Künstliche Haihaut als Antifouling
10.11.2009 | AllgemeinErfahrungen eines neuen Antifoulings nach der ersten Saison.
Wo sogar herkömmliche Antifoulinganstriche mit so genannten Bioziden, die für die Umwelt schädlich sind, versagen, kann auch die umweltfreundliche künstliche Haihaut als Antifouling einen Bewuchs nicht immer vollständig verhindern. Das stellten einige Eigner nach Informationen der Vosschemie GmbH in Uetersen bei Hamburg nach der Saison fest. Vosschemie hatte das umweltfreundliche Antifouling zusammen mit dem Bionik-Forschungslabor der Hochschule Bremen entwickelt und vermarktet die „Haifischhaut in Dosen“.
Was die Nutzer dieser künstlichen Haifischhaut jedoch erfreute: Der Bewuchs, einschließlich der normalerweise sehr stark haftenden Seepocken, lässt sich mit einem Schwamm oder einem Hochdruckreiniger einfach und rückstandsfrei beseitigen. „In Minuten ist der Rumpf wieder so sauber wie er war“, berichtete beispielsweise das Seglermagazin YACHT und empfiehlt eine Aktion mit dem Hochdruckreiniger, um den Anstrich nicht zu beschädigen.
„Sie als Eigner haben sich bewusst ‚Pro Umwelt & Gesundheit’ entschieden“, argumentiert die Vosschemie GmbH gegenüber Nutzern, die von dem neuen, biozidfreien Antifoulings „Wunder“ erwartet hatten. „Realistisch betrachtet kann man die Natur und die im Laufe der Evolution entwickelten biologischen Lösungen niemals hundertprozentig kopieren. Sie kann immer nur ein Vorbild sein,“ so der Hersteller. Der Einsatz einer Beschichtung mit dem Lotus-Effekt ist laut Vosschemie nicht gleich bedeutend mit „Nie wieder putzen“ und genauso wenig kann die künstliche Haifischhaut jeder Yacht in ein bewuchsfreies, superschnelles Hochleistungsobjekt verwandeln.
Fakt ist tatsächlich, dass es Wasserorganismen schwer haben, sich an der Oberfläche der Haihaut zu verankern. Wird das Boot häufig regelmäßig bewegt, findet durch die Abströmung des Wassers eine Art „Selbstreinigung“ statt. Durch den Wasserstrom wird der lose anhaftende Algenschleim mitgerissen, und es entsteht kein weiterer Nährboden für weitere, größere Organismen. Wird das Boot nicht bewegt, wird die Wirkung erheblich reduziert, da die giftfreie Haifischhaut nicht wie ein herkömmliches Antifouling Giftstoffe an das Wasser abgibt, um den Bewuchs zu verhindern.
Der Bewuchs lässt sich von der Haifischhaut im Vergleich zu anderen Beschichtungen jedoch spielend leicht entfernen, weiß man bei Vosschemie aus Erfahrung. Eine Reinigungsprozedur für ein zwölf Meter langes Schiff würde per Hochdruckreinigung und leichter manueller Vorarbeit nicht einmal 30 Minuten dauern. Das Positive dann: Nach der Reinigung hat man wieder ein sofort einsatzbereites Unterwasserschiff.
Mehr Informationen:
Vosschemie GmbH,
Tel. : 04122 / 7170
www.vosschemie.de
www.yachtcare.de



