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Ernesto Bertarelli: „Wir wollen segeln“

21.01.2010 | Allgemein

Dieser Cup wird nur durch das Material oder die Gerichte entschieden.

Während einer Pressekonferenz in Valencia, dem Austragungsort des nächsten America´s Cup, wies Ernesto Bertarelli noch einmal darauf hin, dass Alinghi am 8. Februar auf der Startlinie sein wird, unabhängig vom Ausgang der Rechtsstreitigkeiten.

In der vom dem New Yorker Gericht noch anhängigen Klage geht es um die Alinghi-Segel und die Segelvorschriften, die Titelverteidiger Alinghi ausgearbeitet hat. Ist die Alinghi durch und durch schweizerisch? Der New Yorker Supreme Court muss das nach der erneuten Eingabe durch BMW Oracle entscheiden. Konkret geht es um die Segel, deren Material gemäss den Amerikanern nicht aus der Schweiz stammt. Was es laut der Stiftungsurkunde aber müsste. Das Rennen ist deswegen in der Schwebe. Kommt das Gericht zum Schluss, dass die Segel nicht schweizerisch sind, hat Alinghi keine Segel, und BMW Oracle könnte ohne Segelgegner den Cup gewinnen. Werden die Segel vor dem Start am 8.Februar abgelehnt, verliert Alinghi am grünen Tisch. Der Skipper des Titelverteidigers, der Neuseeländer Brad Butterworth, ist aber überzeugt, dass die Entscheidung später fällt. Weil die Eingabe relativ neu ist und meist mehr Zeit vergeht, bis solche Fälle behandelt werden. Dann könnte Alinghi segeln, gewinnen und im Nachhinein im Gerichtssaal wieder verlieren.

Die jüngste Klage BMW-Oracles hält Bertarelli für lächerlich, sei doch der amerikanische Trimaran in Frankreich entworfen worden und die BMW-Motoren an Bord stammen aus Deutschland. Sollte das Gericht die Segel von Alinghi als illegal bezeichnen, sei Schluss, betonte Bertarelli. „Wenn Larry Ellison den Cup vor Gericht gewinnt, bezahle ich den Champagner für die Siegesfeier.“ Und Bertarelli machte auch deutlich: Dann wäre für ihn das Kapitel America’s Cup vorbei. Coutts, konfrontiert mit dieser Aussage, sah sich veranlasst, seinen 65-jährigen Chef und Geldgeber in Schutz zu nehmen. „Ich kenne beide, habe mit beiden Regatten gesegelt, und Larry Ellison ist klar der bessere Segler.“

Tatsache ist, dass Bertarelli Alinghi steuern wird, während Ellison und Coutts bei BMW Oracle nicht an Bord sind. Am Mittwochmorgen hat das Alinghi-Team das Video über das erste Training von BMW Oracle Racing vor Valencia mit dem revolutionären Flügelsegel studiert, das nochmals von 57 auf 62 Meter verlängert worden ist. Die Reaktionen fielen einheitlich aus. Skipper und Taktiker Brad Butterworth räumte ein: „Unser Gegner ist schnell.“

Von Alinghi-Seite und Experten wird der jüngste Gerichtsfall als Verzweiflungstat gewertet, um zumindest noch mehr Zeit für Abstimmungen am Trimaran zu gewinnen und mehr Trainingstage herauszuholen.

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