Seekrankheit beginnt im Kopf
12.06.2009 | AllgemeinDas Leiden Seekrankheit kann jeden befallen, auch den erfahrenen Salzbuckel.
Jürgen Duscha. Seekrankheit ist sicher die bekannteste Form der Reisekrankheit und ist ein Leiden, das selbst einen erfahrenen „Salzbuckel“ noch befallen kann.
Wenn das Gehirn die Signale aus dem Innenohr nicht mit den optischen Eindrücken aus dem Auge in Einklang bringen kann rebelliert der Körper. Besonders häufig tritt Reise- oder Seekrankheit in geschlossenen Kabinen eines schwankenden Schiffs auf, in denen der Passagier die Bewegung ohne visuelle Bestätigung, etwa durch den Blick auf den Horizont, erlebt. In Flugzeugen und Zügen ist sie seltener anzutreffen, da die Fahrten meist weniger Beschleunigungsvorgänge beinhalten und mit Ausnahme des Starts und der Landung eines Flugzeugs auch die Intensität viel kleiner ist als etwa beim Auto oder Reisebus.
Reisekrankheit wird meist intensiviert durch Fixierung der Sicht auf Objekte, die sich mit dem Fahrzeug bewegen, wie beispielsweise einem Buch. Es existieren auch psychosomatische Erscheinungen, wonach die Erwartung, unter Reisekrankheit bei einer Fahrt zu leiden, das Auftreten der Symptome begünstigt. Erste Anzeichen für Seekrankheit sind Gähnen, Blässe, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Antriebsschwäche. Dann folgen Übelkeit und Erbrechen. Das kann soweit gehen, daß der Betroffene an Selbtstmord denkt oder sich wünscht, daß das Schiff sinkt.
Zur Vorbeugung der Seekrankheit ist eine histaminfreie oder histaminarme Ernährung (Diät) zur Reduktion der Symptomatik hilfreich. Histamin ist als Auslöser der Seekrankheit identifiziert und so ist der Verzicht auf histaminreiche Nahrungsmittel wie Salami, Thunfisch, Tomaten, Schokolade oder Alkohol eine wirkungsvolle Therapie-Unterstützung. Auch ein ausgeruhter Reiseantritt ohne vorheriges schweres Essen vermindert die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Viele Segler haben ihr eigenes Geheimmittel. Manche schwören auf Äpfel, Bananen oder Salzbrezeln mit lauwarmem Cola. Wer zur Seekrankheit neigt, kann auch mit Entspannungsübungen versuchen, sein Problem in den Griff zu kriegen, beispielsweise mit Atemübungen. Eine auch ohne professionelle Hilfe leicht zu erlernende Methode ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, die auch im täglichen Leben bei Aufregungen, Ärger, Angst und Streß hilfreich ist.
Die Pharmazeutische Industrie hat gegen die Seekrankheit viele wirkungsvolle Medikamente zur Behandlung entwickelt. Contravert, Diligan, Bonamine und Peremesin, die den Wirkstoff Meclozin enthalten, Antihistaminika Vomex, Rodavan und Astronautal, sowie Kaugummi, Travelgum, Fortravel und Superpep. Seit vielen Jahren hat sich Stutgeron bewährt, das heute als Cinnarizin AL 25 im Handel ist, da es relativ gut verträglich ist. Dieses Medikament steigert die Durchblutung. Bonamine ist zwar nicht mehr im Handel, der gleiche Wirkstoff ist aber in anderen Präparaten als Monosubstanz enthalten wie Postafen, Postadoxin und Diligan. Einige der sogenannten Reisetabletten sind rezeptpflichtig, die meisten sind aber in Apotheken frei erhältlich. Alle Medikamente gegen Seekrankheit haben jedoch Nebenwirkungen, wie Müdigkeit, vor allem im Zusammenwirken mit Alkohol.
Wer alternative Mittel bevorzugt, kann das Ingwerpräparat Zintona probieren, oder ein homöopathisches Mittel Cocculus D6, das auf das Zentralnervensystem wirkt, Übelkeit und Brechreiz verhindert sowie Schwindel und Schweißausbrüche lindert. Man kann es auch mit Akupression versuchen. Ein Akupressurband (Sea-Band) gibt es im Fachhandel oder in der Apotheke. Die Einnahme von hohen Dosen Vitamin C senkt den Histamin-Spiegel und lindert damit die Krankheitssymptome.
Seekrankheit beginnt im Kopf und deshalb ist das beste Mittel immer das, an welches man glaubt. Und so können auch lockere Arm- oder Fußkettchen, die durch ihre Lage eine zusätzliche, taktile Bestätigung des Gleichgewichtssinns bewirken, schon hilfreich sein.
Um mich von den pharmazeutischen Mitteln möglichst lange fern zu halten habe ich im letzten Jahr auf einem Mittelmeer-Törn zum ersten Mal eine alternative Methode ausprobiert, mit vollem Erfolg, um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen. Ein paar Tage vor Reisebeginn habe ich mir den PejotravelAid (EUR 59 im Versand), einen Bio-Resonanz-Anhänger um den Hals gehängt, ein glasklarer, herzförmiger Anhänger in der Größe einer Ein-Euro-Münze.
Die Bioresonanz-Therapie (BRT) ist ein so genanntes energetisches Verfahren bei dem davon ausgegangen wird, dass die Körperzellen erfassbare elektromagnetische Signale abgeben, die ihrerseits im Gewebe Schwingungen bewirken. Jeder Mensch hat ein ganz eigenes Schwingungsspektrum, das sich aus gesunden, also harmonischen, und krankhaften, disharmonischen Schwingungsanteilen zusammensetzt. Der Ansatz der Bioresonanz-Therapie ist es, „kranke Strömungsmuster“ oder „Schwingungen“ durch „gesunde Schwingungen“ zu ersetzen. Dieser Ansatz von den Strömen im Körper erinnert ein wenig an die asiatische Medizin und insbesondere die Akupunktur.
Und wenn die Seekrankheit im Kopf beginnt, auch mit dem Glauben an den Erfolg einer Maßnahme, so war der Einsatz des Bio-Resonanz-Anhängers für mich ein Erfolg, denn von der sechsköpfigen Crew waren während zwei Sturmfahrten die Hälfte seekrank, ohne mich. Mehr zum PejotravelAid unter www.pejosan.de oder Email info@pejosan.de
Die medizinische Erklärung der Reise- oder Seekrankheit (Nausea marina oder navigantium).
Wenn Menschen auf einem schlingernden Schiff seekrank werden, nach schnellen Drehungen um die eigene Körperachse Schwindel empfinden oder nach einer wilden Achterbahnfahrt sogar Übelkeit aufkommt, dann liegt das an den Signalen aus dem Innenohr, die das Gehirn nicht mit den optischen Eindrücken aus dem Auge in Einklang bringen kann.
Verantwortlich sind die drei Bogengänge des Gleichgewichtsorgans, die wie die Raumebenen eines dreidimensionalen Koordinatenkreuzes senkrecht aufeinander stehen. In diesen Gängen befindet sich Flüssigkeit, die in Bewegung gerät, wenn der Körper seine Lage verändert. Haarzellen melden diese Flüssigkeitsströmung dem Gehirn. Dabei gilt die Regel: Je größer die Bogengänge, desto empfindlicher können sie Lageveränderungen feststellen.
Die Frage nach „guten” oder “schlechten” Schiffe für die Seekrankheit kann nicht ausreichend geklärt werden, denn jeder Schifftyp hat spezielle Eigenschaftne, sich in der Welle zu verhalten.
Nachdem die Seekrankheit eine Bewegungskrankheit ist, sind Yachten mit heftigen Bewegungen ungünstig. Je größer eine Yacht, umso mehr ist man grundsätzlich gegen die Seekrankheit gefeit. Vom Yachttyp mögen Mehrrumpfboote am besten für Segler mit besonders empfindlichen Mägen sein.
Aber auch bei Einrumpfbooten gibt es Unterschiede: Steife Yachten dürften in ihren Schiffsbewgungen magenfreundlicher sein. Hinzu kommt sicher eine psychologische Komponente: Starke Schräglage sieht subjektiv nach Kenterrisiko und Wassernähe aus.
In letzter Zeit wird häufig die Frage angesprochen, ob ein Mittelcockpit günstig gegen die Seekrankheit ist. Das kommt drauf an: Am günstigten ist der Platz, der direkt im Drehpunkt der Yacht ist, weil dort die Schiffsbewegungen am ruhigsten sind. Das scheint beim Mittelcockpit der Fall zu sein. Aber. Ein Mittelcockpit bei kürzeren Yachten (unter 45 Fuß) bedingt ein sehr hohes Cockpit, so daß wegen der Sitzhöhe der gefährdete Segler ziemlich weit weg vom Drehpunkt der Yacht – der dürfte irgendwo mittschiffs in der Nähe der Wasserlinie sein – sitzt, also nicht gerade am ruhigsten Platz. Bei längeren Kiel-Yachten hingegen ist das Mittelcockpit der ruhigste Platz und damit günstig gegen die Seekrankheit.
Ob der gut gemeinte Ratschlag eines Freundes, wie sich die Seekrankheit auf jeden Fall vermeiden ließe, für Segler hilfreich ist, darf bezweifelt werden, wenn er auch bestechend ist: „sich einfach auf einer Wiese unter einen großen Baum setzen, das hilft garantiert gegen Seekrankheit.“




Donnerstag, 14. Januar 2010 12:56
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