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Aufbruch in ein Segel-Abenteuer [VIDEO]

28.06.2009 | Allgemein

Start zu einem außergewöhnlichen Törn und erster Tag auf See.

Zu einer doppelten Weltumsegelung ist Bernt Lüchtenborg in Cuxhaven gestartet, einhand und ohne Zwischenstopp einmal mit und einmal gegen den Wind.

Rund anderthalb Jahre hat Lüchtenborg für die etwa 65.000 Seemeilen lange Tour eingeplant. Zweimal will der ehemalige Bauunternehmer alleine die Welt umsegeln und das ohne Zwischenstopp in einem Hafen. Nach der ersten Umrundung über Neuseeland und Südamerika will er sein Boot nahe Gran Canaria wenden, Proviant aufnehmen und dann noch einmal in einer viel mühsameren Variante gegen den Wind und im antarktischen Winter durch die Südmeere segeln.

Vor-Start in Wismar

Lüchtenborg verbindet sein Segelabenteuer mit einem Forschungsauftrag des Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) in Warnemünde. Dazu wird er für die Meeresforschung bisher nicht vorliegende wissenschaftliche Daten sammeln. “Wir erhalten so einen kompletten und in dieser Form noch nicht da gewesenen Datensatz aus dem Südpolarmeer”, erklärt die zuständige Wissenschaftlerin im IOW, Christa Pohl, die Bedeutung der Zusammenarbeit. Unter anderem solle damit Forschung zur Konzentration klimarelevanter Mikronährstoffe im Meer und zu Mikroalgen und ihren Blüten betrieben werden.

Außerdem will Lüchtenborg sein Projekt „sail2horizons“ voranbringen, mit dem er Zeichen setzen möchte, und wichtige Themen wie den Klimawandel und die Unterstützung benachteiligter Kinder und Jungendlichen mit ungewisser Zukunft aufgreifen will. In Wismar, wo die Vorbereitungen für die Reise begannen, ist sein Verein zur Förderung benachteiligter Kinder zu Hause. Das soziale Engagement ist dem 55-Jährigen ein großes Anliegen, wie er betont. Aus seinen Firmen hat Lüchtenborg sich nach eigenen Angaben bereits im Laufe seiner ersten Weltreise zurückgezogen. “Ich bin aber kein Aussteiger”, betont er. “Ich sehe mich immer noch als Unternehmer.” Aufgabe seiner “Firma” sei nun eben die Vermarktung und Realisierung seiner Weltumsegelung.

Sein Zuhause für die nächsten 18 Monate wird eine aus Aluminium gefertigte Sloop vom Typ Glacer 52 sein, die von der von der ehemaligen „Edelschmiede“ Dübbel & Jesse auf Norderney speziell gefertigt wurde, um Törns in entlegene Gebiete dieser Erde bewältigen zu können. Mit einer Länge von 16 Metern, einer Breite von 4,6 Metern und einem Tiefgang von 2,35 Metern, erreicht die Yacht ein Gewicht von 17,5 Tonnen.

Die lange Reise hat Lüchtenborg genau geplant. Zwei Schlafkojen und die Dusche der Yacht würden noch zu Lebensmittellagern umgebaut, erzählt er. 1.800 Liter Trinkwasser sind in einen Tank eingelassen. Energie will Lüchtenborg durch Solar-, Wind- und Wassergeneratoren gewinnen. Eine der vielen technischen Raffinessen der Yacht ist ein Stepper an Deck, mit dem Lüchtenborg seine durch die lange Fahrt wenig beanspruchten Beinmuskeln trainieren will. Durch die Tritte kann Meerwasser gepumpt und in Trinkwasser umgewandelt werden. “Bis zu sieben Liter sollen so pro Stunde gewonnen werden”, sagt Lüchtenborg noch ein wenig skeptisch.

Der Skipper hat bereits eine Weltumsegelung hinter sich. “Eigentlich wollte ich damals nur drei Monate um die Kanaren schippern”, erinnert sich der gebürtige Niedersachse an den Start im Jahr 2000. Daraus sei dann eine fünfjährige Weltreise geworden. Dabei hatte Lüchtenborg erst einige Jahre zuvor das Segeln gelernt. “Ein nautisches Bleichgesicht war ich”, sagt der Abenteurer und lacht. Auf der Tour habe er durch seine Fehler mehr und mehr dazugelernt. Daraus ist eine Leidenschaft für das Segeln geworden.

Nach dem Abschied in Cuxhaven gibt Lüchtenborg einen ersten Eindruck von Bord der Horizons:
28.06.2009 09:36(UTC), Routineeintrag
53° 34,970′ N, 005° 51,230′ W
4.6 kn, 251°
Wetter
Luft 23 °C, 1010 hPa
Seegang Stufe 2
Bewölkung heiter 10 – 50%
Niederschlag kein
Sicht gut (10 NM)
Antrieb Parasailor 240 qm gesetzt
1. Seetag: Im Abschied liegt der Beginn von etwas Neuem – Sehnsucht nach Meer. Hinter mir liegt die Welt von gestern, vor mir das allmähliche Bewusstsein im Meersein. Hab Rückenwind – der Parasailor zieht mit 6-8 Knoten Fahrt in die Nacht. Döse im Cockpit unter der Decke, wälze mich in den Schlaf und wieder raus. Finde keine Ruhe. Der Kopf segelt noch mal die Ereignisse vergangener Tage ab. Danke für den tollen Abschied in Wismar und Cuxhaven! Querab von Borkum muss ich eingeschlafen sein – als ich erwachte war ich in Holland…

Auf einer Website soll das Projekt live mitverfolgt werden können. Es wird tägliche Logbucheinträge, eine Live-Routenverfolgung und Audio-/Videoberichte von Bord geben unter
www.sail2horizons.com

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3 Kommentare

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[...] 148. Seetag nach dem Start am 27. Juni 2009 in Cuxhaven zu einer zweifachen Weltumsegelung (www.mediamaritim.de/blog/allgemein/aufbruch-in-ein-segel-abenteuer/#more-3224) muß Bernt Lüchtenborg sein Vorhaben aufgeben. Ein Törn, der bisher schon einige Pannen [...]

2

[...] Es ah alles so gut geplant aus und die Idee, zweimal einhand nonstop die Welt zu umsegeln war auch ein neuer Aspekt in der Jagd um neue Rekordmarken (www.mediamaritim.de/blog/personality/zweimal-nonstop-um-die-welt/#more-2526) und (www.mediamaritim.de/blog/allgemein/aufbruch-in-ein-segel-abenteuer/#more-3224). [...]

3

[...] Juni 2009 zu einer doppelten Solo-Nonstop-Weltumsegelung, jeweils in entgegengesetzte Richtungen (www.mediamaritim.de/blog/allgemein/aufbruch-in-ein-segel-abenteuer/#more-3224). Allerdings musste er im Dezember 2009 eingestehen, dass er nicht ständig alleine an Bord seines [...]


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