Darßer Ort: Nothafen soll zugeschüttet werden
14.10.2009 | AllgemeinDLRG kritisiert Pläne zur Baggergutverklappung im Darßer Nothafen.
Im Gezerre um den Nothafen Darßer Ort ist eine neue Runde eingeläutet worden. Die Umweltstiftung WWF, Betreiber des von ihr ungeliebten Nothafens Darßer Ort, will den Sand, der bei der lange überfälligen Ausbaggerung der Fahrrinne anfällt, ausgerechnet im Hafen selbst verklappen: Damit soll verhindert werden, dass außer dem Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ der DGzRS weitere Schiffe dort festmachen. Langfristig träumen die Umweltschützer nach eigenen Angaben davon, den Hafen wieder in einen Strandsee zu verwandeln.
Auch die Landesregierung vom Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich an den Überlegungen. Man prüfe derzeit alle technisch denkbaren Möglichkeiten, Baggergut aus der Hafenzufahrt im Hafengewässer verklappen zu können, so Pressesprecherin Julia Hasse gegenüber der Ostsee Zeitung.
Die vom Land geplante Verklappung von Baggergut im Darßer Nothafen stößt bei Seenotrettern auf heftige Kritik. Das Zubaggern des Hafens und der späte Termin der Fahrwasserbaggerung seien unsinnig und stellten eine Verschleuderung von Steuergeldern dar, sagte der Präsident der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Mecklenburg-Vorpommerns, Mathias Löttge, in Schwerin.
Der FDP-Landtagsabgeordnete Gino Leonhard, innenpolitischer Sprecher und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion M-V, nannte das Vorhaben einen Schildbürgerstreich: “Nicht nur, dass die Ausbaggerung erst zwei Jahre nach dem Landtagsbeschluss vorgenommen wird, jetzt soll auch noch das Baggergut aus der Fahrrinne im Hafen selbst verklappt werden. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man sich in einem Schildbürgerstreich wähnen. Beim Thema Nothafen lässt die Landesregierung keine Posse aus. Wer die Fahrrinne zum Nothafen für 600.000 EUR ausbaggern lässt, um im gleichen Atemzug den Hafen selbst unbefahrbar zu machen, der gibt sich nicht einmal mehr den Anschein seriösen Handelns. Der angebliche Naturschutz scheint bei der Landesregierung einen höheren Stellenwert zu haben, als die Seenotrettung und der Schutz von Menschenleben. Das Vertrauen des Parlaments hat die Landesregierung ohnehin verloren. Nach anfänglichen Verzögerungsspielchen, hat sie nun auch noch die Parlamentslüge in ihr Repertoire aufgenommen. In der Beantwortung meiner Kleinen Anfrage vom 25. September 2009 hat sie ausgeführt, dass das Baggergut nordöstlich der Prerowbank verklappt werden solle. Mit heutigem Sachstand hat sie offensichtlich die Unwahrheit gesagt, oder sie ist nicht mehr Herr der Dinge. Die Lebensrettung an unserer Küste muss endlich den notwendigen Stellenwert bekommen. Die Landesregierung verspielt das Vertrauen der Retter der DGzRS. Damit muss endlich Schluss sein!”
Seit längerer Zeit ist die Fahrrinne versandet, die Seenotretter mussten den wichtigen Stützpunkt aufgeben. Immer wieder hatten sich in der jüngsten Vergangenheit dramatische und sogar tödliche Seenotfälle vor dem Darß ereignet – die Retter haben stundenlange Anfahrtswege. Über eine Distanz von etwa 80 Seemeilen war der Darßer Ort an der deutschen Küste der einzige Fluchthafen für Fischer und Sportbootfahrer. Damit ist schon lange Schluss.
Die Zufahrt zu der seit Jahren als Nothafen genutzten Anlegestelle im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft soll ein letztes Mal ausgebaggert werden, um die Zeit bis zum Bau eines Hafens bei Prerow zu überbrücken.
(http://www.mediamaritim.de/blog/institutionverein/dgzrs-einsatzhafen-bleibt/#more-4273)




Samstag, 21. November 2009 11:34
[...] Am Darßer Ort befindet sich ein Nothafen für Freizeitskipper, der zurzeit geschlossen ist. Dieser Nothafen sollte ab November 2009 wieder ausgebaggert und vertieft werden, um hier einen Seenotrettungskreuzer stationieren zu können (www.mediamaritim.de/blog/reviere/wassersport-baggerung-im-nothafen-darser-ort-beginnt/#more-4506). In der Vergangenheit war der Nothafen umstritten: Oft wurde er von Seglern als günstige Übernachtungsmöglichkeit ohne Notfall angelaufen. Nach Fertigstellung eines in Prerow geplanten Hafens für 250 Sport- und Fischerboote sowie einen Seenotrettungskreuzer soll der Nothafen endgültig geschlossen werden (www.mediamaritim.de/blog/reviere/darser-ort-nothafen-soll-zugeschuttet-werden/#more-4402). [...]
Montag, 8. März 2010 9:55
[...] (www.mediamaritim.de/blog/institutionverein/nothafen-wird-seenotrettungsstation/#more-4850 und auch http://www.mediamaritim.de/blog/reviere/darser-ort-nothafen-soll-zugeschuttet-werden/#more-4402). Während er geschlossen war, kam es zu mehreren Seenotfällen vor Darßer Ort – sogar mit Toten, [...]
Dienstag, 24. Mai 2011 19:35
[...] zwischen verschiedenen Interessensgruppen (www.mediamaritim.de/blog/reviere/darser-ort-nothafen-soll-zugeschuttet-werden/#more-4402). Erneut zeigte sich bei diesem Notfall die Notwendigkeit, gerade in diesem Bereich der [...]