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Potenziale des Wassertourismus nicht ausgeschöpft

21.02.2009 | Allgemein

Infrastruktur und Marketing für den Wassertourismus in Deutschland verbessern.

Anläßlich einer Lesung des Antrags „Infrastruktur und Marketing für den Wassertourismus verbessern“ erklärt die zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion Annette Fasse:

Um mehr Menschen für den Wassersport und den wasseraffinen Tourismus zu gewinnen, müssen zukuenftig einige Rahmenbedingungen verbessert werden.

Schleusen, Bootsrutschen und -schleppen dürfen nicht zu einem Nadelöhr in der Infrastruktur werden. Die wachsende Nutzung der Wassersportgebiete führt unweigerlich zu Engpässen an einigen Schleusen und mehrstündigen Wartezeiten in der Saison. Durch den Einsatz von Saisonkräften und die Erweiterung der Öffnungszeiten an Sportbootschleusen könnten Wartezeiten vermieden werden. Die Sport- und Wassersportverbände sollen stärker an Infrastrukturplanungen beteiligt werden, um im direkten Kontakt mit der Praxis Maßnahmen effizienter zu planen. Wartestellen sollen sportbootgerecht und umweltverträglich ausgebaut werden zum Beispiel durch Anlegestege und Laufrohre.

Bedingung für die Einrichtung neuer und die Erweiterung vorhandener Wassersportgebiete ist die Möglichkeit der Übertragung von Bundeswasserstrassen an Länder und Kommunen mit einer Anschubfinanzierung des Bundes. Dieser Durchbruch ist nach langen Verhandlungen gelungen und ist eine große Chance für den Wassertourismus.

Für viele Maßnahmen im Bereich Wassersport sind zahlreiche Genehmigungen erforderlich. Die landseitigen Genehmigungsverfahren sollen so koordiniert werden, dass nur ein Ansprechpartner aufgesucht werden muss.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist das Marketing. Printbroschüren sollten verstärkt Gäste aus dem Ausland auf die Angebote in Deutschland aufmerksam machen. Dabei sollen wassertouristische und landseitige Angebote stärker miteinander verknüpft werden. Im wassersportorientierten Tourismus sollten die vorhandenen Informationsangebote daher zu einem bundesweiten Marketingkonzept zusammengeführt werden, das die Deutsche Zentrale für Tourismus in einer Werbeaktion präsentiert oder in einer Broschüre zusammenfasst.

Einheitliche Piktogramme sind mit ihrer Bildsprache besonders hilfreich für ausländische Touristen. Sie sollten daher flächendeckend in den Wassersportgebieten eingesetzt werden.

Das Symbol der „Gelben Welle“ ermöglicht ein gutes Erkennen der Anlegemöglichkeit und gibt Auskunft über Ausstattung des Anlegers, touristische Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten. Die „Gelben Welle“ sollte in Kombination mit den Informationssymbolen flächendeckend eingesetzt werden.

Das „Blaue Sterne“-System zur bundeseinheitlichen Klassifizierung von Sportboothäfen in Bezug auf Service, Komfort und Sicherheit kann die Touristen ebenfalls bei der Auswahl ihrer Aufenthalte unterstützen.

Zum Marketing soll innerhalb eines Jahres ein Bericht vorgelegt werden, der ein Maßnahmenprogramm zum Wassersport enthält.

Generell gilt: Die Potenziale des Wassertourismus in Deutschland sind noch lange nicht ausgeschöpft. Für die Zukunft ist die engere Zusammenarbeit aller Beteiligten notwendig, um die Menschen an und in das Wasser zu bringen. Deshalb sollten zukünftig Bund, Länder und Kommunen verstärkt mit allen Verbänden zusammenarbeiten und sie in neue Projekte einbeziehen.

Quelle: SPD-Bundestagsfraktion

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