America´s Cup: Ende von Ras al-Khaimah
28.10.2009 | AllgemeinNiederlage für Alinghi vor dem New Yorker Gericht.
Der New York Supreme Court ordnet an, dass der 33. America’s Cup die Deed of Gift erfüllen muss.
Der New York Supreme Court verfügte heute, dass der auf Februar 2010 angesetzte 33. America’s Cup an einem Ort auf der südlichen Hemisphäre ausgetragen werden muss, der genauen Auslegung des für den Wettkampf maßgebenden Dokuments, der Deed of Gift, folgend. Einzige Ausnahme von dieser Regel ist Valencia.
Mit diesem Urteil wird es nach aktuellem Stand kein America’s Cup am arabischen Golf geben. Richterin Kornreich bestätigte BMW-Oracles Interpretation der Deed of Gift, das Urteils von Richter Kahn präzisierend, dass der 33. America’s Cup am 10. Februar entweder in Valencia oder der Süd-Hemisphäre stattfinden muss. Andere Austragungsorte kämen nur als einvernehmliche Lösung in Frage. Nun wird die Zeit knapp, in vier Monaten soll der Cup stattfinden. Australien, Neuseeland, Brasilien oder Südafrika sind nicht gerade als Leichtwind-Reviere bekannt. Der Kommentar, die enttäuschte Reaktion Alinghis und das Statement von BMW-Oracle, Tom Ehman sieht im Urteil einen ersten Schritt hin zu einem fairen America’s Cup. Noch diese Woche wird das Gericht auch die Klagen über die einseitig von Alinghi bestimmte Jury sowie über den Einfluss der Wassertanks bei der Vermessung sowie die Bootslänge (mit oder ohne Ruder, Tanks geflutet oder leer) aufgrund der Unterlagen behandeln und per Ende Woche entscheiden
“Das ist ein enttäuschendes Resultat, weil wir sicher waren, dass es das Urteil von Richter Cahn im Mai 2008 dem Defender erlaubte, Valencia oder “jeden anderen Ort” zu wählen”, sagte Lucien Masmejan, der Rechtsberater der Société Nautique de Genève (SNG). “Ras al-Khaimah hat enorm viel Zeit und Aufwand in diesen 33. America’s Cup gesteckt. Wir danken ihnen und sind enttäuscht über diese unerwartete Entscheidung des New Yorker Gerichts.”
“Wir sind aber auch zufrieden, weil Richterin Kornreich bekräftigte, dass der Deed of Gift-Match nach den Regeln der SNG ausgetragen wird, so wie sie dies schon in einem vorhergehenden Gerichtsurteil getan hatte”, fügte Lucien Masmejan hinzu.
In der Deed of Gift von 1887 ist zwar festgehalten, dass Rennen um den America’s Cup zwischen dem 1. November und dem 1. Mai auf der südlichen Hemisphäre ausgetragen werden müssen, aber das Urteil von Richter Cahn vom New Yorker Supreme Court vom 12. Mai 2008, in dem stand, dass “der Austragungsort des Matchs Valencia oder jeder andere von der SNG gewählte Ort sein kann”, führte den titelverteidigenden Yacht-Club des America’s Cup, die Société Nautique de Genève, dazu, sich für Ras al-Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu entscheiden.
Dass dieses die letzte Entscheidung zum Autragungsort des America´s Cup sein wird, kann nach dem bisher schon über zwei Jahre währenden Rechtsstreits nicht angenommen werden.
Internationale Medien reagierten hämisch auf den jüngsten Richterspruch aus Manhattan. Der britische «Daily Telegraph» titelte: «Der America’s Cup verkommt zur Farce»; die französische «LEquipe» schrieb: «Das Austragungsrevier Emirate ist ausgelöscht.» In Spanien ist dagegen die Hoffnung groß, dass der traditionsreiche Wettbewerb erneut vor Valencia ausgetragen wird. Die Zeitung «El Pais» frohlockte: «Der America’s Cup nähert sich einmal mehr Valencia.»



