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Neubau statt Umbau

11.11.2009 | Allgemein

Die «Alexander von Humboldt», das „Schiff mit den grünen Segeln“, soll verkauft und durch einen Neubau ersetzt werden.

Unter dem Markenzeichen der grünen Segel aus der Werbung einer Bremer Brauerei ist der Dreimasters „Alexander von Humboldt“ berühmt geworden. Inzwischen sind der Deutschen Stiftung Sail Training (DSST) die jährlichen Kosten von 400.000 Euro, „mit zunehmender Tendenz“ für den Erhalt des Schiffes zu hoch geworden.

Die «Alexander von Humboldt» soll verkauft und durch einen 15 Millionen teuren Neubau ersetzt werden. Ein neues Schiff segelt kostengünstiger, weil deutlich weniger Reparaturen anfallen, sagte Diedrich Rickens vom Vorstand der Deutschen Stiftung Sail Training (DSST), der das Schiff gehört. Die Zustimmung des Aufsichtsrates zur Auftragsvergabe des neuen Schiffes soll noch in diesem Jahr eingeholt werden, hieß es weiter. (www.mediamaritim.de/blog/grossegler/grossegler-auf-kiel-gelegt/#more-1272).

Die Sicherheit der 1906 gebauten Bark als Jugend- und Ausbildungsschiff kostet die DSST jedes Jahr rund 400 000 Euro – «mit zunehmender Tendenz.» Bislang stehe nicht fest, auf welcher Werft die «Alex II» gebaut werden soll. «Wir sind mit zwei Werften in Endgesprächen», sagte Rickens. Die Zustimmung des Aufsichtsrates zur Auftragsvergabe des neuen Schiffes soll noch in diesem Jahr eingeholt werden.

„Solange die heutige ‚Alex‘ in ihrem letzten Törnplan fährt, werden wir unsere Stammcrew-Mitglieder mit einer schon betriebsbereiten ‚Alex II‘ vertraut machen, damit auch ihre ersten Törns schon zu einem Erfolg werden.“

Mit der „Alex II“ wird es erstmals seit 1957 wieder einen Neubau eines Segelschulungsschiffs unter deutscher Flagge geben. Rund 1350 Quadratmeter Segelfläche werden den 65 Meter langen Dreimaster mit gut 13 Knoten – umgerechnet sind das etwa 24 Kilometer pro Stunde – weltweit über die sieben Meere treiben.

Die «Alex I» wurde vor mehr als hundert Jahren als Feuerschiff konstruiert. Unter dem Namen «Reserve Sonderburg» wies sie als schwimmender Leuchtturm bis Mitte der 1980er Jahre den Schiffen in Nord- und Ostsee den rechten Weg. Nach der Übernahme durch die DSST wurde das Feuerschiff zum Schulsegler umgebaut.

Die Bark wird nach den Grundsätzen der internationalen Sail Training Association betrieben, die sich die Völkerverständigung auf die Fahnen geschrieben hat, sagte Rickens. Rund 40 000 «Trainees» genannte Mitsegler waren seit 1988 an Bord. Mehr als 400 000 Seemeilen legte die Bark in dieser Zeit unter dem DSST-Stander zurück. Dafür konnte die DSST auf mehr als 800 Stammbesatzungsmitglieder und 18 Kapitäne zurückgreifen, die die Bark in ihrer Freizeit segeln.

Mehr Details für Kaufinteressenten unter:
Arne Schmidt Yachts
Brokerage & Sales
Tel.: 040-38904360
info@as-yachts.com

Deutsche Stiftung Sail Training
Tel.: 0471- 945880
info@gruene-segel.de
www.gruene-segel.de

Die Bark „Alexander von Humboldt“

Am Anfang stand die Idee, Jugendliche auf einem Großsegler ganz neue Erfahrungen gewinnen zu lassen, im Umgang mit der Natur, mit einem traditionellem Schiff, mit der Gemeinschaft an Bord und mit sich selbst.

Die Geburtsstunde der grünen Bark liegt im Jahre 1906. Der bewährte Riss eines Segelschiffsrumpfes diente zum Bau eines neuen Feuerschiffes. Viele Jahre wies es den Seeleuten zu allen Tages- und Jahreszeiten den Weg, zu Häfen in der Ostsee und auch bei der schwierigen Ansteuerung der Elbe-, Weser- und Jademündungen.

1986 erwarb die Sail Training Association Germany/S.T.A.G. dieses Schiff vom Bundesminister für Verkehr, das zuletzt als Feuerschiff „Kiel“ seinen Dienst tat. Zusammen mit den weiteren Stiftern, der Brauerei Beck & Co. und der Logistikfirma E. H. Harms, gründete sie die Deutsche Stiftung Sail Training/DSST als Eigner und Betreiber des zukünftigen Segelschulschiffes. Diese gemeinnützige Stiftung nach privatem Recht ist vom Senator für Inneres des Landes Bremen genehmigt.

In den Jahren 1986 bis 1988 verwandelten die Motorenwerke Bremerhaven und viele freiwillige Helfer das ehemalige Feuerschiff in die Bark „Alexander von Humboldt“. Ihr neuer Name wurde vom Stifter Egon Harms – beide hatten am selben Tag Geburtstag – vorgeschlagen und von allen begeistert angenommen, verkörpert er doch einen der angesehensten deutschen Naturwissenschaftler, der neben vielen anderen Forschungsarbeiten den südamerikanischen Kontinent zum zweiten Mal entdeckt hatte.

Die Bark „Alexander von Humboldt“ ist 63 Meter lang, 8 Meter breit und hat 394 Bruttoregistertonnen. 25 Segel mit einer Fläche von 1010 Quadratmetern machen sie bis zu 12 Knoten schnell. 60 Kojen stehen bereit für die 25köpfige Stammbesatzung und für 35 Trainees, wie die Mitsegler genannt werden. Ihre grüne Rumpffarbe setzte die Tradition der ehemals in Bremerhaven ansässigen Segelschiffs-Reederei Rickmers fort, die grünen Segel stiftete die Brauerei Beck & Co.

Seit ihrer Indienststellung im Jahre 1988 hat „Alex“, wie sie von ihren Freunden liebevoll genannt wird, achtmal den Atlantik überquert und mehr als 400.000 Seemeilen zurückgelegt. Das entspricht 18mal dem Umfang des Äquators. Fast 40.000 Trainees, männlich und weiblich, aus Deutschland, Europa und Übersee, wurden in traditionelle Seemannschaft ausgebildet. Davon sind durch Weiterbildung mit Prüfungen etwa 5.000 Mitglieder der Stammcrew geworden, vom Leichtmatrosen bis zum Toppsmatrosen. Für die Schiffsführung sind aktive oder ehemalige Nautiker und Techniker verantwortlich. Hinzu kommt die meist unsichtbare aber unverzichtbare Landorganisation mit vier Angestellten und mehreren ehrenamtlichen Mitarbeitern für Planung, Verwaltung, Ausbildung und Technik.

Mag der Schiffsrumpf der „Alexander von Humboldt“ mit über 100 Jahren auch eine „alte Lady“ sein, so ist der Segler unter nautischen und technischen Gesichtspunkten hochmodern – kompromisslos hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit. Die Bark „Alexander von Humboldt“ erfüllt den höchsten Standard, den internationale Sicherheitsrichtlinien für den Seeverkehr vorschreiben, bis zum Jahr 2008 durch den Germanischen Lloyd und die See-Berufsgenossenschaft bestätig. An der Fortsetzung dieses Standards gibt es keine Zweifel.

Doch was ist ein Schiff ohne seine Besatzung. Zur Zeit stehen der Bark „Alexander von Humboldt“ etwa 800 Stammbesatzungsmitglieder zur Verfügung. Dabei sind 18 professionelle Kapitäne, 60 Steuerleute, 110 Maschinisten, 100 Köche, 60 Mediziner und rund 630 Bootsleute, Toppsmatrosen, Matrosen und Leichtmatrosen. Alle Crewmitglieder stellen ihr Können und ihre Arbeitskraft freiwillig und mit Begeisterung in die Dienste der „Alexander von Humboldt“. Sie erweitern ständig ihr Wissen in der traditionellen Seemannschaft durch Seminare und Sicherheitslehrgänge.

Der Windjammer für die Jugend und die Junggebliebenen fördert den Gruppengeist, trägt zur internationalen Verständigung bei und bietet durch Sail Training die Chance, traditionelle Seemannschaft zu lernen, Teil eines Teams zu sein, unter fordernden Verhältnissen auf andere Rücksicht zu nehmen und Selbstdisziplin zu üben. Sail Training ist Sozialtraining, der Grundsatz, unter dem die Deutsche Stiftung Sail Training diese Schule zur See betreibt.

Jedes Jahr machen viele Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, von dieser Möglichkeit Gebrauch. Sie segeln mit unserem Schiff zu bekannten und unbekannten Zielen, erkunden die Häfen und Strände ferner Länder, helfen mit bei Wache und Backschaft und bei der Instandhaltung der „alten Lady“. Sie erleben auf einem Traditionssegler zusammen mit Gleichgesinnten einen Aktiv- und Erlebnisurlaub der besonderen Art. Nicht ein starrer Fahrplan, sondern Wind, Wetter und Crew gestalten den Törnablauf. Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich, schließlich wird die Handhabung eines traditionellen Segelschulschiffes ja vermittelt. Viel wichtiger ist die Begeisterung, fremde Menschen als Freunde gewinnen und außergewöhnliche Eindrücke erleben zu dürfen.

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Ein Kommentar

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[...] Grund auf zu sanieren oder mit einem Neubau für Jahrzehnte die Zukunft der Stiftung zu gestalten (www.mediamaritim.de/blog/institutionverein/neubau-statt-umbau/#more-4732). „Wir haben uns für ein neues traditionelles Segelschiff entschieden“, so Diedrich Rickens, [...]


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