Sicherheit in der Seeschifffahrt
26.10.2008 | AllgemeinBSH und Alfred-Wegener-Institut stellen neue Antarktis-Seekarte vor
Auf dem Weg ins Eis – das zunehmende wissenschaftliche und touristische Interesse an der Antarktis-Region erfordert auch die Herstellung zuverlässiger Navigationskarten für die Küsten dieses Gebietes. Die neue, heute vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helm-holtz-Gemeinschaft präsentierte Antarktis-Seekarte bringt einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn für die Schifffahrt in diesen bisher unzureichend kartierten Gewässern. Das Werk, das sowohl digital als auch gedruckt vorliegt, ist die erste von insgesamt zwei Antarktis-Seekarten, die beide Einrichtungen im gemeinsamen Projekt „COOL-Chart“ bearbeiten. BSH-Leiterin Monika Breuch Moritz und Prof. Dr. Heinrich Miller, Stellvertretender Direktor des Alfred-Wegener-Instituts, zeigten sich überzeugt, dass auch die Arbeiten an der zweiten Antarktis-Karte schnellstmöglich abgeschlossen werden können.

Beispiel der Mittleren Eisgrenze (1993 – 2007), wie sie sich am 15. Februar eines jeden Jahres darstellt. Der Indexrahmen verdeutlicht die Lage und Ausdehnung der neuen Karte.
Deutschland hatte sich bereits 1991 gegenüber der Internati-onalen Hydrographischen Organisation (IHO) zur Herausgabe von Karten des internationalen Seegebietes Weddellmeer und des westlichen Seegebietes vor Dronning Maud Land verpflichtet – hierzu zählt die jetzt herausgegebene Karte. Den dafür notwendigen Datenbestand hat die „Polarstern“ – das Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts– in den ver-gangenen zwei Jahrzehnten gesammelt. In diesem Seegebiet ist auch die deutsche „Neumayer“-Forschungsstation behei-matet, von der täglich rund um die Uhr das Wetter beobachtet wird, um das Klima zu erforschen. Außerdem wird von hier die südafrikanische Station „Sanae IV“ durch Anlandung von Schiffen versorgt.
Die genaue Kenntnis der örtlichen Verhältnisse, über die die Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts verfügen, sowie die speziellen Kompetenzen des BSH in der Seekartographie sind die Basis für die erfolgreiche Kooperation bei der Erstel-lung und Produktion. Dabei unterscheidet sich die Sichtung und Auswertung dieser Daten für die anschließende kartogra-phische Umsetzung grundlegend von vergleichbaren Bearbei-tungsschritten der üblicherweise vom BSH herausgegebenen Seekarten für die Berufs- und Sportschifffahrt.
So erfolgten in der Projektlaufzeit von November 2007 bis Oktober 2008 unter anderem Berechnungen zur kartographi-schen Darstellung der unterseeischen Topographie, Auswer-tungen von Fächerlotdaten der Jahre 1989 bis 2007 sowie deren Verschneidung mit Tiefenlinien und Auswertungen zur kartographischen Darstellung der mittleren Eisgrenzen im Antarktischen Sommer. In der Karte sind außerdem Pinguin- und Robben-Habitate sowie die Fahrzeugroute über den ant-arktischen Eispanzer zwischen den Forschungsstationen „Neumayer“ und „Sanae“ verzeichnet.
Die vom BSH herausgegebene Karte kostet 26 Euro und kann voraussichtlich ab Januar 2009 über den Fachhandel und Buchhandel bezogen werden.
BU
Beispiel der Mittleren Eisgrenze (1993 – 2007), wie sie sich am 15. Februar eines jeden Jahres darstellt. Der Indexrahmen verdeutlicht die Lage und Ausdehnung der neuen Karte.



