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Traumstart vor Wellington

21.02.2009 | Allgemein

Deutsches Segel-Erfolgsduo Boris Herrmann und Felix Oehme auf der dritten Etappe Richtung Kap Hoorn.

Die königsblaue „Beluga Racer“ von Boris Herrmann und Felix Oehme (Kiel/Hamburg) ging in Wellington/Neuseeland als Erste über die Startlinie zur dritten Etappe des Portimão Global Ocean Race. Die beiden 27-Jährigen gingen als Spitzenreiter der Segelregatta rund um die Welt auf das 7.200 Seemeilen (13.150 Kilometer) lange Teilstück nach Ilhabela/Brasilien, das um das legendäre Kap Hoorn führt. Doch bei starkem Nordnordwestwind übernahmen Felipe Cubillos und José Muñoz aus Chile auf der „Desafio Cabo de Hornos“ schnell die Führung. In etwa fünf Wochen werden die Teilnehmer im Zielhafen erwartet.

Am Tag zuvor hatten noch dicke Regenwolken die Szenerie bestimmt. Doch rechtzeitig zum Start zeigte sich Hauptstadt der Segelnation von der schönsten Seite und machte ihrem Namen als „Windy City“ alle Ehre: Bei strahlend blauem Himmel rauschten die vier noch im Rennen verbliebenen Boote um 14.15 Uhr Ortszeit (2.15 Uhr in Deutschland) fast Bug an Bug über die Startlinie. Der belgische Einhandsegler Michelle Kleinjans folgte auf der „Roaring Forty“ als Dritter vor dem britischen Team Mowgli mit Jeremy Salvesen und David Thomson.

Bereits früh morgens hatte am Hafen schon reges Treiben geherrscht: Letzte Kleinigkeiten wurden überholt, die restlichen Vorräte verstaut. Gut drei Stunden vor dem Start segnete ein katholischer Priester die Boote nebst Besatzung. Anschließend nahmen Familienmitglieder und Freunde, die auch zu dieser Etappe zahlreich angereist waren, Abschied, der zum Teil sichtlich schwer fiel.

Das Team der „Beluga Racer“ blieb vor dem Start bei all dem Trubel noch gelassen: „Wir haben die erste Etappe durch den Southern Ocean erfolgreich gemeistert und sehen den folgenden 7.200 Seemeilen relativ entspannt entgegen, obwohl wir natürlich großen Respekt vor dieser Herausforderung haben“, so Skipper Boris Herrmann. Auch Co-Skipper Felix Oehme zeigte sich relaxed: „Ein bisschen kribbelig bin ich schon, jetzt, wo es in nur zehn Minuten wirklich wieder los geht. Aber wir sind wie immer gut vorbereitet und nach der relativ langen Zeit an Land ganz froh, endlich wieder auf See zu kommen!“

Nachdem die deutsche “Beluga Racer” bereits die ersten zwei Etappen gewinnen konnte, stehen die Chancen für den Gesamtsieg der Weltumsegelung in fünf Etappen von Portugal und nach Portugal sehr gut. Es ist das bisher beste Ergebnis, das eine deutsche Crew bei einem internationalen Segelrennen um die Welt erreichen konnte. Doch die Überquerung des Pazifischen Ozeans, die Umrundung des berühmten Kap Hoorns, und die Tatsache, dass die zweitplazierten Chilenen Felipe Cubillos/José Muñoz mit ihrer Yacht “Desafio Cabo de Hornos” bei dieser Etappe besonders motiviert sein dürften, macht die dritte Etappe erst richtig spannend.

Auf den weiteren Etappen geht es von Ilhabela nach Charleston, USA, Start am 25 April 2009, und dann am 31. Mai 2009 von Charleston nach Portimao, Portugal, wo das Siegerschiff um den 21. Juni erwartet wird.

Das Portimao Global Ocean Race ist ein Segelrennen für Einhandsegler oder Zwei-Mann-Crews um die Welt, ihre Schiffe sind einheitlich 12 Meter lang. Bisher sind von sechs Yachten zwei ausgeschieden.

Zwischenstand nach zwei von fünf Etappen des
Portimão Global Ocean Race:
1. Beluga Racer, Boris Herrmann/Felix Oehme (Kiel/Hamburg) 24 Punkte
2. Desafio Cabo de Hornos, Felipe Cubillos/José Muñoz (Chile) 18,5
3. Team Mowgli, Jeremy Salvesen/David Thomson (Großbritannien) 14,5
4. Kazimir Partners, Lenjohn und Peter van der Wel (Südafrika) 6,5

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