lüchtenborg ist vom Vorstand aufgefordert worden, die ihm für das Projekt „Sail2horizons“ gewährte Förderung zurück zu zahlen. Hierbei handelte es sich um die von dem Verein übernommenen Kosten für seinen Internetauftritt. Diese Unterstützung war ohnehin nur zugesagt worden, soweit und solange das Unternehmen erfolgreich durchgeführt wird. Davon könne jetzt keine Rede mehr sein. (www.mediamaritim.de/blog/rekorde/barendienst-an-einer-guten-segel-idee/#more-5162)

Der aktuelle Eintrag ins Online-Logbuch von Bernt Lüchtenberg vom 19.01.2010 06:37(UTC) 53° 52,090′ S, 085° 23,460′ W, lautet:

7.3 kn, 92°
Wetter:
Wind 35 kn, W
Luft 7 °C, 989 hPa
Seegang Stufe 7
Bewölkung völlig bedeckt 100%
Niederschlag kein
Sicht schlecht (2NM)
Antrieb:
Groß 65 qm, Reff 1
Genua 60qm, 60%

Bemerkung
180. Seetag – Log:22341sm – Das Baro fällt und fällt. Selbst wenn man das verdammte Glas zerbricht: Der südliche Orkan wird kommen. In der kurzen subantarktischen Nacht versuche ich zu ruhen, lasse Horizons weiter vorwärts jagen. Was soll ich schon tun. Schlafen kann ich nicht mehr. Ich warte, fühle und lausche den Nachrichten aus einem anderen Universum. Ein Sprecher auf DW sagt was von dem Besuch eines Präsidenten und Japan habe seine Walfangflotte Richtung Südmeer geschickt um 100 Wale zu schießen! Nach dem Beschluss der Intern. Walfangkommission von 1986 darf in den Ozeanen kein einziger Wal getötet werden. Eine Ausnahme wird den Naturvölkern der Arktis eingeräumt oder wenn es um das Töten zu Forschungszwecken geht. Seitdem wird auf Teufel komm raus geforscht, von wissbegierigen Japanern die an die tausend Wale pro Jahr studieren. Denke an meinen Wal vom 8.1. und wünsche ihm Glück, während der Wind zunimmt. Der Übergang vom Rauschen zum Heulen im Rigg, gefällt mir nicht. Am Tag wird die Umgebung weiß, die Sicht nimmt ab. Die See ist sehr hoch. Eine aufgewühlte Wildnis, und ich wage es fast nicht zu sagen: Auch sehr schön ! Beeindruckend, wäre wohl das richtige Wort.

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0

Kommentar abgeben