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Die Segelwelt ist dreidimensional

12.11.2009 | Allgemein

3DL-Segel von North Sails als Maß aller Dinge.

3DL ist das innovativste Material- und Produktionsverfahren für die Herstellung von Regatta- und Fahrtensegel. Herkömmliche Segel erhalten ihre dreidimensionale Form durch das Profil von mehreren Segeltuchbahnen, die zusammengenäht oder geklebt werden. Bei 3DL hingegen wurde dieser Prozess noch einen Schritt weiter geführt: Anstatt flaches Tuch mit bogenförmigen Kanten zu verwenden, die miteinander vernäht ein Profil bilden, wird bei 3DL das gesamte Segel in einem Stück über einer dreidimensionalen Form gebaut.

Im Vorwege wird dafür zunächst eine dreidimensionale CAD/CAE-Design-Datei durch einen Segeldesigner von North Sails erstellt. Hier fließen neben den Schiffsabmessungen die individuellen Anforderungen des Eigners und die Untersuchungen mit FEM- und CFDSoftware ein. Zum Hintergrund: North Sails besitzt ein exklusives Softwarepaket welches Rigg, Rumpf und Segel berücksichtigt und dabei interaktiv agiert. Später, in der 3DLProduktion in den USA, liest ein hoch entwickeltes Computerprogramm diese Design-Datei aus und leitet die verstellbare Form an, das berechnete Profil anzunehmen. Erst dann beginnt der eigentliche Produktionsprozess.

Auf die 3D-Form wird eine Mylar-Folie gelegt, anschließend appliziert ein computergesteuertes System präzise die gespannte Aramid- oder Karbon-Faser auf dem Mylarfilm. Dann formt ein Faserkopf mit den Fäden eine Struktur, die den zu erwartenden Lasten bei dem jeweiligen Segel entspricht. Alle Strukturfasern werden mit einheitlicher Spannung appliziert und haften an der Folienoberfläche, damit sichergestellt ist, dass sie in der jeweiligen Position bleiben, bevor sie durch die Lamination in der Folie eingeschlossen werden. Sobald die Fasern aufgebracht sind, wird eine zweite Folie auf die Basisfolie und die Fasern platziert, gespannt und dann mit einem großen Vakuumbeutel bedeckt, der das Laminat mit einem Druck von ca. 2400 kg pro Quadratmeter thermoplastisch zusammenpresst. Ist das Laminat ausgehärtet, bringen erfahrende Segelmacher die Eckverstärkungen, Liektaue, Taschen für die Segellatten und Patches an.

Diese Methode wird in der 7500 qm umfassenden und damit weltweit größten und
modernsten Segelmacherwerkstatt von North Sails in Minden, Nevada (USA) angewendet, wo elf 3D-Formen und sieben Kräne bereitstehen. Und die Nachfrage ist groß, denn 3DLSegel sind schnell, weil sie bis zu 20 Prozent (manchmal auch mehr) leichter sind als ein konventionelles Segel. Sie sind formstabiler und dehnen sich weniger. Damit haben sie einen größeren Windeinsatzbereich, wodurch die Anzahl der Segel reduziert werden kann.

Erst in diesem Jahr hat North Sails Hamburg die neue Wally 100 des Hamburger Reeders Claus-Peter Offen mit 3DL-Segeln und einer Gesamtfläche von knapp 2.000 qm ausgestattet. Prompt wurde das volle Potenzial von Crew, Schiff und Segeln unter Beweis gestellt: Die „Y3K“ gewann im sardischen Porto Cervo den renommierten Maxi Yacht Rolex Cup.

Die Segel sind aber nicht nur für Regattasegler geeignet. 3DL-Segel bieten auch Fahrtenseglern viele Vorteile und sind deshalb nicht nur etwas für leistungsorientierte Regattasegler. Schon heute werden 40 Prozent der von North Sails verkauften Fahrtensegel im 3DL-Verfahren hergestellt, was die große Nachfrage von Freizeitseglern nach dieser Technologie bestätigt. Speziell für die Verwendung im Fahrtenbereich entwickelte Faser- und Layout-Arten sorgen für einen erhöhten Schutz vor Aufscheuern, Rissen, Überdehnung und UV-Strahlung. Neben den positiven Segeleigenschaften und der guten Qualität spielt für viele Segler aber auch der optische Aspekt eine Rolle. Denn 3DL-Segel sind nahtlos und wirken dadurch besonders ästhetisch.

3DL kostet mehr als ein Segel aus Bahnen, bei kleineren Schiffen ist der Unterschied jedoch deutlich geringer als bei größeren. Wenn man die überragende Beständigkeit des Profils von 3DL über mehrere Saisons hinweg betrachtet, dann lohnt sich die Investition in das etwas aufwendigere Verfahren aber auf jeden Fall.

Weitere Informationen zu 3DL und North Sails unter
www.northsails.de

Über NorthSails:
North Sails ist der weltweit führende Hersteller von Segeln für One-Design- und Olympia-Klassen sowie individuelle und serienmäßige Regatta-, Fahrten- und Classic-Schiffe. Das Unternehmen produziert mehr Segel als alle anderen Segelmacher der Welt zusammen und verfügt in 29 Ländern über 63 große Lofts und 56 Service-, Verkaufs- oder Satellitenlofts. 1957 durch den US-Amerikaner Lowell North in San Diego gegründet, setzt North Sails seit Jahren Maßstäbe, die die gesamte internationale Segelszene bewegen.

So ist die Liste technischer Fortschritte von North Sails konkurrenzlos: North war der erste Segelmacher, der die Dehnbarkeit und Ermüdung von Segelstoffen wissenschaftlich untersuchte; der erste, der Windströmungen am Segel am Computer analysierte; der erste, der computergesteuert den Segelstoff zuschnitt; der erste, der laminierte Segel mit der GatorbackTM-Konstruktion herstellte.

North war auch der erste Segelmacher, der Segel auf einer gewölbten, komplett einstellbaren Form herstellt: Dieser von North patentierte Prozess nennt sich 3DL und ist eines der weltbesten Ergebnisse in der Segelmachertechnologie. Mit einer eigenen Segeltuchabteilung stellt North Sails darüber hinaus sicher, dass nur erstklassig gewobene Polyester-, Aramid- und Spectra/Dyneema-Stoffe verwendet werden.

Bis heute vertritt North Sails die Philosophie von Firmengründer Lowell North, dass gute Regattasegler auch gute Segel herstellen. Lowell North selbst gewann zwei Olympia-Medaillen und fünf Mal die Starboot-Weltmeisterschaft. Und auch die Personalliste von North Sails ließt sich wie das „Who is Who“ des modernen Segelsportes. Auf der Gehaltsliste stehen Weltmeister, Olympia-Sieger, Americas’ Cup-Gewinner, Volvo Ocean Race-Weltumsegler – einfach alles, was in dieser Sportart Rang und Namen hat.

Über North Sails Hamburg
Seit 2007 ist North Sails in Hamburg mit einem eigenen 400 qm großen Service- und Verkaufsloft vertreten. Zentral gelegen bietet North Sails Hamburg sämtliche Leistungen, von der Beratung über den Verkauf bis hin zur Reparatur von Fahrten- und Regattasegeln. Dabei wird auf das umfangreiche Know-how und Qualitätsmanagement des globalen North Sails-Netzwerks zurückgegriffen. Und auch in Hamburg wird die Firmenphilosophie vertreten, dass gute Segler das beste Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden haben: Thomas Jungblut ist mehrfacher WM-, EM- und Admirals’ Cup-Gewinner und bereits seit 1973 für North Sails tätig. Stefan Matschuck ist gelernter Segelmacher und zählt mit Projekten wie Rubin, Pinta, I-Punkt, Saudade oder Morning Glory zu den erfahrensten Seglern in Deutschland. Der Schiffbauingenieur Arnd Howar ist mehrfacher Weltmeister und arbeitet bereits seit dem Studium für das Design Team von North Sails. Ein bundesweites Händlernetz verstärkt das starke Team.

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