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Vendée Globe: Das Teilnehmerfeld wird kleiner

29.12.2008 | Allgemein

Derek Hatfield gibt nach Havarie auf, „Generali“ ist verloren und Josse ist raus.

(Konrad Kubisch/mmp) Die Vendée Globe, das härteste Einhandrennen nonstop um die Welt, forderte ein weiteres Opfer. Bei 40 Knoten Wind aus südwestlicher Richtung wurde die 18 Meter lange Rennyacht „Algimouss Spirit of Canada” des Kanadiers Derek Hatfield in einer Böe so hart auf die Seite gedrückt, daß zwei Sailings brachen. Die Havarie ereignete sich zirka 1.000 Seemeilen von Hobart entfernt. Hatfield muss das Rennen nun als 13. Yacht aufgeben und nimmt Kurs auf Australien und er darf noch froh sein, wenn er ohne die Sailings mit heilem Mast den nächsten Hafen erreichen kann. Damit sind von 30 Rennjachten nur noch 17 im Rennen.

Nach der Rettung Yann Eliès durch die australische Marine wurde seine 18 Meter lange “Generali” sich selbst überlassen. Eliès Team wollte die Rennjacht mit Hilfe des GPS-Senders orten und sie dann nach Australien segeln. Doch einen Tag vor Weihnachten konnte plötzlich kein Signal mehr empfangen werden. Noch am selben Tag sendete dann das automatische Seenotsignal für drei Tage doch schlechtes Wetter und eine fehlende exakte Position der Yacht veranlasste die Suchmannschaft, die Generali aufzugeben. Nach letzter Positionsbestimmung muss sich die Rennjacht etwa 700 Seemeilen vor Australien befunden haben. Ob sie gesunken ist oder noch im Indischen Ozean treibt ist schwer zu sagen, der automatisch ausgelöste Notsender spricht für Wassereinbruch, die Generali könnte aber auch gekentert sein.

Unterdessen konnte Sébastien Josse (BT) weiter nördlich in ruhigeres Gewässer segeln, um nach seiner Kenterung den Schaden am Rudersystem zu überprüfen. Das Ergebnis war ernüchternd: “Schaden nicht mit Bordmitteln zu reparieren”. Damit segelt Josse jetzt nach Auckland.

Norbert Sedlazek

Als einziger Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum kämpft der Wiener Teilnehmer Norbert Sedlacek kämpft sich mit seiner Rennyacht nauticsport-kapsch durch Sturmböen mit 50 Kntoen Wind (ca 100 km/h) und Wellen von sieben Metern Höhe.

Am 28.12.2008, 16:20 Uhr UTC geht bei voller Fahrt (17 Knoten = ca. 35 km/h) eine Sturmbö durch und reißt einen Bolzen der Genua-Rollanlage aus. Das Segel geht über Bord. Norbert Sedlacek kämpft bei diesen schwierigen Bedingungen drei Stunden, um das Segel wieder an Bord zu bekommen. Es ist unter das Boot gerutscht und beim Bergen stellte er auch am Segel kleine Beschädigungen fest. Bei weiterer Besichtigung stellt er fest, das der Bugkorb sowie drei Relingstützen beschädigt und zum Teil ausgerissen sind. An Deck am Vorschiff ist ein kleines Loch von 4 qcm , die Rollanlage ist beschädigt, die Rollleine gerissen und das Rüsteisen dazu verbogen. Desweiteren ist seine Satellitenverbindung des C-Terminals, welches die nautischen Warnungen, Eismeldungen und Wetterwarnungen durchgibt nicht intakt. Dem Wiener geht es gut und die Schäden sollten bei ruhigerem Wetter mit Bordmitteln repariert werden können.

Norbert Sedlacek wird zu Silvester das zweite große Kap – Kap Leeuwin (Australien) – querab haben. Nunmehr warten auf Sedlacek etwa 6.100 Seemeilen (ca. 12.000 Kilometer) bis zum gefürchteten Kap Horn, bevor er wieder aus dem tiefen Süden auftauchen wird, um den Heimweg durch den Atlantik anzutreten.

Norbert Sedlazek konnte die Schlusslaterne inzwischen an den Franzosen Raphaël Dinelli abgeben. Dinelli wurde bei der Vendée Globe 1996/97 von der australischen Marine gerettet, nachdem seine (Algimouss) zu sinken drohte. Dramatische Bilder gingen damals um die Welt, Dinelli befand sich an Deck, seine Beine wurden schon von Meereswasser umspült, als endlich die Retter eintrafen.

Nach 49 Tagen auf See konnte sich an der Spitze Michel Desjoyeaux (Foncia) sein Vorsprung ausbauen, er liegt nun runde 100 Seemeilen vor Roland Jourdain (Veolia Environnement). Jean Le Cam (VM Matériaux) segelt auf Rang drei mit einem Abstand von 280 Seemeilen, dahinter Armel Le Cléac’h (Brit Air) und Vincent Riou (PRB), der Gewinner der letzten Vendée Globe auf Rang 4 und 5 mit einem Rückstand von 502 beziehungsweise. 509 Seemeilen.

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