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Start zur Vendée Globe 2008

9.11.2008 | Allgemein

Mehrere Hunderttausend Zuschauer kamen zum Start an die am französische Atlantikküste.

Die fünfte Auflage der Vendée Globe ist eine Veranstaltung der Superlative, zu der am 9. November 2008 um 13:02 Ortszeit 30 Segler – unter ihnen zwei Frauen – vor Les Sables O’lonne zur härtesten Einhandandregatta um die Welt nonstop und ohne fremde Hilfe aufgebrochen sind. Unter dem Beifall von über 350.000 Zusachauern wurden die Schiffe zur Starlinie geschleppt. Über 700 Journalisten werden von dem Ereignis in den nächsten 100 Tagen berichten.

Und alles begann mit einem Frühstart der “ECOVER” mit Mike Golding, der auf die Startlinie zurück und die Führung nach dem Start an Vincen Riou mit “PRB” abgeben musste.

Der Brite Alex Thompson, der mit seiner Yacht “Hugo Boss” bereits den aktuellen Rekord für ein Tagesetmal alleine an Bord mit 468,72 Meilen aufstellte wird als Favorit gehandelt. Seine stärksten Konkurrenten sind die Franzosen Vincent Riou und Michel Desjoyeaux, die verhindern wollen, dass erstmals kein Franzose Sieger des Rennens ist. Einziger deutschsprachiger Teilnehmer bei der diesjährigen Regatta ist der 46-jährige Österreicher Norbert Sedlacek, der zum zweiten Mal bei der Regatta startet. Bei der letzten Teilnahme mit seiner nunmehr 13 Jahre alten Aluminiumyacht hätte er fast den Kiel verloren und musste das Rennen aufgeben, diesmal will er mit demselben Schiff aus eigener Kraft wenigstens ins Ziel kommen.

In dem Starterfeld aus sieben Nationen sind auch zwei weibliche Skipper: die Engländerinnen Samantha Davies und Denise “Dee” Caffari. Die 35-jährige Caffari steht ihrer männlichen Konkurrenz in nichts nach. Vor zwei Jahren gelang es ihr als erste Frau, nonstop westwärts um die Welt zu segeln – gegen die vorherrschende Windrichtung. Die Erfahrungen dieser harten Einhandtour verarbeitete die ehemalige Sportlehrerin, die erst sehr spät den Weg in die Profisegelszene fand, in dem autobiografischen Buch “Gegen den Strom: In 178 Tagen allein um die Welt”.

Die Route der Vendée Globe ist die einer klassischen Weltumseglung. Es müssen alle drei großen Südkaps – das Kap der Guten Hoffnung, das Kap Leeuwin und Kap Hoorn – umrundet werden. Ansonsten ist die Strecke denkbar simpel: Von der französischen Atlantikküste geht es südlich, nach der Umrundung Südafrikas geht der Kurs immer klar nach Osten, bis nach dem Kap Hoorn wieder ein Nordkurs nach Frankreich eingeschlagen wird. Doch die 27 000 Seemeilen (50.000 Kilometer) lange Route, die jetzt vor den Teilnehmern liegt, führt durch die härtesten und verlassensten Gegenden der Weltmeere. Sie sind auf sich allein gestellt, allein mit der psychischen Belastung, dem Stress, Schlafmangel und der Einsamkeit auf See. Die durchschnittliche Dauer des Selbsterfahrungstrips unter Segeln bei maximaler Geschwindigkeit dauert rund 90 Tage.

Als Einhandsegler ohne Crew an Bord sind alle auf sich allein gestellt, außerdem gibt es kein Team im Hintergrund, keine externe Wetterberatung, jede Entscheidung an Bord muss vom Segler alleine gefällt werden.

Bei notwendigen Reparaturen dürfen bis auf den französischen Start- und Zielhafen keine anderen Häfen angelaufen werden, Hilfe per Telefon oder Mail ist nicht erlaubt. Zudem ist die Route der Vendée Globe die einer klassischen Weltumseglung. Hier müssen alle drei großen Südkaps – das Kap der Guten Hoffnung, das Kap Leeuwin und Kap Hoorn – umrundet werden. Ansonsten ist die Strecke denkbar simpel: Von der französischen Atlantikküste geht es südlich, nach der Umrundung Südafrikas geht der Kurs immer klar nach Osten, bis nach dem Kap Hoorn wieder ein Nordkurs nach Frankreich eingeschlagen wird.

Die Organisatoren haben den sogenannten Wegpunkt im südlichen Polarmeer erneut gegen Norden versetzt. Die Segler müssen auf der gesamten Route acht virtuelle Positionen passieren, was mittels Satellit überwacht wird. Je näher die Konkurrenten an der Antarktis vorbeisegeln, desto kürzer ist die Route. Das erhöht die Gefahr einer Eisbergkollision. „Gegenüber dem Rennen vor vier Jahren ist dieser Punkte rund 600 km weiter nördlich gesetzt worden. Deshalb habe ich und andere bei der Wettfahrtleitung protestiert. Denn dadurch werden die taktischen Möglichkeiten während des Rennens weiter eingeschränkt.“

Dominique Wavre (53) gehört mit Vincent Riou, dem Sieger 2004/05, Jean Le Cam, Roland Jourdain und dem Waadtländer Bernard Stamm, die alle bereits mehrmals um die Welt gesegelt sind, zum sogenannten Mannschaftsrat der Organisatoren. Wavre weiss aber auch, dass zehn Skipper der neuen Weltumsegler-Generation am Start sind, so viele wie noch nie. Draufgänger – „verrückte Hunde, die alles fressen wollen“, martialische Worte, die Wavre mit einem Lachen ausspricht.

Und das erhöht die Gefahren. Vor elf Jahren rettete die australische Marine, die aus dem 3.300 km entfernten Perth gekommen war, den Briten Tony Bullimore und den Franzosen Thierry Dubois vor dem sicheren Tod im eiskalten Wasser der Antarktis. Diese Rettungsaktion kostete über zwei Millionen Dollar und gab danach auch im australischen Parlament zu reden. Deshalb müssen die Segler bei Cape Leeuwin an der australischen Südwestküste eines dieser Wegtore passieren. „Das ist ein politischer Entscheid“, sagt Wavre, „es ist ein Umweg, wir müssen länger im Indischen Ozean segeln, bevor wir in den südlichen Pazifik kommen.“ Teilweise versteht er dagegen die Bedenken der Organisatoren.

Kurzinfo:
- Erwartete Dauer: zirka 90 Tage.
- Schiffstyp: 60-Fuss Monohull (zika 18 Meter lange Einrumpfschiffe)
- Kohlefaseryachten mit Schwenkkielen, Doppelruder, bis zu 650 qm Segelfläche und gespickt mit modernster Technik an Bord inklusive Videoübetragung per Satellit.
- Teilnehmer: 30 Skipper aus 7 Ländern, darunter 1 Österreicher, 17 Franzosen, 7 Briten, 2 Schweizer, 1 US-Amerikaner, 1 Kanadier, 1 Spanier
- darunter zwei Frauen. Dee Caffari (GB) “Aviva” und Samantha Davies (GB) Roxy

Favoritenfeld:
- Vincent Riou (F), Schiff “PRB” Sieger der letzten Ausgabe,
- Michel Desjoyeaux (F), “Foncia”, Sieger vor 4 Jahren
- Bernard Stamm (CH), “Cheminees Poulat”, zweite Teilnahme
- MIke Golding (GB), „Ecover”, dritte Teilnahme, Rang 7 und 3
- Loïck Peyron (F), “Gitana 80″ dritte Teilnahme, Rang 2, und eine Aufgabe
- Alex Thompson (GB), “Hugo Boss”, aktueller Tagesrekord