Neue Messmethoden bei Ölverschmutzung
6.06.2009 | AllgemeinJedes Jahr fließen Millionen Tonnen Erdöl in die Weltmeere.
Jetzt haben Wissenschaftler in einem ungewöhnlichen Experiment in der Nordsee verschiedene Methoden getestet, mit denen die Auswirkungen von Öl auf das Ökosystem untersucht werden können, berichtet die “Basler Zeitung”. Dazu hat das niederländische Verkehrsministerium im Mai letzten Jahres im Dienste der Wissenschaft fünf Tonnen unraffiniertes und rot eingefärbtes arabisches Leichtöl abseits der Küste verklappt. Der Ölteppich auf der Nordsee war fünf Kilometer lang – laut dem Koordinator des internationalen Projektes FACEit, Mikrobiologe Jan Roelof van der Meer (Universität Lausanne), eine geringe Menge mit kleiner toxischer Wirkung.
Da die See derzeit sehr ruhig und es windstill war, breitete sich das Öl langsamer aus als erwartet und nach zwei Tagen war es teilweise verdunstet und nicht mehr sichtbar. Welche ökologischen Auswirkungen das Öl verursacht hat, weiß man jedoch nicht. Nach van der Meer kann die Meeresbiologie längst betroffen sein.
Lukas Wick vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig erklärt in der “Basler Zeitung”, dass man versuche, das ökologische Risiko von Verschmutzungen durch Erdöl schneller einschätzen zu können. Wie sich zeigte, kann dies zum Beispiel mit Hilfe von Phytoplantkonzellen erfolgen, die mit einem Laser abgetastet werden, so dass Beschädigungen leicht identifiziert werden können. Auch der Einsatz von so genannten Bioreportern ist viel versprechend. Dabei nutzen die Wissenschaftler gentechnisch veränderte Organismen, die ein Leuchtprotein in der im verschmutzten Wasser befindlichen Zelle produzieren können.
Um den Behörden den Umgang mit den so ermittelten Ergebnissen über die Auswirkungen der Verschmutzungen zu erleichtern, schlägt Wick eine einfache Bewertungsskala vor, bei der zum Beispiel ein Ampelsystem eingesetzt wird. Neben Behörden sind auch Versicherungen an dem erfolgreichen Einsatz dieser neuen Messmethoden interessiert.



