mediamaritim internationalNeues aus der Welt des WassersportsJobbörseVideosBücherMaritimes Antiquariat
Mediamaritim international
Emo

Alinghi 5 erstmals vor Valencia gesegelt

17.01.2010 | Allgemein

“Wir sind bereit für das Match”, erklärte Bertarelli gegenüber den anwesenden Medien vor dem ersten Training in Valencia.

In Anwesenheit von Francisco Camps, dem Präsidenten der Region Valencia, und Stadtpräsidentin Rita Barberá wurde Alinghi 5 eingewassert und danach gab es am späten Nachmittag eine erste Testfahrt bei 10-12 kn Wind.

“Wir sind bereit für den Match”, erklärte Bertarelli gegenüber den anwesenden Medien. “Das Team ist da, ich bin da und wir sind vorbereitet für den America’s-Cup-Match am 8. Februar”, sagte er. “Alle Puzzleteile sind bereit, damit die regattasereie beginnen kann, wir haben eine Vereinbarung mit der Stadt Valencia, die Uferseite des 33. America’s Cup zu führen und wir warten nur noch auf das Einverständnis der Zentralregierung in Madrid.”

Während die mächtigen Segel mit einem Katamaran auf den Kran gehievt wurden, wurde die neuste Rechtsklage von BMW Oracle, mittlerweile die neunte, besprochen. Seitens BMW Oracle werden die Segel des Alinghi 5-Katamarans für nicht regelkonform gehalten, weil sie angeblich aus den USA stammten und nicht wie vom Reglement vorgegeben aus der Schweiz. Ernesto Bertarelli erklärte zu diesem Thema: “Unsere Segel basieren auf Schweizer Technologie und sind in der Schweiz in Villeneuve hergestellt worden. Diese Schweizer Technologie ist sowohl von Defendern wie von Challengern im America’s Cup seit 1995 benutzt worden und wir haben eine jahrelange Entwicklung in der Schweiz durchgemacht, um sie herzustellen. Falls das amerikanische Rechtssystem ihren Gebrauch verbieten sollte, wäre dies so, wenn man von Roger Federer verlangen würde, seinen Titel ohne Tennis-Racket zu verteidigen. BMW Oracle würde den America’s Cup vor Gericht gewinnen, weil wir ohne unsere Segel nicht antreten können.”

Brad Butterworth, der Team-Skipper von Alinghi und Vertreter bei den jüngsten Meetings in Singapur mit BMW Oracle, kommentierte was in Singapur passierte: “Am Dienstag, 12. Januar, hatten wir von 9 Uhr Lokalzeit bis 20 Uhr ein Meeting mit Vertretern von BMW Oracle und haben uns darauf geeinigt, am nächsten Tag wieder zusammenzukommen, um weiterzumachen, da wir uns in vielen Punkten geeinigt hatten, aber in einigen wenigen noch voneinander entfernt waren. Vor dem ISAF-Vertreter David Kellett und dem Vorsitzenden der ISAF-AC-Jury, David Tillett, haben wir uns geeinigt, die Medien nicht zu informieren und alles zu unterlassen, was die Diskussionen torpedieren würde, ehe wir genügend Zeit haben würden, am nächsten Tag die verbleibenden Punkte im Detail zu besprechen. Wir hatten dann alle gemeinsam ein Dinner und die Diskussionen weitergeführt, welche an jenem Abend mit einem Gentlemen’s Agreement endeten. Als wir am nächsten Morgen (Mittwoch, der 13.) wieder zusammenkamen und Tillett das Meeting eröffnete, erklärte Tom Ehman, im Namen von BMW Oracle, dass über Nacht in New York eine Klage eingereicht worden war und dass sie eine Pressemitteilung verschicken würden. In jenem Moment hat sich das Verhältnis zwischen den beiden Teams dramatisch verschlechtert, aber trotz der überraschenden Entwicklung haben uns die ISAF-Vertreter ermutigt, das Agreement zurück zu den Team-Chefs zu bringen und ich habe zugestimmt. Das Meeting war dann zu Ende und die Herren von der ISAF sind zum Flughafen gefahren. Im Verlauf des Nachmittags wurde mir anfänglich mitgeteilt, dass BMW Oracle den Deal unbedingt unterzeichnen wolle, aber als ich dann die Jungs in Valencia erreichte, um zu diskutieren, hatte sich Oracle vom Agreement zurückgezogen.”

Die jüngste Gerichts-Aktion, die zum Abbruch der Verhandlungen in Singapur geführt hat, haben das amerikanische Team im PR-Krieg um den Cup einiges an Sympathien der Segel-Öffentlichkeit gekostet. In einem Brief an die SNG beklagt sich der Golden Gate YC über die falsche Darstellung der Ereignisse in Singapur durch Brad Butterworth. So hätte ein von den BMW-Oracle-Verantwortlichen unterzeichneter Vertrag bis zum Schluss der Verhandlungen vorgelegen. Eine Erklärung, weshalb mitten in den Verhandlungen die Klage eingereicht wurde, fehlt allerdings. Dafür bieten die Amerikaner die Fortführung der Verhandlungen an. Das bestimmte Auftreten Alinghis und der von Tom Ehman geäußerte Wunsch nach einer Verschiebung des Cups um einen Monat lassen den Verdacht aufkommen, dass beide Teams sehr genau über die Qualitäten ihrer Mehrrümpfer Bescheid wissen – die Vorteile dürften auf Seiten Alinghis liegen.

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0

Kommentar abgeben