Serie: Trickkiste für Segler (13)
31.07.2009 | AllgemeinJeden Freitag Tipps und Tricks, die das Leben an Bord leichter machen.
Er wandert stets mit einem Fotoapparat und einem Notizblock durch die Sportboothäfen. Autor Klaus Bartels, selbst ein begeisterter Segler, sammelt Tricks, mit denen Yachteigner ihre Boote verbessern können, wie andere Briefmarken.
Die Sportboothäfen an der Küste und im Binnenland präsentieren sich als wahre Erfindermessen. Die Kreativität von Bootseignern scheint endlos zu sein, wenn es darum geht, sich etwas einfallen zu lassen, um zu segeln, zu motoren und das Leben an Bord zu optimieren.
Es geht den Skippern genauso um die Sicherheit an Bord wie um einen größeren Komfort und mehr Effektivität beim Segeln. Dass dabei manchmal Ideen verwirklicht werden, deren Sinn erst beim zweiten Blick deutlich wird, zeigt, dass auf den Booten heftig nachgedacht wird.
Viele dieser Dinge, auch unorthodoxe Problemlösungen, wie den Rückspiegel zur Kühlwasserkontrolle oder Flügelmuttern als Universalhalterungen hat der Autor Klaus Bartels in den Büchern Seglers Trickkiste gesammelt. Hier finden sogar alte Salznacken noch etwas Neues.
Die Trickkiste präsentiert sich mit leicht verständlichen Texten und Zeichnungen zu verschiedenen Themen, damit Bootseigner alle Tipps und Tricks ohne Schwierigkeiten nachvollziehen und auf ihren Booten und Yachten verwirklichen können.
Nachrüstbarer Holepunktversteller
Das Problem ist der nach dem Reffen des Rollvorsegels falsche Holepunkt, der auf älteren Yachten nur durch direktes Eingreifen per Hand am Schlitten und damit nur mit dem Verlassen des Cockpits möglich ist. Die Lösung bringen vier Schotwagenstop-per für die Backbord- und die Steuer-bordgenuaschienen sowie vier End-stücke für Genuaschienen mit Umlenkrollen und vier Leinen. Wichtig ist es, die Stopper genau dort auf den Schienen zu platzieren, wo der von seiner Stoppmöglichkeit befreite und dadurch bewegliche Schotwagen seinen optimalen Platz einmal für die ausgerollte und dann für die gereffte Rollfock hat. Dabei verhindern die Stopper, dass der Schlitten zu weit nach achtern oder zu weit nach vorn rutschen kann. Der Schotwagen erhält dann jeweils eine Leine, die zum Endstück nach vorn und zum Endstück nach achtern geführt wird. Diese Leinen führt man durch die Umlenk-rollen ins Cockpit, wo eine Möglichkeit vorhanden sein muss, sie zu belegen. Wird die Rollfock gerefft, löst man die Leine der achteren Umlenkrolle und holt die vorderen dicht und belegt sie. Der Schotwagen kann so seine neue Position einnehmen.
Wer etwas mehr Geld beim Yachtaus-rüster ausgibt und sich kugelgelagerte Schotwagen und Umlenkrollen an-schafft, macht sich das Leben beim Holepunktverstellen noch einfacher, er benötigt weniger Kraft.
Lange Leine für den Trailer
Oftmals ist die Rampe, auf der der Trailer ins Wasser gelassen wird, zu steil – oder der Untergrund ist ungeeignet, um ihn mit der direkt auf der Anhängerkupplung des Autos sitzenden Trailerdeichsel zu befahren. Eine lange, stark dimensionierte Leine, die zwischen Trailer und Auto gespannt wird, hilft dann in den meisten Fällen. Der Trailer, der auf der Slipbahn auch allein Richtung Wasser rollen würde, wird durch die lange Leinenverbindung zum Auto kontrolliert. Das geschieht durch eine langsamere Rückwärts-fahrt auf sicherem Untergrund Richtung Wasser. Mit dem Auto wird sozusagen nur die Eigenfahrt des auf abschüssiger Slipbahn ins Wasser rollenden Trailers abgebremst. Mit Hilfe einer Leine kann der Trailer dann auch wieder vom für das Auto sicheren Weg aus dem Wasser gezogen werden.
Für alle, die nicht auf das Ende dieser wöchentlichen Serie warten möchten gibt es die beiden Bände im Mediamaritim-Shop unter www.mediamaritim.de/shop und auch im Buchhandel.
Klaus Bartels: Seglers Trickkiste Band 3, 100 Seiten, bordfreundliches Taschenbuchformat, Mediamaritim International, ISBN 3-934919-03-0, Band 2, 108 Seiten, ISBN 3-934919-01-4, je EUR 12,75



