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Woche des Meeres in Rostock

16.09.2009 | Allgemein

Ausstellung zu den Wurzeln heutiger Meeresforschung und Meteorologie

Mit einer ‘Reise in die Vergangenheit’ gibt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in der Neptunallee faszinierende Einblicke in die Arbeit der ersten Meeresforscher. Die Ausstellung vom 14. bis 25. September 2009 rund um den Visionär Georg von Neumayer, der international als der Wegbereiter praxisbezogener Meeresforschung gilt, ist zugleich ein Beitrag zur Woche des Meeres in Rostock, die in einer Woche beginnt.

Mit seinen nautisch-meteorologischen und hydrographischen Arbeiten zur Erforschung der Naturverhältnisse der Meere ebnete Georg von Neumayer bereits Mitte des 19. Jahrhundert den Weg u.a. für erste Segelanweisungen, Atlanten, Wetterjournale und Wetterkarten. Dies war so zukunftsweisend, dass die Grundlagen im Prinzip auch heute noch gelten – für immer neuere Nutzungen der Meere, für den Meeresumweltschutz, die maritime Wettervorhersage, die Klimaüberwachung oder die Instrumententechnik.

Bereits 1856 gründete Neumayer (21.6.1826 – 24.5.1909) nach ausgedehnten Forschungsreisen, die ihn nach Brasilien und Australien führten, in Melbourne das Flagstaff-Observatorium für Geophysik, Magnetismus und Nautik, das er bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland (1865) leitete.

Die Internationalität hat Neumayer, der überzeugt war, Forschung lasse sich erfolgreich nur in globaler Zusammenarbeit betreiben, nie aus den Augen verloren. So gehörte er zu den Initiatoren des 1. Internationalen Polarjahres 1882/83, das die internationale Erforschung der Polargebiete zum Ziel hatte. Auch die Antarktische Internationale Kooperation 1900-1905 wurde von ihm maßgeblich beeinflusst. So verwundert es denn nicht, dass die deutsche Antarktis-Forschungsstation nach Neumayer benannt wurde und auch die erst im Februar 2009 eröffnete Neumayer-Station III diesen Namen trägt. Unter Neumayer wurden auch der telegrafische Wetternachrichtendienst und der Sturmwarndienst an den deutschen Küsten organisiert – Aufgaben, die heute der Deutsche Wetterdienst wahrnimmt.

In Deutschland gilt Neumayer als Begründer der ‘Flaschenposten’, mit deren Hilfe früher Meeresströmungen erforscht wurden. Das einfache Prinzip: Kapitänen deutscher Handelsschiffe gab man eine leere Flasche mit einem vorbereiteten Formular mit, die auf einer vorher bestimmten Längengradposition über Bord geworfen wurde. Die Finder dieser Flaschenposten wurden gebeten, die Zettel mit Fundort und Datum zu versehen und an die Deutsche Seewarte in Hamburg zu schicken. Die späteren Auswertungen ermöglichten, den Weg der Flaschen nachzuvollziehen und Aufschluss über die Meeresströmungen zu erhalten. Heute zählen die meereskundlichen Dienste und auch das Monitoring der Meeresumwelt zu den Arbeitsschwerpunkten des BSH, mit weiter zunehmender Bedeutung auch unter Klima-Aspekten.

Einzigartige Exponate, die die maritime Spezialbibliothek des BSH aus ihren historischen Schätzen zusammengestellt hat, geben noch heute Zeugnis von der herausragenden Arbeit Neumayers. Gezeigt werden in der Ausstellung u.a. handschriftliche Aufzeichnungen, historische Flaschenpostbriefe sowie erste Segelanweisungen und Wetterkarten der Deutschen Seewarte. Die Ausstellung ist eine gemeinsame Aktion von BSH und Deutschem Wetterdienst.

Ausstellung vom 14. – 25. September 2009, täglich Montag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)

Neptunallee 5

18057 Rostock

Telefon 0381 4563-5

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