Segel-Rekord: Desjoyeaux gewinnt Vendée Globe
1.02.2009 | Allgemein
Das ist ein historischer Sieg für den französischen Solo-Skipper Michel Desjoyeaux, denn es ist sein zweiter Sieg der Vendée Globe nach 2001.
Der 43-jährige Skipper aus Frankreich kam mit seiner Yacht Foncia bei der Non-Stop-Regatta für Einhandsegler um den Globus als erster in Les Sables D’Olonne an und hat damit dieses Rennen als erster Skipper zum zweiten Mal gewonnen. Desjoyeaux wurde bei strahlendem Sonnenschein von einer großen Armada von Booten und einer großen Zuschauermenge begrüßt, als er wieder einmal in den Hafen von Les Sables d’Olonne einlief.
Auf den 28.303 Seemeilen, die Desjoyeaux in 84 Tagen 3 Stunden 9 Minuten 8 Sekunden rund um die Welt gesegelt ist, hat er eine Durschnittsgeschwindigkeit von 13,2 Knoten (rund 25 km/h) erreicht. Damit hat er einen neuen Rekord aufgestellt, den bisher Vincent Riou mit 87 Tagen 10 Stunden und 47 Minuten seit 2005 gehalten hat. Die Strecke war für Desjoyeaux sogar noch 1.150 Meilen länger als die letzte Vendée Globe 2004.
Diese extrem harte Regatta hat bisher einen hohen Ausfall an Booten zu verzeichnen. Es gab spektakuläre Havarien und Rettungsaktionen. Von den gestarteten 30 Yachten waren bis zu Desjoyeaux Sieg nur noch zwölf im Rennen. Davon kämpfen sich zur Zeit neun den Atlantik hoch in Richtung Ziel. Zwei Skipper werden in den nächsten Tagen Kap Horn runden.
Desjoyeaux Sieg ging eine ungewöhnliche Aufholjagd voraus. Nach seinem Start unter grauem Himmel am 9. November letzen Jahres musste er bereits nach 200 Meilen wieder nach Les Sables d’Olonne zurück. Ein Leck in den Ballasttanks, ein überfluteter Motorraum und ein Brand in der elektrischen Anlage brachten ihm zwei Tage Zwangspause ein.
Beim zweiten Start lag er rund 360 Meilen oder vierzig Stunden hinter der führenden Gruppe aus Peyron, Josse, Jourdain und Dick, die bereits die moderaten Downwind-Bedingungen genießen konnten. Der Abstand wurde noch größer, als Desjoyeaux mit leichten Winden vor der spanischen Küste kämpfen musste. Er lag 670.3 Seemeilen hinter Loïck Peyron, der damals das Feld führte und inzwischen nicht mehr im Rennen ist.
Mit einer grandiosen Jagd an die Spitze und einem taktischen Extremschlag nach Westen ließ er im Laufe der Zeit immer mehr Konkurrenten hinter sich. Einige Gegner wurden auch durch Havarien im Indischen Ozean aus dem Rennen geworfen wie Loick Peyron, Bernard Stamm, Dominique Wavre, Yann Elies, Jean-Pierre Dick und Mike Golding.
Währenddessen schaffte Dejoyeaux einen 24-Stunden-Rekord mit 466,6 Meilen und auf Höhe von Cape Leeuwin übernahm er erstmals die Spitze im Feld der noch verbliebenen Teilnehmer, eine Position, die er nicht mehr abgab. Bereits im Pazifischen Ozean war er 59,1 Meilen vor Roland Jourdain und 400 Meilen vor Armel Le Cléac’h. Im atlantik konnte er seine Geschwindigkeit noch steigern und das Feld in großem Abstand hinter sich lassen.
Der Zweitplatzierte wird erst in ein paar Tagen im Ziel erwartet. Wenn alles gut geht wird es Roland Jourdain mit Veolia Environnement sein, den zur Zeit noch 1.355 Seemeilen bis ins Ziel trennen. Auf dem letzten Platz liegt der Österreicher Norbert Sedlacek mit Nauticsport-Kapsch, der noch 7.400 Meilen vor sich hat.



