Segeln wie anno 1355
5.06.2009 | Allgemein“Nichts ist schöner als auf einer Kogge zu segeln.”
Das meint Stückmeister Peter Schipler auf der “Wissemara”, die als größte Kogge Europas gilt. 1997 wurde das Wrack des heutigen Nachbaus “Wissemara” vor Timmendorf auf der Insel Poel entdeckt und wenig später geborgen. “Es war ein baltisches Handelsschiff aus dem Jahr 1355 und hatte eine Ladekapazität von 200 Tonnen”, erzählt Peter Schipler, der Stückmeister und Leichtmatrose. Er nimmt Platz auf unserer Roten Couch.
Im Jahr 2006 ging ihr original getreuer Nachbau, die Poeler Kogge “Wissemara”, auf Jungfernfahrt. Lange habe der Bau gedauert, insgesamt fünf Jahre lang, so Schipler. “Schon allein für den 34 Meter hohen Mast suchten wir ein Jahr lang nach dem geeigneten Baumstamm”, erzählt er. Nun liegt die Kogge im Wismarer Hafen. “Ich segel’ von klein auf”, sagt der 71-Jährige. Er zog vor zwei Jahren von Hamburg nach Wismar. Ihn verschlug es zu der Kogge im Hafen. “Ich lungerte oft vor dem Schiff herum, bis der Kapitän mich fragte, ob ich mit anpacken wolle”. Seitdem gehört er mit zur Crew. Auf der “Wissemara” zu segeln sei für ihn eine ganz besondere Art: “Teamgeist ist auf dem Schiff enorm wichtig”, sagt er, “jeder kann sich auf den anderen verlassen”. Auch der Stückmeister muss kräftig anpacken, wenn der Kapitän befiehlt, das Segel zu setzen oder auszurichten. “Alle Arbeiten an Bord erfolgen aus Muskelkraft”, erzählt Schipler. Bei einem Segelmanöver müssen mindestens zehn Menschen das Tauwerk ziehen.
Doch Schiplers eigentlicher Arbeitsplatz befindet sich auf dem hinterem Teil des Schiffes, auf dem Kastelldeck. Der Stückmeister schießt aus den beiden Drehbassen Salut-Schüsse mit Schwarzpulver-Patronen. “Früher verteidigte man das Schiff vor Piratenangriffen mit Kieselsteinen und Hagel”, berichtet er.
Besonders stolz ist Schipler, wenn das Segel ohne Probleme fällt und sofort bläht. “Der Rekord der Kogge liegt auf hoher See bei 9,5 Knoten”, erzählt er. Die Besatzung nehme zu jedem Segeltörn Mitsegler mit. Oft dauert der Ausflug einen Tag lang. Am Ende trinke man immer noch ein “Festmacherbier”.
Die Poeler Kogge “Wissemara” bietet sich an für
- erlebnispädagogischer Jugendreisen mit Sail Training um den Gruppengeist der Jugendlichen zu fördern und die See als Brücke internationaler Verständigung zu nutzen
- Mitseglertörns (Tagesfahrten/Mehrtagesfahrten) für Privatpersonen oder Firmen
- Präsentationen und Events nahezu aller Art
- Vorträge zur Unterwasserarchäologie, zur Hansegeschichte und zum mittelalterlichen Schiffbau
Mehr informationen unter:
Förderverein Poeler Kogge e.V.
Tel.: (03841) 22 72 49
E-Mail: mail@poeler-kogge.de
www.poeler-kogge.de




Freitag, 11. September 2009 18:06
Hallo Herr Stückmeister Peter Schippler,
wir haben lange nichts mehr von Dir gehört,
auch telefonisch können wir Dich nicht erreichen.
Ingelore macht sich schon große Sorgen.
Melde Dich doch bitte einmal, unsere Telefonnummer hat sich nicht geändert.
Herzliche Grüße
Ingelore und Walter